Eine 132 Jahre alte Karikatur â immer aktueller.

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Wahnsinn entsteht aus Wahnsinn und erschafft immer neuen Wahnsinn.
Otto Morr
Wir beginnen unsere kleine Geschichte des Kolonialismus mit einem Blick auf die Zeit bevor Europa den Rest der Welt kolonialisierte.
Wenn euch gefĂ€llt was wir tun, könnt ihr uns unterstĂŒtzen indem ihr uns folgt, teilt oder ĂŒber kofi mit einer kleinen Spende: http://ko-fi.com/linketheorie
Weiterlesen: Hickel: The Divide. Engels: Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Galeano: Die offenen Adern Lateinamerikas. Pomeranz: The Great Divergence. Rodney: How Europe Underdeveloped Africa. Steckel/Rose: The Backbone of History. Widerquist/McCall: Prehistoric Myths in Modern Political Philosophy.
BĂŒrgerliche Demokratie & Kapitalismus â
Unsere bĂŒrgerliche Demokratie ist eine Farce. Wir dĂŒrfen zwar alle 4 Jahre ein Kreuz machen. Doch reicht das? Der Bundestag ist zu einem groĂen Teil gekauft. Der starke Einfluss vom Kapital auf Politik & Wissenschaft durch Lobbyismus ist nicht von der Hand zu weisen. Ein GroĂteil der Bevölkerung gehört zu einer ausgebeuteten Klasse. Menschen gehen ĂŒber 40 Jahre lang fĂŒr Chef seine Tasche malochen, zahlen 30-40% ihres Einkommens fĂŒr die Miete und werden dann noch von Linksliberalen dafĂŒr diffamiert, wenn sie zu Billigfleisch greifen. Und in der Rente reicht das Geld dann kaum zum Ăberleben, an gesellschaftliche Teilhabe gar nicht zu denken. Und das soll unsere glorreiche Demokratie sein? Die Polizei ist die verlĂ€ngerte Hand von Staat & Kapital und hat deshalb einen starken Hang zu faschistischen Methoden. Es werden nicht die Interessen und WĂŒnsche der Mehrheit durchgesetzt. Und falls doch, dann nur um die Arbeiter:innenklasse mit Almosen abzuspeisen, um gefĂ€hrliche Proteste zu verhindern. Die Polizei ist weder Freund noch Helfer, sondern Feind. Am Ende sind es immer die Prekarisierten (vor allem Frauen & Kinder), die die Gelackmeierten sind. Dann heiĂt es wieder fĂŒr sie sei kein Geld da. Doch selbstverstĂ€ndlich ist genĂŒgend Geld da. Nur eben in den falschen HĂ€nden. Die Bundesregierung soll mir nie wieder erzĂ€hlen bei Investitionen in Bildung oder Kultur mĂŒsste gespart werden, wenn sogar Mitten in einer Pandemie zwei Mrd ⏠fĂŒr Eurofighter, also fĂŒr Krieg, ausgegeben werden können. Kaum ein Mensch befĂŒrwortet die (steigenden) RĂŒstungsausgaben oder die Waffenexporte und trotzdem passiert es. Drohnenkriege, die von Deutschland aus gesteuert werden, auch die will niemand. Oder KrankenhĂ€user die privatisiert und kaputt gespart werden, was den Menschen schadet. Wo ist da die Demokratie? In der Schule wurde uns stets die MĂ€r der deutschen Demokratie und der Meinungsfreiheit eingeblĂ€ut, wie toll unsere bĂŒrgerlichen Errungenschaften doch seien. Und alle haben es geschluckt. Man erzĂ€hlte uns, um die Welt zu retten mĂŒssten wir alle nur unseren eigenen Konsum reduzieren und uns mehr in Verzicht ĂŒben. Weniger dies, weniger das. Das Narrativ war immer das selbe. "Wenn du nicht damit einverstanden bist wie etwas produziert wird, dann sollest du es nicht kaufen, sofern du an den ZustĂ€nden etwas Ă€ndern willst. Denn du als Konsument hast das in der Hand." Im Prinzip ist das eine LĂŒge, wenn dabei unerwĂ€hnt bleibt, das man als Konsument in der RealitĂ€t kaum die Wahl hat. GroĂkonzerne vergiften aus Profitgier unsere Umwelt und beuten Arbeiter:innen aus, aber am Ende sollen wir dann wieder sparen und zurĂŒckstecken. Hinzu kommt das sehr einseitige Bild der DDR was in der Schule gezeichnet wurde. Im Unterricht wurde im Kontext von Kommunismus und Sozialismus immer alles total schlecht und verachtenswert dargestellt. Nie gab es eine vernĂŒnftige solidarisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Sozialismus. So konserviert man ĂŒber viele Generationen ein negatives Bild von Ostdeutschland, was völlig unverdient ist. Nur wer es wagt wird sehen, dass der Osten weitaus schöner ist als sein Image. Wie wĂ€re denn zum Beispiel ein SchĂŒler:innenaustausch oder ein Besuch nach Sachsen anstatt in die USA. Schule ist die Grundlage fĂŒr das spĂ€tere Leben der Kinder. Und wenn uns immer eingetrichtert wird, dass wir einfach nur mehr sparen und verzichten mĂŒssen und bloĂ keine Gewalt anwenden sollen, da man nur mit Worten Probleme lösen kann. Da wundert es nicht, dass der Zustand der Welt sich nicht