Ein Netzpiloten Tumblr zum Live Blogging von Events und zur Dokumentation von all dem, was uns sonst noch so in unserem mobilen Redaktionsalltag passiert. KernstĂŒck unserer publizistischen Arbeit ist und bleibt unsere Website Netzpiloten.de. 28.-30.09. â SFO:BoxWorks 2015 07.10. â PAR:Lady Pitch Night 2015 03.-05.11. â DUB:Web Summit 2015 11.-13.11. â MIL:Coworking Europe Conference 2015
Scoopcamp 2015: Thomas Wallner stellt Deep 360 vor
Der Produzent, Spieledesigner und Regisseur Thomas Wallner von DEEP inc., zeigt auf dem Scoopcamp 2015 den zahlreichen Zuschauern, wie man Dokumentationen lebensecht darstellen kann.
Mit der beeindruckenden 360°- Dokumentation âThe Polar Seaâ, fĂŒhrte Thomas Wallner die Zuschauer in seinen spannenden Vortrag ein. Seine Dokumentation ist die weltweit erste 360°- Doku, die in der Arktis gedreht wurde. In seinem Vortrag erklĂ€rt er, dass es vor allem wichtig ist, nicht nur Eisberge zu sehen, sondern das GefĂŒhl zu haben, mittendrin zu sein und Einblicke zu bekommen, die man sonst nicht erhĂ€lt.Â
Mit der sogenannten Virtual Reality-Brille sieht man nicht nur einen Film â man spielt quasi mit. Bei einem Test, den er seinem Publikum vorgestellt hat, zeigten die Nutzer, die diese Brille ausprobiert haben, ganz eindeutige Reaktionen. Mit einem LĂ€cheln, nahmen sie die Brille ab. Und darauf kommt es Thomas Wallner an. Dass die Leute fasziniert sind von dem, was sie sehen, auch wenn man nach unten blickt und merkt, dass man gar keinen Körper hat.
Spannend ist vor allem, dass die meisten Tester versuchen, nach etwas zu greifen und den Leuten zu winken, die sie in der Virtual Reality sehen. Unser Gehirn empfindet die virtuelle Welt, in der man sich befindet, als real und so fĂŒhrt das den Menschen zu merkwĂŒrdigen Reaktionen.Â
Journalisten nutzen diese Form immer mehr und 360° Kameras werden ebenfalls vermehrt eingesetzt. Das GefĂŒhl, sich in Krisengebieten zu befinden und beinahe hautnah dabei zu sein, vermittelt ein unvergleichbares GefĂŒhl und setzt verschiedene Emotionen im Zuschauer frei. Der Mensch ist quasi der Protagonist in einem Film.
Allerdings gibt es auch diverse Probleme, die es noch zu lösen gilt. Alleine der finanzielle Aspekt spielt eine groĂe Rolle, da die Produktionen nicht nur aufwendig sondern auch teuer sind.
Die Frage, ob es irgendwann alle Dokumentation in der 360° Version geben wird, verneinte Thomas Wallner allerdings. Dennoch war er der Meinung, dass es in Zukunft in jedem Fall mehr werden wird.
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Scoopcamp15: Natalia Antelava ĂŒber die Web-Plattform Coda Story
Natalia Antelava ist die MitgrĂŒnderin der Web-Plattform Coda Story, welche sie im Rahmen ihres Vortrags beim Scoopcamp 2015 genauer vorstellt.
Zu Beginn ihrer Karriere war Natalia Antelava freiberuflich in Westafrika unterwegs und ist seitdem fĂŒr den BBC als Korrespondent im Kaukasus, Zentralasien, dem Mittleren Osten, Washington DC und Indien tĂ€tig. AuĂerdem arbeitete sie schon fĂŒr den Guardian, das Forbes Magazin, die Washington Post und den New Yorker und wurde zudem fĂŒr einen News & Documentary Emmy nominiert. Â
Antelava beginnt ihren Vortrag zu ihrem Startup Coda Story, zunĂ€chst mit einer Geschichte aus vergangener Zeit beim BBC. 2008 war sie fĂŒr die BBC in Myanmar tĂ€tig, um ĂŒber den Zyklon Nargis zu berichten, der zu der Zeit groĂen Schaden und VerwĂŒstung im Land hinterlieĂ. WĂ€hrend den Berichterstattungen stellte sie sich die Frage, warum man die Dinge nicht in einem gröĂeren Kontext sieht. Der Journalismus wie wir ihn kennen, ist nicht fĂŒr Fortsetzungen designt. Man lieĂt eine Zeitung und legt sie im Anschluss auf den Altpapier-Stapel, man guckt sich eine Sendung im Fernsehen an und sobald diese vorbei ist, war es das.  Â
Mit ihrer Web-Plattform Coda-Story möchte sie dagegen vorgehen. Laut Antelava können wir die Dinge im digitalen Zeitalter von Grund auf anders machen. Coda liefert ausfĂŒhrliche Analysen zu Krisenthemen, verzichtet dabei aber auf Breaking News, sondern bleibt einer Story langfristiger treu. Eine neue Art, Krisen und komplexe Themen journalistisch zu erfassen und in seine Einzelteile zu zerlegen. So wird jede Krise in etwa ein Jahr lang abgedeckt.
Letztes Jahr gewann Coda Story bereits beim Global Editors Network annual summit im Wettbewerb âBest Startups for Newsâ.
Ein sehr schöner Vortrag und ein interessantes Projekt fĂŒr alle, die ebenfalls der Meinung sind, dass die Medien bei den Berichterstattungen zu viele Fragen offen lassen. Bleibt noch abzuwarten, ob sich das Prinzip durchsetzt und vielleicht sogar die Zukunft des Journalismus im digitalen Zeitalter, ein StĂŒck weit mit revolutionieren kann.
BoxWorks: Box will sich als Plattform fĂŒr digitale GeschĂ€ftsmodelle aufstellen
Die diesjĂ€hrige BoxWorks wirkte fast wie nur ein weiterer Höhepunkte des Unternehmens, das bereits mit dem letzten Quartalsbericht mehrere Erfolge meldete. âWir haben ein weiteres starkes Quartal abgeliefert, mit einem Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr von 43 Prozent und 45 Prozent mehr Rechnungen aufgrund der wachsenden Kundenbasisâ, erklĂ€rte Box-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Aaron Levie. In seiner Keynote nannte Levie weitere Zahlen: ĂŒber 40 Millionen Menschen nutzen die Cloud-Plattform und mehr als 50.000 Unternehmen aus 72 LĂ€ndern sind inzwischen Kunden.
