Zum Schluss erzählen die Redner Ole Reißmann und Hakan Tanriverdi darüber, wie über die Jahre  in Hollywood über Hacker berichtet wurde. Dazu zeigen die beiden Journalisten diverse Filmausschnitte, wodurch sich sehr gut sehen lässt, wie zu den jeweiligen Zeiten über Hacker nachgedacht wurde.
Das erste Beispiel ist der Film “Weird Science“ aus dem Jahre 1985. Also zu einer Zeit, wo noch nicht jeder einen Computer zuhause stehen hatte. Dadurch konnte Hollywood das Hacken mit Hilfe von 3D-Effekten visuell so darstellen, dass es im Gegensatz zur Realität unterhaltsam wirkt.
Danach folgt der Film “Hackers“ aus dem Jahre 1995. Auch hier kommen wieder haufenweise unrealistische Darstellung bezüglich Computertechnik und dem Vorgang des Hackens vor. Beispielsweise küsst ein Teenager seinen Computermonitor, woraufhin er einen Stromschlag bekommt. Zu dieser Zeit beginnt in den USA eine Debatte über das Internet, bei der die Leute anfingen über den “Informations-Highway“ zu sprechen.
Es folgen unter anderem weitere Beispiele aus den Filmen Password Swordfish, Enemy Of The State, sowie aus Skyfall.
Inhaltlich geht es aber immer um dasselbe, nämlich um die überzogene, unrealistische Darstellung von Hackern auf Seiten Hollywoods. Diese wird natürlich auch verwendet, um den visuell eher langweiligen Vorgang des Hackens etwas aufzupeppen.
Gegen Ende eines sehr unterhaltsamen und stimmungsvollen Vortrags, erwähnen die beiden Redner noch, wie mit der Zeit die anfangs sehr unrealistischen 3D-Animationen, heutzutage nicht mehr ganz so abwägig sind. Mit Produkten wie der 3D-Brille Oculus Rift, nehmen solche “Zukunftsvisionen“ langsam aber sicher Gestalt an.
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Serienfan Ulrike Klode vereint „Berufsguckerherz“ mit „Fanherz“ und redet über starke Frauen in Serien. Allerdings beschränkt sich ihr Vortrag auf US-Serien, da die meisten einfach darüber erreicht werden.
Es gibt immer mehr spannende Serienfiguren und das Bild der Frauen in Serien hat sich über die Jahre deutlich verändert. Dazu stellt die Rednerin drei Frauenfiguren genauer vor.
Figur 1: Veronica Mars aus „Veronica Mars“: Wie lebt es sich im Reich der 90210-Teenager, wenn man arm ist? -> soziale Ungerechtigkeit
Figur 2: Alicia Florrick aus „The Good Wife“: Die Figur verbindet Karriere und Familie und das Durchsetzungsvermögen einer Frau
Figur 3: Clare Underwood aus „House of Cards“: Antiheldin, intrigiert sich ins weiße Haus, unnahbar, skrupellos
Und 3 Frauen hinter den Kulissen:
Amy Poehler: Schauspielerin, Comedian, Drehbuchautorin, Produzentin, all rounder
Shonda Rhymes: kreativer Kopf, hat eine Entwicklung durchgemacht: Von jeder Serie werden Frauen komplexer, selbstständiger und bedeutender
Jenji Kohan: Disruptorin der Branche
Was macht das mit den Zuschauerinnen? Ulrika Klode bevorzugt komplexe Frauenfiguren, allerdings gibt es mittlerweile einen gesunden Mix aus starken Frauen- und Männerrollen. Des weiteren gibt es Projekte, die ganz deutlich an einer weiblichen Zielgruppe ausgerichtet sind (beispielsweise Netflix-Serien wie „Orange is the new Black“ oder „The Fall“). Ulrikes Bevorzugungen sind allerdings nicht auf alle Frauen zu beziehen, dafür gibt es die Medienforschung, welche sagt, dass starke Figuren Vorbild sein können und dazu beitragen, dass sich das Selbstbild verändert. Aber wir müssen uns darüber austauschen, was es mit uns macht. Ulrike warnt aber vor unterschwelligen Botschaften.