zum Besseren wendet. Die Befreiung der Menschen kann es nur geben, wenn das kapitalistische System gĂ€nzlich zerstört und ausgemerzt wird. Denn so lange das Wirtschaftssystem auf Ausbeutung von Natur und Mensch und auf endlosem Wachstum beruht, kann es keine Freiheit geben. AuĂer natĂŒrlich fĂŒr einen sehr kleinen Teil der Menschen, die der ausbeutenden Klasse zuzuordnen sind. Wir sind von multiplen Krisen bedroht. Es ist bereits noch spĂ€ter als fĂŒnf vor 12. Wir haben keine Zeit mehr fĂŒr "das kleinere Ăbel", eine geringfĂŒgige Erhöhung des Mindestlohns oder PlastiktĂŒtenverbot. Das ist alles schön & gut aber die Zeit rennt uns davon. FĂŒr winzige Verbesserung im Detail ist die Zeit einfach zu knapp. Umfangreiche, notwendige VerĂ€nderungen können nur dann gelingen, wenn alle progressiven KrĂ€fte sich radikalisieren und gemeinsam kĂ€mpfen. Gegen Kapitalismus, gegen Faschismus, gegen  das Patriarchat, gegen Umweltzerstörung. Voraussetzung dafĂŒr ist eine breite Front aus Arbeiter:innen, Gewerkschaften, Fridays for Future, BLM, Mieterbewegung, etc. Die ewige Spalterei und der Widerstand der Kapitalistenklasse, die natĂŒrlich ihre Macht und ihr Geld nicht abgeben möchte, ist es was uns von der Möglichkeit auf eine bessere, gerechtere Welt trennt. Doch den Kopf in den Sand stecken und zu resignieren ist nicht die Lösung. Denn dazu ist die Lebensgrundlage unseres Planeten einfach zu wichtig. AuĂerdem wĂ€re es schade, wenn die Menschheit so zu Grunde ginge. Und man muss sich klarmachen: Der Kapitalismus ist NICHT der Naturzustand der Erde. Wir mĂŒssen aufhören nur innerhalb der Grenzen des Systems zu denken. Denn vieles ist möglich. Der Kapitalismus ist keineswegs alternativlos. Jetzt schon gibt es anderswo auf der Welt Beispiele, wie eine gerechte und freie Gesellschaft mit nachhaltiger Wirtschaft und emanzipierten Frauen funktionieren kann (zum Beispiel die kurdischen Revolution in Rojava, Nordsyrien). Und noch ist es nicht zu spĂ€t. Noch wurde kein Kipppunkt ĂŒberschritten, ab dem es kein ZurĂŒck mehr gĂ€be. Wir haben es alle gemeinsam in der Hand. Pessimismus des Verstandes - Optimismus des Willens! Amore Anarchia Autonomia! â

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So bleibt die grundlegende Frage der politischen Philosophie immer noch jene, die Spinoza zu stellen wusste (und die Reich wiederentdeckt hat): Warum kĂ€mpfen die Menschen fĂŒr ihre Knechtschaft, als ginge es um ihr Heil? [...] Warum ertragen Menschen seit Jahrhunderten Ausbeutung, Erniedrigung, Sklaverei und zwar in der Weise, dass sie solches nicht nur fĂŒr die anderen wollen, sondern auch fĂŒr sich selbst?
Gilles Deleuze & Felix Guattari:Â âAnti-Ădipusâ, S.39
Folgender Text hat uns erreicht, wurde also nicht von Personen aus unserer Gruppe verfasst. Wir finden ihn richtig und wichtig und teilen ihn deswegen hier.
Ich werde die Polizei immer hassen, weil sie, neben dem MilitĂ€r, ein ausfĂŒhrendes Organ des Staates, des Kapitals, der UnterdrĂŒckung und der Diskriminierung ist und immer sein wird. Mir ist klar, dass cops alles Menschen sind, die innerhalb eines korrupten Systems einen Job machen, um ihr komfortables Weiterleben zu gewĂ€hrleisten; jedoch ist die Arbeit der ausfĂŒhrenden Staatsgewalt genau das, was bereits im Namen drinsteckt: Gewalt. Wenn sich ein Mensch dazu entschlieĂt zur Polizei oder zum MilitĂ€r zu gehen, gibt die Person das Prinzip einer friedvollen Lebensweise auf. Genau wie die Ausbildung zum Schlachtenden, und die darauf folgende TĂ€tigkeit als solche, nichts mit Freiheit, Respekt oder Liebe zu tun hat, da diese Art der "Arbeit" grundsĂ€tzlich auf Ausbeutung, Gewalt und toxischer Hierarchie beruht. Nun hasse ich nicht dirket diese Menschen persönlich (da mir auch absolut bewusst ist, dass Hass weder ein progressives, noch ein nachhaltiges GefĂŒhl ist), sondern deren Entscheidung sich oben genannten existenz-verachtenden Werten und Taten sichtlich ohne Bedenken, EinwĂ€nde oder Hinterfragen zu unterstellen und Folge zu leisten. Selbst wenn die Individuen hinter den Institutionen Polizei & MilitĂ€r wahrscheinlich garnichtmal so scheiĂe sind, so ist das, wofĂŒr sie stehen und wonach sie handeln in meinen Augen im höchsten MaĂe lebensverachtend und grausam; und somit von ganzem Herzen abzulehnen, verabscheuungswĂŒrdig und -ja- hassenswert. - VHS
Wir haben uns den Erfolg erarbeitet und die andren den Hunger.
Yukno - Tomorrowland