Die wirtschaftliche Entwicklung will Box nutzen, um in neue Produkte rund um die eigene Plattform zu investieren. Auf der BoxWorks prÀsentierte das Unternehmen einige der neuen Innovationen, die vor allem den Box-Kunden helfen, ihre GeschÀfte zu digitalisieren. Wie zum Beispiel die iOS-App Capture, mit der Kunde schnell Fotos teilen und Sammlungen an Fotos organisieren können. Und einen neuer HD Video Player in Box, sowie die optimierte Darstellung von medizinischen Bildern und 3D-Interaktionen.
Box geht auch seinen Weg als mit anderen Plattformen interagierender Cloud-Dienst konsequent weiter. Die Zusammenarbeit mit Microsoft Office Online wurde intensiviert (auch durch das Abwerben von Fachpersonal), genauso wie mit der Adobe Document Cloud und Diensten wie Autodesk A360 und DocuSign. Jeetu Patel, fĂŒr die Unternehmensstrategie und Box als Plattform verantwortlich, erklĂ€rte, dass Box die Grundlage fĂŒr die digitalen GeschĂ€ftsmodelle anderer Unternehmen sein will. Jedes Unternehmen, dass auf Content in der Cloud basiert, kann mit Box als Plattform rechnen. Box Platform startet im Oktober.
Zach Watson bezeichnete die BoxWorks vor Kurzem als âgröĂte Cloud-Konferenz der Weltâ. Nach einem Vormittag auf der Konferenz ist mir auch vollkommen klar wieso. Eröffnet wurde die BoxWorks mit einem Fireside Chat zwischen Box-MitgrĂŒnder und heutigem GeschĂ€ftsfĂŒhrer Aaron Levie und Apple-Chef Tim Cook, der mit seinem jĂŒngsten Erfolg â 13 Millionen verkaufte iPhones in nur drei Tagen â angekĂŒndigt wurde.Â
Tim Cook ist nicht oft auf solchen Events zu sehen (angeblich ist er mit Levie befreundet), weshalb das Publikum seine Anwesenheit zu schĂ€tzen wusste. Schon anderthalb Stunden vor der Session bildeten sich Menschenschlangen an den ZugĂ€ngen zur Halle im Moscone Center. Den Apple-Chef wollte niemand verpassen. Morgen werden Cisco-Vorstandsmitglied John Chambers, sowie der Pixar-MitgrĂŒnder und heutige Disney-PrĂ€sident Ed Catmull, wohl ein Ă€hnliches Interesse auslösen.
Und diese drei BranchengröĂen sind nur die bekanntesten GĂ€ste einer Veranstaltung, die erst zum fĂŒnften Mal stattfindet, von einem Unternehmen, das gerade einmal zehn Jahre alt ist. Dazu kommen weitere Weltfirmen, die ihre fĂŒhrenden Manager geschickt haben. Der Grund dafĂŒr liegt zum einen in der Entwicklung von Box, aber auch in der Bedeutung der Cloud fĂŒr die heutige Wirtschaftswelt. Watson hat schon Recht mit seiner Aussage, Box hat mit der BoxWorks die wohl gröĂte Cloud-Konferenz der Welt gegrĂŒndet.
Heute und morgen werde ich von der Veranstaltung in San Francisco berichten, sowohl auf Twitter als auch hier. Im Anschluss wird es dann Artikel ĂŒber die Themen der BoxWorks wie gewohnt auf Netzpiloten.de geben.
Auf dem Reeperbahn Festival 2015, wurde ĂŒber die fehlende Vielfalt im Radio stark diskutiert.
Aus den Top 100 Airplaycharts wurden 2014, nur drei Songs von unabhĂ€ngigen Musikunternehmen veröffentlicht. Beim Anteil der Musik von aufstrebenden KĂŒnstlern, sieht das ganz Ă€hnlich aus. Die Frage ist, woran das wohl liegt?
Streaming-Portale wachsen immer schneller und die Anzahl von Radiohörern nimmt deutlich ab. Die Meinungen waren bei dieser Diskussion sehr geteilt.Â
Eine der Meinungen war beispielsweise, dass das Label, von der ein Titel stammt, nicht der wichtigste Aspekt ist. Wichtig sei vor allem, dass gespielt wird, was der Nutzer hören möchte und was ihm am besten gefĂ€llt. Radiosender mĂŒssen Bereitschaft zeigen, sich mit neuen Dingen auseinander zu setzen.Â
Von anderen Seiten war jedoch zu hören, dass es nicht immer nur um die Musik ginge, sondern auch um den informellen oder kulturellen Anteil in einem Sender. AuĂerdem mĂŒsse man Kinder und Jugendliche deutlich von einander differenzieren, denn bei ihnen gehen die Interessen ebenfalls weit auseinander.Â
Die Vielfalt an Theater, Klassik und Oper hat zwar stark abgenommen aber sie sind zu manchen Teilen immer noch erwĂŒnscht. Nicht nur die Ă€lteren Leute legen Wert auf gute Bildung und Informationen, sondern auch die jĂŒngere Generation hat einen Bedarf an kulturellem Input.Â
Weiterhin hieĂ es, dass so gesehen jeder sein eigener Musikchef ist, denn man hört, was man will. Aber wenn immer alle nur das Gleiche spielen und keinerlei Abwechslung bieten, dann wird es schnell langweilig und vor allem uninteressant - diese Aussage erntete den gröĂten Applaus.Â
Dass die Leute keine Auswahl im deutschen Radio haben, wurde oft zur Sprache gebracht und es wurde erkannt, dass die LĂŒcke, die im deutschen Radio herrscht, gefĂŒllt werden muss - und das mit intelligentem Radio.Â
Im Hinblick auf die Frage, ob Hörer ĂŒberhaupt eine Chance haben, ihre WĂŒnsche frei zu Ă€uĂern, wurde mit dem Stichpunkt âSocial Mediaâ beantwortet. Soziale Netzwerke ermöglichen inzwischen auch den Einzelnen zu hören, auch wenn es immer noch schwierig ist durchzudringen.Â
Am Ende der Veranstaltung blieb die eigentliche Diskussion ĂŒber den Titel âAlles nur geklautâ eher unberĂŒhrt, da es viele Themen und Aspekte gab, ĂŒber die gesprochen wurde. Und dennoch bleibt zu sagen, dass dieses Panel aufregend und spannend war.
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Um die Frage zu klÀren, wie das Shopping von morgen aussieht, hat Claude Nahon von Mood Media, ein paar sehr interessante AnsÀtze geliefert.
