Gegen die herrschende Lohnpolitik und gegen alle nicht entlohnten Übergriffigkeiten im Dienste der verordneten Eigeninitiative gilt es heute selbstverständlich nicht nur, mehr Dreckslohn zu fordern, sondern auch die gute alte entfremdete Drecksarbeit zu verteidigen. Eine Arbeit, die immerhin einen klaren Anfang sowie ein ebensolches Ende hat und die man nur des Lohnes wegen verrichtet. Einzufordern ist ferner, sich nicht dauernd von irgendwelchen Kommunikationsspielchen oder angeblich motivationssteigernden Besinnungsübungen, die schlimmstenfalls rund um die Uhr laufen, belästigen lassen zu müssen.
Schließlich ist es unter den gegebenen Verhältnissen nur die Kombination von ausreichend Geld und dem Streben nach Vergnügen, Liebe, Kunst und Kritik nach Feierabend, die einen zuweilen dazu befähigt, gegen die gemeinschaftlichen Vereinnahmungen resistent zu bleiben und die Zuweisung eines Platzes im Chor der individualistischen Dank- und Schönredner des postmodernen Hamsterrads dankend abzulehnen. Die so verstandene Drecksarbeit ist allemal erträglicher und weniger deformierend als es die ideologischen Formen des Geldverdienens im akademischen, journalistischen oder sonst wie gesinnungsproduzierenden Gewerbe sind, in dem die Zurichtung der grenzenlos Engagierten besonders reibungslos funktioniert.