Opfer wÀhlen weiter ihre SchlÀchter
Gegen regierende Neo-Nazis!
Mehr noch, eigentlich sollte es nach den Menschheitsverbrechen der Nazis ĂŒberhaupt keine Neo-Nazis mehr geben. Warum wird trotzdem ein Vertreter einer offiziell in ThĂŒringen als rechtsextrem eingestuften Partei mit Mehrheit gewĂ€hlt? Dazu hat sich David GoeĂmann auf Telepolis Gedanken gemacht. Wir wollen diesen lesenswerten Artikel nicht nachplappern und verweisen auf seinen Text.
Er sieht zum einen die konzentrierte Medienkampagne vor allem der Springer-Presse gegen die Ampelregierung als einen Anlass (siehe die dortige Zusammenstellung der BILD-Zeitungs-Ăberschriften) - aber die wirklichen GrĂŒnde analysiert er in dem trotz fortschreitendem Niedergang weiter durchgezogenen liberalen Agenda, die zu einer einer weiteren Spaltung der Gesellschaft fĂŒhrt:
Agenda 2010 und die sogenannten Hartz-Reformen
"Fördern und Fordern". Gefordert wurden aber nur die Arbeitnehmer:innen, wÀhrend man die Kapitaleigner:innen, Unternehmer:innen und Reichen pamperte.
Entscheidungen werden an die BĂŒrokratie in BrĂŒssel delegiert.
GroĂe Teile der Bevölkerung erkennen, dass ihre Regierung praktisch keinen Einfluss mehr auf politische Entscheidungen hat.
Man sieht sich einer endlosen Liste von alltĂ€glichen Problemen gegenĂŒber:
Steigende Mieten und Wohnungslosigkeit;
kaputte Schulen und Bahnchaos;
wachsende Armut und gedemĂŒtigte Hartz-VI-Aufstocker;
ĂŒberforderte Alleinerziehende, gestresste Studierende und bĂŒrokratisierte AbgehĂ€ngte;
versteckte und offene Armut im Alter;
Pflege- und Gesundheitskrise;
blockierte Energiewende, steigende Treibhausgase und bedrohlicher Klimawandel;
Bauernhofsterben auf dem Land;
deindustrialisierte Zonen ohne Perspektiven in Ost und West;
steigende Konzernmacht:
Keines der Probleme wird ernsthaft angepackt, obwohl bei Beschneidung der Subventionen fĂŒr die Reichen das Geld vorhanden wĂ€re - statt dessen werden weiter Milliarden ohne Diskussion an groĂe Konzerne (z.B. Intel) oder in der RĂŒstung verschoben. Es reicht dann aus, wenn Parteien aus dem rechten Spektrum das kritisieren ohne auch nur eine gangbare Alternative aufzuzeigen. Im Gegenteil, denn schaut man sich deren offizielles Wahlprogramm an, so findet man darin in der Regel eine noch schlimmere neoliberale Agenda (siehe "BĂŒrger" wĂ€hlen eigenen TotengrĂ€ber ).
Warum wird trotz der Alternativlosigkeit in den Programmen die "Alternative" gewĂ€hlt? Ablenkung nach dem Muster: "Die sind schuld." Nazis brauchen stets einen "Ă€uĂeren Feind" auf den sie von ihrer eigenen Alternativlosigkeit ablenken können. Das können allgemein AuslĂ€nder, im speziellen Muslime, im besonderen Klimakleber oder einfach BĂŒrokraten sein. In jedem Fall muss es jemand sein, den man fĂŒr dieses oder jenes Problem die Schuld zuweisen kann. Das stĂ€rkt den eigenen "Volkskörper" und die Gemeinsamkeit.
Um einen solchen Unsinn verbreiten zu können, braucht es allerdings auch willige oder dumme Helfer. Die willigen Helfer sitzen in einigen Medienzentralen (s.o.), die dummen in den Startegieabteilungen konservativer Parteien, die meinen, dass sie Stimmen gewinnen, wenn sie mit Rechten in das gleiche Horn stoĂen - die (Protest-) WĂ€hlerInnen nehmen jedoch lieber gleich das Original.
Mehr dazu bei https://www.telepolis.de/features/Zwei-Tipps-wie-wir-die-rechtsextreme-AfD-weiter-staerken-koennen-9196988.html?seite=all und https://www.telepolis.de/features/Gebt-der-AfD-Suendenboecke-Lasst-sie-siegen-9197307.html?seite=all
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