Dass online und offline AbsatzkanĂ€le nahtlos ineinander ĂŒbergehen werden, steht fĂŒr Claude Nahon auĂer Frage. Im Hinblick darauf, welchen nĂ€chsten Schritt Marken in Zukunft machen werden, um eine emotionale Bindung zum Kunden zu schaffen, hat Claude drei goldene Regeln aufgestellt:Â
1.  SchĂ€tze die Zeit des Kunden - Marken wollen ihren Kunden wertvolle Zeit beim Shoppen schenken, denn die Zeit ist ein wertvolles Gut. Laut Claude besteht nĂ€mlich heutzutage kaum noch groĂartig Toleranz fĂŒr unnötiges Warten.Â
2. Liefere deinem Kunden zusĂ€tzlichen Nutzen - Gib dem Kunden mehr, als er braucht, denn die Kleinigkeiten machen das Shoppingerlebnis aus. Mit freiem WLAN, der Möglichkeit 24 Stunden am Tag zu shoppen oder Produkte virtuell zu probieren, dĂŒrfte wohl jeden Kunden begeistern.Â
3. BeschĂ€ftige Kunden wĂ€hrend des Erlebnisses - Sind erst einmal die Sinne, sei es durch Musik oder visuelle Darbietungen, stimuliert, hat der Kunde eine sinnvolle BeschĂ€ftigung, um auch hier beispielsweise Wartezeiten zu verkĂŒrzen.Â
AnschlieĂend ging Claude sehr detailliert auf die einzelnen einsetzbaren Effekte ein, die unsere Sinne auf eine schöne Art und Weise benebeln.Â
Musik: Sie affektiert den Kunden und dass Musik eine ganz besondere Wirkung auf uns Menschen hat, wissen wir wohl alle - aber auch Marken wissen das. Mit relaxenden oder fröhlichen KlĂ€ngen, wecken sie in ihnen Erinnerungen und beeinflussen ihre Psyche und somit auch den Einkauf.Â
GerĂŒche: Sie dienen ebenfalls einer guten Stimmung - auch hier werden Erinnerungen im Kunden wach gerufen oder sie sorgen dafĂŒr, dass sie sich einfach nur gut fĂŒhlen.Â
Visuell: Mit visuellen EindrĂŒcken können Kunden ebenfalls gewonnen werden. Auch mit ihnen kann eine ganz angenehme AtmosphĂ€re geschaffen und  ebenfalls lĂ€stige Wartezeiten ĂŒberbrĂŒckt werden.Â
Aber auch die Technologie sollten sich Marken zunutze machen, denn mit ihr kann man den Kunden ganz besonders beeindrucken. Ein Virtual-Reallity-Erlebnis, kann nĂ€mlich ganz schön spannend sein, wenn man schon lange warten muss.Â
Als best practice nannte Claude Nohan die Firma Nespresso. Mit seiner einladenden Aufmachung (sowohl online als auch vor Ort) und leckeren Kaffeeproben manövriert es sich, genauso wie Hollister, nach ganz oben.Â
Reeperbahn Festival 2015: Chris Barton: How Shazam Connects Users with Bands & Brands
So ziemlich jedem ist Shazam ein Begriff. Die App zum identifizieren von Songs ist schon seit den AnfĂ€ngen des Smartphones vertreten, allerdings ist Shazam auch eine Plattform, die Bands mit Fans zusammenfĂŒhrt und Radio- und Printwerbung mit zusĂ€tzlichen Inhalten auf dem Smartphone versieht.
Der MitbegrĂŒnder von Shazam Chris Barton, berichtet im Rahmen seiner Session beim Reeperbahn Festival ĂŒber die UrsprĂŒnge von Shazam, wie der Dienst funktioniert und wie Shazam Brands und Bands unterstĂŒtzt.
Barton beginnt mit allgemeinen Zahlen zum Unternehmen wie die Anzahl an Nutzern (100 Millionen aktive Nutzer) und den Marktwert (etwa eine Millionen Dollar). Im Anschluss kommt er zu der Funktionsweise von Shazam. Dazu zeigt er eine Werbung in Kooperation mit Coca Cola, bei der gezeigt wird, wie Shazam in Produkte integriert wird. Somit lÀsst sich per Shazam eine virtuelle Cola auf das Smartphone-Display zaubern, die sich dann auch leeren lÀsst.
Nachdem Barton aufgefĂŒhrt hat, wie Shazam mit Brands verbunden ist, kommt er nun zu den Bands . Dazu zeigt er eine Liste mit KĂŒnstlern die bereits âshazamedâ wurden (die aktuelle Bezeichnung fĂŒrs taggen), wie jeder KĂŒnstler eine eigene Artist-Seite erhĂ€lt und die Möglichkeit hat, selbst seine shazams zu veröffentlichen. Weiter zeigt er wie Shazam KĂŒnstlern dazu verhelfen kann Touren zu planen, indem durch den Dienst in Erfahrung gebracht werden kann, in welchen StĂ€dten es besonders positive Resonanz gibt. AuĂerdem wird an dem Beispiel von Alex Care gezeigt, wie Shazam dabei geholfen hat, nach anfĂ€nglichen Schwierigkeiten sein Album zu promoten.
Zum Abschluss wurden von dem Moderator Slaven Marinovic und aus Publikum noch paar Fragen gestellt. Â
Eine nette schön prÀsentierte Session, allerdings vom Inhalt nicht viel mehr als eine ProduktprÀsentation von Shazam, was den meisten inhaltlich ohnehin schon im Vorfeld klar war.
Wer noch mehr ĂŒber Chris Barton und Shazam erfahren möchte, kann hier das Interview mit Tobias Schwarz fĂŒr die Netzpiloten nachlesen.  Â
Reeperbahn Festival 2015: Die Zukunft der Medien fĂŒr klassische Musik
Heutzutage verlieren Printmagazine fĂŒr Klassische Musik immer mehr an Auflage und der öffentlich-rechtliche Rundfunk fĂ€hrt seine Klassik-Formate ebenfalls zurĂŒck. Im Rahmen der Reeperbahn-Festival Session, diskutiert das Panel um Moderator Gideon Gottfried ĂŒber die Zukunft der Medien fĂŒr Klassische Musik.
Zu Beginn wird das Panel kurz vorgestellt. Dieses setzt sich zusammen aus Torsten GroĂ, Chefredakteur der SPEX, Carsten Hinrichs Chefredakteur des Klassik- und Jazzmagazins RONDO, Mischa Kreiskott Moderator bei NDR Kultur und Hartmut Welscher Chefredakteur des digitalen Magazins VAN. Â Â
Angeregt diskutieren die Panel-Teilnehmer ĂŒber die Rolle der klassischen Musik heutzutage und mit welchen Strategien man Klassik neue Plattformen bieten kann und neue Zielgruppen  erschlieĂen kann. In kleiner Runde wird in gemĂŒtlicher AtmosphĂ€re angeregt diskutiert und die jeweilige Sichtweise preisgegeben.
Eines haben alle Vier aber gemeinsam: Sie möchten Klassik einem gröĂeren Publikum zugĂ€nglich machen ( vor allem jĂŒngere Leute) und die Neugier in ihnen wecken.
Reeperbahn Festival 2015: Digital & Famous - Showcase mit Europas spannendsten Musikbloggern
Bei der Session Digital & Famous stellen vier europÀische Musikblogger ihre Arbeiten vor. Dabei erzÀhlen sie aber nicht nur von beruflichen Dingen, sondern schildern ihren individuellen Weg ins MusikgeschÀft.
FĂŒr den Musikjournalismus hat das Internet einige interessante und spannende Formate hervorgebracht. Beim diesjĂ€hrigen Reeperbahn Festival werden die Besten aus Europa fĂŒr eine rasante Vorstellungsrunde auf die BĂŒhne geholt.
Den Anfang macht dabei die digitale Musikplattform Nordic Playlist. Diese bietet den Nutzern eine Route zur Entdeckung von Musik, durch kuratierte Playlisten, die eigenstĂ€ndig von den eigenen Lieblings-KĂŒnstlern und Trendsettern gewĂ€hlt wurden. Dabei gibt es diverse Sektionen wie natĂŒrlich nordische Musik, Elektro, oder Pop. Live Events werden ebenfalls organisiert.  Â
Als nĂ€chstes erzĂ€hlt Matthew Young von Song, by Toad seine Geschichte und fasst praktisch seine letzten zehn Arbeitsjahre zusammen. Bei Song, by Toad handelt es sich um ein independent Plattenlabel und Musikblog mit Sitz in Edinburgh Schottland. Angefangen hat alles mit einem Musikblog, lange bevor Social Media existierte. Nach dem Blog ging es weiter mit Interviews gefolgt von den ersten Sessions. GegrĂŒndet wurde das Label im Jahr 2008 und seitdem wurden eine Reihe von bejubelten Alben veröffentlicht von KĂŒnstlern wie Meursault, Rob St John und Sparrow and the Workshop.  Â
Im Anschluss kam Katrin von In Bed With zu Wort. Im Rahmen ihres Video-Blogs schlĂŒpfen KĂŒnstler in Pyjamas und performen unplugged aus dem Bett heraus. Ab und zu wird dabei auch ein Interview gefĂŒhrt. Das Projekt startete vor rund 6 Jahren, dabei war die Intention, eine intime AtmosphĂ€re mit dem KĂŒnstler zu schaffen. Ohne Sex-Talk! Meistens wird die Session dabei direkt  dort aufgenommen, wo der jeweilige KĂŒnstler schlĂ€ft, meistens also in einem Hotelzimmer. Der Titel ist ĂŒbrigens inspiriert von in Bed with Madonna.  Â
Den Abschluss machen die Hamburger KĂŒchensessions. Seit 2010 werden regelmĂ€Ăig KĂŒnstler in die heimische KĂŒche zu einer Session eingeladen. Die Liste der ĂŒber 160 GĂ€ste lieĂt sich dabei wie das Who is Who der deutschen Songwriter-Szene. So sind neben internationalen Artists, KĂŒnstler wie Bela B und Olli Schulz mit von der Partie. Mit der Zeit entstand daraus sogar ein Label, sowie ein eigenes Festival, das KĂŒchensession-Festival.
Ein Jahrhundert nach der Industrialisierung, kommt eine erneute Welle auf uns zu. Das vernetzte, digitale Zeitalter, mit wachsenden Daten und die daraus folgende Daten-Ăberflutung und radikaler Transparenz, hat uns eingeholt. Tim Leberecht hat in seinem unterhaltsamen Vortrag einen Einblick gegeben, was das fĂŒr uns heiĂt.
âWir brauchen eine neue romantische Bewegungâ. Denn allmĂ€hlich scheidet sich Business von der Menschlichkeit. Die heranwachsenden Technologien, machen es schwieriger menschlich zu bleiben. Tim Leberecht meint, dass alles viel einfacher wĂ€re, wĂŒrden wir doch unserer romantischen Ader gegenĂŒber etwas aufgeschlossener sein. DafĂŒr hat er drei einfache Regeln aufgestellt und diese seinem breiten Publikum vorgestellt:Â
1. Finde das GroĂe im Kleinen
2. Behalte das Geheimnisvolle
3. Leide (ein bisschen)
Nachdem er die drei Regeln ausfĂŒhrlich und unterhaltend erklĂ€rt hat, ging Tim auf die Sicht des Kunden genauer ein. Denn gerade fĂŒr den Kunden sollte man seine einfĂŒhlsame und vor allem romantische Art beibehalten, denn der Kunde merkt sich zwar nicht, was oder wie ihm etwas gesagt wurde - aber er erinnert sich an das GefĂŒhl, was es in ihm ausgelöst hat.Â
Wir Menschen sind, laut Tim Leberecht, nicht romantisch genug, denn dabei ist der Mix, aus EinfĂŒhlungsvermögen, IntimitĂ€t und Abenteuerlichkeit, das, was die Romantik ausmacht.Â
âDie Momente, in denen wir die Kontrolle verlieren, sind die Momente, in denen wir uns verliebenâ - damit hat Tim Leberecht nicht ganz unrecht.
AbschlieĂend gab er den Zuhörern das Zitat: âUm anzufangen - fang an!â - von William Wordsworth mit auf den Weg.Â
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Wie sieht die Zukunft der Musikwirtschaft aus und was hat es eigentlich mit den Metadaten auf sich? Um diese und einige andere Fragen zu klĂ€ren, haben sich Ollie Buckwell, Bill Wilson und Nathan Brenner zusammen getan, um darĂŒber zu diskutieren und ihre Erfahrungen auszutauschen.
Nachdem alle Sprecher vorgestellt wurden und Bill Wilson als wohl wichtigste Person im Musikbusiness betitelt wurde, ging es dann los.Â
Um am Anfang einmal zu klĂ€ren, was Metadaten eigentlich sind: Sie identifizieren einen Song. Sie sind die Informationen, die sich hinter einer Aufnahme verstecken. Und auch die Frage, welche Musik bezogenen Daten es ĂŒberhaupt gibt, konnte schnell beantwortet werden. Der KĂŒnstler, der Preis, das Foto etc. Sie alle sind wichtige Metadaten, die zum Song dazu gehören. Und das zeugt natĂŒrlich auch von einer extremen Wichtigkeit fĂŒr die Musikindustrie.Â
Die meisten Konsumenten wissen nicht, was alles hinter so einer Produktion beziehungsweise einem fertigen Song steckt und da entpuppt sich schon eines der groĂen Probleme der Musikbranche. Laut der Aussage, die in den Raum geworfen wurde, kauft der Kunde nur, was ihm gefĂ€llt und selbstverstĂ€ndlich nicht den Song, weil da besonders viel Arbeit hintersteckt. Dass der Kunde auch fĂŒr alle weiteren Kosten hinter dem Song bezahlt, blendet dieser oft aus.
Der Fotograf, zum Beispiel, der das Cover fĂŒr das neue Album geschossen hat, wird leider ebenfalls oft ausgeblendet. Die Konsumenten sehen eben immer nur den KĂŒnstler - nicht den Fotografen fĂŒr dessen Foto. Das bezieht sich nicht nur auf Fotos, sondern auch auf die Arbeit, die das Unternehmen fĂŒr die Aufnahme hat.Â
Der schwierige Teil, die Metadaten mit sich bringen ist, dass man diese nur schwer oder gar nicht rĂŒckgĂ€ngig machen kann. Sind sie einmal drauĂen, dann bleiben sie oft und die Ănderungen bedĂŒrfen einer Menge Aufwand.
Ein weiteres Problem kann auĂerdem die stetig wachsende Technologie sein. Aber nur, wenn man diese nicht im Auge behĂ€lt. Wichtig ist, mit der digitalen Welt mit zu wachsen und ihr eine Chance zu geben - sonst hat man, vor allem im Musikbusiness, schnell verloren.
AbschlieĂend kann man jedoch sagen, dass das eigentliche Geld und die eigentliche Arbeit sich oft hinter einem Song verbergen.
NEXT GOES REEPERBAHN FESTIVAL und wir Netzpiloten gehen mit. \o/ Heute Abend sind unsere Autoren Jenny Eilitz und Patrick Kiurina beim Startup-Pitch auf dem Reeperbahn-Festival und die nÀchsten beiden Tage dann auf Sessions der Digitalkonferenz und der NEXT.
Zum Schluss erzĂ€hlen die Redner Ole ReiĂmann und Hakan Tanriverdi darĂŒber, wie ĂŒber die Jahre  in Hollywood ĂŒber Hacker berichtet wurde. Dazu zeigen die beiden Journalisten diverse Filmausschnitte, wodurch sich sehr gut sehen lĂ€sst, wie zu den jeweiligen Zeiten ĂŒber Hacker nachgedacht wurde.
Das erste Beispiel ist der Film âWeird Scienceâ aus dem Jahre 1985. Also zu einer Zeit, wo noch nicht jeder einen Computer zuhause stehen hatte. Dadurch konnte Hollywood das Hacken mit Hilfe von 3D-Effekten visuell so darstellen, dass es im Gegensatz zur RealitĂ€t unterhaltsam wirkt.
Danach folgt der Film âHackersâ aus dem Jahre 1995. Auch hier kommen wieder haufenweise unrealistische Darstellung bezĂŒglich Computertechnik und dem Vorgang des Hackens vor. Beispielsweise kĂŒsst ein Teenager seinen Computermonitor, woraufhin er einen Stromschlag bekommt. Zu dieser Zeit beginnt in den USA eine Debatte ĂŒber das Internet, bei der die Leute anfingen ĂŒber den âInformations-Highwayâ zu sprechen.
Es folgen unter anderem weitere Beispiele aus den Filmen Password Swordfish, Enemy Of The State, sowie aus Skyfall.
Inhaltlich geht es aber immer um dasselbe, nĂ€mlich um die ĂŒberzogene, unrealistische Darstellung von Hackern auf Seiten Hollywoods. Diese wird natĂŒrlich auch verwendet, um den visuell eher langweiligen Vorgang des Hackens etwas aufzupeppen.
Gegen Ende eines sehr unterhaltsamen und stimmungsvollen Vortrags, erwĂ€hnen die beiden Redner noch, wie mit der Zeit die anfangs sehr unrealistischen 3D-Animationen, heutzutage nicht mehr ganz so abwĂ€gig sind. Mit Produkten wie der 3D-Brille Oculus Rift, nehmen solche âZukunftsvisionenâ langsam aber sicher Gestalt an.
In der dritten von drei Pitch-Sessions des Midemlab auf der diesjÀhrigen Midem, stellten sich Startups zu den Themen Hardware und Internet Of Things vor.
VideoStitch
Den Anfang machte das französische Startup VideoStitch, das fĂŒnf modifizierte GoPro-Kameras um das Ende eines Stativs gebunden hat (keine Sorge, mehr Kameras sind möglich), und somit ein virtuelles 3D-Livevideo mit 360°-Rundumblick erzeugt, das durch eine Oculus Rift gezeigt werden kann. Dadurch kann man beispielsweise als Oculus-Ruft-TrĂ€ger mit auf der BĂŒhne wĂ€hrend eines Konzertes stehen. Und das war es auch schon, fĂŒr rund 8.000 US-Dollar pro GerĂ€t. Geld verdienen will VideoStitch aber auch mit Software fĂŒr das 360°-3D-Livevideoerlebnis. Die Jury wirkte etwas unbeeindruckt. Vielleicht lag es daran, dass jemand fĂŒnf modifizierte GoPro-Kameras um das Ende eines Stativs gebunden hat.
Trak
Das französische Startup Trak ist so eine Art festes Material gewordenes Shazam. Es bietet ein Wearable-Armband fĂŒr 79 Euro an, dass sĂ€mtliche Musik trackt, die Nutzer hören, wĂ€hrend sie das Armband tragen. Nach einem langen Tag voller Musik hat man dann die gesamte Musik des Tages in einer Playlist versammelt (zurzeit können bis zu 40 Lieder gespeichert werden). DafĂŒr, dass es am Anfang sogar fĂŒr 49 Euro gekauft werden kann, gab es voreiligen Applaus vom Publikum. SpĂ€ter möchte Trak durch an einen Anteil an den Transaktionen, die mit dem Armband getĂ€tigt werden, Geld verdienen. Neben dem Kauf von Musik kann das an sich jede Art von drahtloser Bezahlung sein, beispielsweise auch das Bezahlen von GetrĂ€nken auf Festivals. Die Jury zeigte sich ebenfalls begeistert, vor allem aber wegen dem Wearable an sich. Sicherlich auch, da dieses Startup nahezu von Shazam aufgekauft werden muss. Trak war bisher das einzige Startup beim Midemlab, dass nahezu garantiert Gewinne fĂŒr Investoren darstellt.
FretX
So richtig kann ich gar nicht erklĂ€ren, was FretX ist. Es sieht aus wie ein StĂŒck zerschnittener Lappen, den man sich irgendwie auf die Saiten seiner Gitarre heftet und dadurch eine Verbindung zu einem Lernvideo erstellt. Ja, ich weiĂ. Mir fĂ€llt es wirklich schwer das Produkt des französischen Startups aus Labana zu erklĂ€ren. Der Jury gefĂ€llt es aber offenbar, auch wenn sie noch nicht ĂŒberzeugt ist, dass Leute diesen Weg wĂ€hlen werden, um Lieder auf der Gitarre zu lernen. Schaut euch doch einfach das Video an:
Hooke
Das US-amerikanische Startup Hooke startet wieder mit einem Vergleich: sie wollen das GoPro fĂŒr Sound bauen. Im Grunde handelt es sich um ein Paar Kopfhörer, das gleichzeitig den uns umgebenden Sound in 3D aufzeichnet. Die Verbindung einer vollkommen neuen Art GerĂ€usche aufzunehmen mit beinahe als Alltagsgegenstand anzusehenden Kopfhörern ist wirklich beeindruckend, die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt â vom realistischen GerĂ€usch einer Unterhaltung in einem Podcast bis hin zum GerĂ€usch in der Kurve eines FuĂballstadions. Sound wird so definitiv wesentlicher erlebbarer. Ich habe mich erst vor wenigen Tagen mit dem Hamburger Startup Audioguide.me darĂŒber unterhalten. Sie sind vom 3D-Sound begeistert (sucht mal Videos dazu auf YouTube und schaut sie mit Kopfhörern) und ein Paar Kopfhörer von Hooke werden sie lieben. Die Jury wirkte so, als ob ihr nur die Verbesserung der Technologie als zukĂŒnftige Entwicklung zu wenig wĂ€re, aber das sie es hier mit einem interessanten Projekt zu tun haben, war wohl allen klar.
Lucie Labs
Lucie Labs aus Frankreich hat ebenfalls ein smartes Armband hergestellt, nur dass das Wearable diesmal den Nutzern helfen soll, ein Liveerlebnis noch besser zu erleben. Quasi Augmented Experience vom eigenen Armband ausgehend, wĂ€hrend man beispielsweise auf einem Konzert ist. Was heiĂt das? Die Musiker können die ArmbĂ€nder als Teil ihrer Leuchtshow benutzen â sie blinken zum Beat. Und mehr können sie auch nicht, nur leuchten. Das Armband wird 25 US-Dollar kosten und zusammen mit Konzerttickets verkauft, mit der Nutzung des Services möchte das Unternehmen weitere  Einnahmen erzielen. Die Jury schien, wer mag es ihnen verdenken, nicht sehr begeistert zu sein.
Rescued Ideas
Drittes Armband beim Midemlab ist das "The Basslet" vom Berliner Startup Rescued Ideas, das einem als Nutzer Musik in 3D erleben lĂ€sst. Keine Sorge, das ist weniger schmerzhaft als der berĂŒchtigte Musikknochen im Ellenbogen, aber laut dem im Pitch gezeigten Video ein ebenso prĂ€gendes Erlebnis â nur eben mit einem LĂ€cheln auf den Lippen. Im Grunde kann jedes GerĂ€usch in ein haptisches GefĂŒhl umgewandelt werden, das GeschĂ€ft kann sich also auch einmal von der Musik wegbewegen. Aber das ist Zukunftsmusik. Erst einmal soll durch den Verkauf des Armbands Geld verdienen werden, die Technologie kann auch mit Kopfhörern und Smartphones zusammen gedacht werden. "Pretty fucking awesome" war dann auch das erste Fazit der Jury. Es sieht so als, als ob Rescued Ideas als einziges deutsches Startup beim Midemlab 2015, den beiden Berliner Vorjahressiegern als diesjĂ€hriger Gewinner folgen könnte.
Immersive Album
3D, 360° und interaktives Audio scheint ein bereits relativ breiter Trend in der digitalen Musikbranche zu sein. Auch das britische Startup Immersive Album setzt darauf und arbeitet an einer Plattform genau dafĂŒr. Im Pitchvideo gab es deshalb schon diverse Testimonials von BranchengröĂen. Die Technologie scheint in ihren Features riesig zu sein. Keine Ahnung, was die hier noch auf der BĂŒhne machen. DemnĂ€chst wird wohl jedes zweite Plattenlabel zu den Kunden gehören, denn durch Immersive Album wird eine vollkommen neue Form der Interaktion mit den Fans möglich sein. Die erste Frage der Jury war dann auch, was sie hier noch wollen. Im erster Linie wohl um Profil zu gewinnen, und Kunden zu gewinnen, sicherlich aber auch wegen dem tollen Wetter in Cannes. Irgendwie ist es klar, dass Immersive Album zu den Gewinnern des Midemlab gehören werden, andererseits wĂ€re das auch Schade, denn ein den Push in der Entwicklung nötiger habendes Startup wird wohl auf die PlĂ€tze verwiesen werden.
Belleds Technologies
MIT-Student Michael Chen vom US-amerikanischen Startup Belleds Technologies prĂ€sentiert "The Q", ein smartes Audio- und Lichtsystem. Das bedeutet, dass sich das Licht dem Beat der Musik anpasst â es leuchtet dann ganz aufgeregt. Neben dem vermeintlichen SpaĂ von bunten Lichtern und lauter Musik wird wohl auch Strom gespart⊠Es tut mir leid, aber ich sehe da ĂŒberhaupt nichts in diesen "The Q" genannten GlĂŒhbirnen. Was soll das? Wieso wurde jemand dafĂŒr von Boston nach Cannes eingeladen? Noch mehr erschreckt mich, dass es wohl Airbnb-Vermieter gibt, die VertrĂ€ge mit Belleds Technologies haben und "The Q" in ihre Wohnung integrieren. Vielleicht sollte ich doch wieder öfters ganz klassisch in ein Hotel gehen. Nur zur Sicherheit. Seltsam, dass die Jury wesentlicher gnĂ€diger als ich war und dem Produkt sogar was abgewinnen konnte.
Phonotonic
Schon wieder ein Startup aus Frankreich: Phonotonic. In der Hardware-Kategorie gibt es erstaunlich viele französische Startups. Und dieses hier weiĂ wirklich zu beeindrucken: der vieleckige WĂŒrfel wandelt via die App sĂ€mtliche Bewegung in Sound um. Das muss man vielleicht gesehen haben, aber mit nur wenigen Bewegungen entstand ein toller Sound. Bei einem zu erwartenden Preis von 79,90 Euro und einer Freemium-App muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden. Shut up and take my money! Die Jury zeigte sich sehr neugierig auf Phonotonic. VerstĂ€ndlich. Zurzeit sind die Lager wohl alle (auch verstĂ€ndlich), aber bis Weihnachten soll es den WĂŒrfel wieder geben.
Prizm
Prizm also. Man könnte sich heutzutage auch einen anderen Namen geben. Stoierhinterziehung vielleicht. Oder so. Naja, vielleicht auch was, mit weniger NĂ€he zu unbeliebten Themen. Vielleicht ist die Ăberwachung durch US-Geheimdienste aber auch kein so groĂes Thema in Frankreich oder ein französischer Jan Böhmermann hat den Begriff noch nicht durch Satire weiter abgewertet. Aber ich schweife ab. ZurĂŒck zum Pitch des Startup Prizm, das seinen Nutzern automatisch Musik vorspielen will, die zum Kontext und dem der Leute in der NĂ€he passt. Das GerĂ€t versucht also zu raten, und das bei mehreren Leuten, welche Musik jetzt passen wĂŒrde und spielt sie automatisch ab. Dies können auch noch fĂŒr den Nutzer unbekannte Lieder sein, wodurch Streaming- und Musik-Plattformen Zulauf haben könnten. Die Nachfragen der Jury zeigten dann, dass das Startup beim Lernverhalten noch aufholen muss, was ihnen aber bewusst ist. Chancenlos sind sie sicherlich hier nicht. Ich bin gespannt, wie der Verkaufsstart im Oktober anlĂ€uft.
Serienfan Ulrike Klode vereint âBerufsguckerherzâ mit âFanherzâ und redet ĂŒber starke Frauen in Serien. Allerdings beschrĂ€nkt sich ihr Vortrag auf US-Serien, da die meisten einfach darĂŒber erreicht werden.
Es gibt immer mehr spannende Serienfiguren und das Bild der Frauen in Serien hat sich ĂŒber die Jahre deutlich verĂ€ndert. Dazu stellt die Rednerin drei Frauenfiguren genauer vor.
Figur 1: Veronica Mars aus âVeronica Marsâ:Â Wie lebt es sich im Reich der 90210-Teenager, wenn man arm ist? -> soziale Ungerechtigkeit
Figur 2: Alicia Florrick aus âThe Good Wifeâ: Die Figur verbindet Karriere und Familie und das Durchsetzungsvermögen einer Frau
Figur 3: Clare Underwood aus âHouse of Cardsâ:Â Antiheldin, intrigiert sich ins weiĂe Haus, unnahbar, skrupellos
Und 3 Frauen hinter den Kulissen:
Amy Poehler: Schauspielerin, Comedian, Drehbuchautorin, Produzentin, all rounder
Shonda Rhymes: kreativer Kopf, hat eine Entwicklung durchgemacht: Von jeder Serie werden Frauen komplexer, selbststÀndiger und bedeutender
Jenji Kohan: Disruptorin der Branche
Was macht das mit den Zuschauerinnen? Ulrika Klode bevorzugt komplexe Frauenfiguren, allerdings gibt es mittlerweile einen gesunden Mix aus starken Frauen- und MĂ€nnerrollen. Des weiteren gibt es Projekte, die ganz deutlich an einer weiblichen Zielgruppe ausgerichtet sind (beispielsweise Netflix-Serien wie âOrange is the new Blackâ oder âThe Fallâ). Ulrikes Bevorzugungen sind allerdings nicht auf alle Frauen zu beziehen, dafĂŒr gibt es die Medienforschung, welche sagt, dass starke Figuren Vorbild sein können und dazu beitragen, dass sich das Selbstbild verĂ€ndert. Aber wir mĂŒssen uns darĂŒber austauschen, was es mit uns macht. Ulrike warnt aber vor unterschwelligen Botschaften.
Auch mit MÀnnern machen starke Frauenfiguren etwas: selbst mÀnnliche Seriencharaktere kommen nicht um starke Frauen herum.
Hillary Clinton könnte profitieren: Wenn das in Serien geschieht, ist es nicht unwahrschenlich, dass auch Frauen das im realen Leben machen. Wir mĂŒssen darĂŒber allerdings reden und uns austauschen.
Ein schönere Beitrag fĂŒr das glĂŒckliche Serienherz.
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Warum niemand mehr bloggt oder seine eigene Seite fĂŒrs Publizieren nutzen möchte und warum sich niemand fĂŒr das Indieweb und reclaim.fm interessiert.
Zu Beginn seines Vortrags, rĂ€umt Felix Schwenzel gleich ein, dass der gewĂ€hlte Titel eigentlich totaler Quatsch sei, da er im Rahmen seines Vortrags eigentlich zeigen möchte, warum das Indiweb seiner Meinung nach die Zukunft ist. Ob innerhalb oder auĂerhalb des Mainstreams â es boomt.
Die Frage warum sich keiner fĂŒr Plattformen wie Indiweb und reclaim.fm interessiert ist einfach. Sie sind einfach zu kompliziert. Das Potential der Plattformen lĂ€sst sich zwar erkennen, allerdings ist es selbst fĂŒr Technikaffine-Menschen sehr schwer zu verstehen.
Selbst Schwenzel erzĂ€hlt, wie er sich damit schwer tut und auch nur halbwegs durchblickt. Das verdeutlicht er an dem Beispiel der Replies-Funktion: âWas sind z.B. Replies? Eine Antwort auf eine Antwort?â Nach eigenen Aussagen hat Schwenzel sehr lange gebraucht um einen Durchblick zu bekommen, das gleiche gilt fĂŒr reclaim.fm.
Im Anschluss geht Schwenzel genauer auf das Thema Bloggen ein. Was ist Bloggen? Und warum Blogge ich? FĂŒr Felix Schwenzel liegt die grundlegende Motivation fĂŒrs Bloggen darin, die eigenen Gedanken ausfĂŒhrlich zu strukturieren. Es ist fĂŒr ihn eine Art kreative Selbstbefriedigung. Gehirnjogging bei dem ein permanenter Austausch mit der Welt und anderen Leuten stattfindet. Dabei handelt es sich natĂŒrlich nicht um eine allgemein gĂŒltige Definition, sondern um Schwenzels eigene. Â
Zu der Frage warum sollte man bloggen, gibt es nicht viel zu sagen, auĂer dass es einfach toll ist. Die Faszination ist schwer zu vermitteln. BezĂŒglich EinstiegshĂŒrden, sieht Schwenzel  nicht so sehr die technischen HĂŒrden als problematisch sondern vorwiegend psychologische. Kaum einer traut sich. Trotzdem hat sich in den letzten 5 Jahren etwas Entscheidendes verĂ€ndert und zwar Social Media. Dort wird zwar nicht direkt ins Internet geschrieben, aber dafĂŒr Freunden, Familie etc. Das funktioniert laut Schwenzel zum einen, da es geringe technische HĂŒrden gibt und zum anderen liegt es daran, dass psychologisch gesehen die Leute dort reden wo Leute sind (âwo die Party istâ) und nicht wo keiner ist, da es psychologisch frustrierend ist. Â
Bei den ErklĂ€rungsversuchen bezĂŒglich Indiweb und reclaim wird es schwierig. Wie der Redner selbst diverse Male selbst sagt, ist es sehr komplex. Leider gilt das auch fĂŒr den weiteren Verlauf des Vortrags. FĂŒr Leute die nicht gerade tief in der Materie stecken, ist es in dieser kurzen Zeit so gut wie unmöglich, einen Durchblick zu erlangen.
Als Beispiel fĂŒr die guten Aspekte der Plattformen, macht Schwenzel ein Selfie und postet es auf Instagram. Durch eine Funktion wird der Post anschlieĂend sowohl bei Facebook, als auch auf Twitter geteilt. Allerdings passiert das Ganze so schnell, dass man weder versteht wie es funktioniert, noch worin der Sinn bzw. der Bedarf dahinter liegt.
FĂŒr Felix Schwenzel ist spĂ€testens durch das Instagram Beispiel klar, Indiweb hat Zukunft. Damit geht ein Vortrag zu Ende, dessen Thematik leider den Rahmen einer 30-MinĂŒtigen PrĂ€sentation sprengt und mich mit einem ĂŒber meinem Kopf schwebenden Fragezeichen zurĂŒcklĂ€sst.
Nebenan: Meike Rensch-Bergner: WertschÀtzung ist unsere WÀhrung
Meike, oder auch bekannt als FrauCrafteln, sagt, dass NÀhblogs mehr zeigen als nur schöne Bildchen und dass es um mehr geht, als das Thema NÀhen und schöne Klamotten. Alles was in dieser Community geschieht, passiert durch einen wertschÀtzenden Umgang. In dieser Nische wird nur sehr nett miteinander umgegangen.
Blogs sind eine super Gelegenheit seine Meinung und deren RĂŒckmeldungen auszutesten. Anfangs sahen alle Blogs fĂŒr Meike aus wie Tagebuchblogs, aber mittlerweile ist die Definition viel zu eng. Blogs sind gut vernetzt, selbst produzierte Inhalte, welche ohne TĂŒrsteher zugĂ€nglich sind. Durch die Vernetzung untereinander passiert Aufmerksamkeit und Relevanz. Blogs sind kein flĂŒchtiges Medium, denn in dem man Posts untereinander verlinkt, alle an einem Ort sammelt und es im Internet behĂ€lt, bleiben sie erhalten.
Im Gegensatz zur gĂ€ngigen Meinung sind Blogs nicht tod, sondern im Mainstream angekommen. Jeder schreibt ĂŒber alles, es gibt sehr viele Nischen, welche spezielle Themen behandeln, die aber nur fĂŒr ein Bruchteil der Menschen interessant sind. Dies steht im Gegensatz zu Foren: Dort wird zu einem Thema geschrieben, und es ist meist angenehm, wenn es beim Thema bleibt (ufert aber auch gerne mal aus). Bei Blogs geht es um den Menschen in Bezug zu dem Thema, man kann die persönliche Entwicklung des Menschen zu Thema verfolgen.
Man kann mit NĂ€hen und DIY UmsĂ€tze machen, es ist immernoch kein ĂŒberwiegend positives Thema. Aber es ist ein Trend und ein Thema, obwohl es in den Medien zurĂŒckhĂ€ngt. Googelt man âHandarbeit machtâ, erscheinen als erstes Suchergebnis âHandarbeit macht schlankâ und als zweites âHandarbeit macht glĂŒcklichâ.
Das Ăberthema der Blogs kann man als âSpecial Interest Blogsâ bezeichnen, dazu gehören âDIY-Blogsâ, unter das wiederum die NĂ€hblogs fallen. Die NĂ€hnerds, zu denen sich Meike zĂ€hlt, sind ein weiteres Untergebiet davon. NĂ€hnerds zeichnet sich davon aus, dass sie keinen âQuatschâ nĂ€hen, also anstelle von Kinderklamotten und Sofakissen eher die eigene Kleidung herstellen. Diese Gruppe besteht ĂŒberwiegend aus Frauen.
Es wird zwischen Handwerk und Handarbeit unterschieden (strickt geregelt ĂŒber ne Kammer vs. eigene Nutzung, einfachere Werkzeuge). Das allerdings ist eine unsinnige Unterscheidung, denn nĂ€hen ist synonym zu schneidern, und schneidern ist ein Handwerk.
Wie relevant ist die Nische der NĂ€hnerds? Es gibt ca. 1000 NĂ€hnerds, und deutlich mehr NĂ€hbloggerInnen. Die NĂ€hnerds sind sehr gut vernetzt, es findet viel gemeinsam statt. Die zentrale Plattform der Blogger ist der me made mittwoch. Dieser erreich eine groĂe Reichweite (25.000 Klicks), und bedeutet viele Kommentare und Klicks fĂŒr die verlinkten Blogger. Er wird unter anderem von Meike moderiert, GenĂ€htes wie Kissen fliegen raus, die vorgestellten Kleider mĂŒssen getragen werden. Es gibt auch Themenevents, wie zum Beispiel der BlĂŒmchen-Monat-Mai.
Blogposts von Meike beinhalten meist ein Tutorial, also eine Anleitung mit Worten, Fotos und teilweise YouTube, im Bezug zum Werk und auf die Metaebene: Was macht das nÀhen und das tragen mit mir? Meist sind das lange BeitrÀge, welche aber tatsÀchlich gelesen und kommentiert werden mit konstruktivem Feedback.
Die Kultur des wertschÀtzenden Miteinander macht es den Frauen einfacher, sich zu zeigen und es verÀndert die Frauen und die Leser: es ist gegen das 90-60-90-Ideal, die Frauen auf der Plattform zeigen das echte Leben.
Daraus resultiert auch die zentrale Message: Hier darf ich mich zeigen! Bloggen ist das Medium, um zu zeigen, wie man wirklich ist und den Medien mit ihrem perfekten Bild etwas entgegenzusetzen.