Auch mit Männern machen starke Frauenfiguren etwas: selbst männliche Seriencharaktere kommen nicht um starke Frauen herum.
Hillary Clinton könnte profitieren: Wenn das in Serien geschieht, ist es nicht unwahrschenlich, dass auch Frauen das im realen Leben machen. Wir müssen darüber allerdings reden und uns austauschen.
Ein schönere Beitrag für das glückliche Serienherz.
Warum niemand mehr bloggt oder seine eigene Seite fürs Publizieren nutzen möchte und warum sich niemand für das Indieweb und reclaim.fm interessiert.
Zu Beginn seines Vortrags, räumt Felix Schwenzel gleich ein, dass der gewählte Titel eigentlich totaler Quatsch sei, da er im Rahmen seines Vortrags eigentlich zeigen möchte, warum das Indiweb seiner Meinung nach die Zukunft ist. Ob innerhalb oder außerhalb des Mainstreams – es boomt.
Die Frage warum sich keiner für Plattformen wie Indiweb und reclaim.fm interessiert ist einfach. Sie sind einfach zu kompliziert. Das Potential der Plattformen lässt sich zwar erkennen, allerdings ist es selbst für Technikaffine-Menschen sehr schwer zu verstehen.
Selbst Schwenzel erzählt, wie er sich damit schwer tut und auch nur halbwegs durchblickt. Das verdeutlicht er an dem Beispiel der Replies-Funktion: “Was sind z.B. Replies? Eine Antwort auf eine Antwort?“ Nach eigenen Aussagen hat Schwenzel sehr lange gebraucht um einen Durchblick zu bekommen, das gleiche gilt für reclaim.fm.
Im Anschluss geht Schwenzel genauer auf das Thema Bloggen ein. Was ist Bloggen? Und warum Blogge ich? FĂĽr Felix Schwenzel liegt die grundlegende Motivation fĂĽrs Bloggen darin, die eigenen Gedanken ausfĂĽhrlich zu strukturieren. Es ist fĂĽr ihn eine Art kreative Selbstbefriedigung. Gehirnjogging bei dem ein permanenter Austausch mit der Welt und anderen Leuten stattfindet. Dabei handelt es sich natĂĽrlich nicht um eine allgemein gĂĽltige Definition, sondern um Schwenzels eigene. Â
Zu der Frage warum sollte man bloggen, gibt es nicht viel zu sagen, auĂźer dass es einfach toll ist. Die Faszination ist schwer zu vermitteln. BezĂĽglich EinstiegshĂĽrden, sieht Schwenzel  nicht so sehr die technischen HĂĽrden als problematisch sondern vorwiegend psychologische. Kaum einer traut sich. Trotzdem hat sich in den letzten 5 Jahren etwas Entscheidendes verändert und zwar Social Media. Dort wird zwar nicht direkt ins Internet geschrieben, aber dafĂĽr Freunden, Familie etc. Das funktioniert laut Schwenzel zum einen, da es geringe technische HĂĽrden gibt und zum anderen liegt es daran, dass psychologisch gesehen die Leute dort reden wo Leute sind (”wo die Party ist”) und nicht wo keiner ist, da es psychologisch frustrierend ist. Â
Bei den Erklärungsversuchen bezüglich Indiweb und reclaim wird es schwierig. Wie der Redner selbst diverse Male selbst sagt, ist es sehr komplex. Leider gilt das auch für den weiteren Verlauf des Vortrags. Für Leute die nicht gerade tief in der Materie stecken, ist es in dieser kurzen Zeit so gut wie unmöglich, einen Durchblick zu erlangen.
Als Beispiel fĂĽr die guten Aspekte der Plattformen, macht Schwenzel ein Selfie und postet es auf Instagram. Durch eine Funktion wird der Post anschlieĂźend sowohl bei Facebook, als auch auf Twitter geteilt. Allerdings passiert das Ganze so schnell, dass man weder versteht wie es funktioniert, noch worin der Sinn bzw. der Bedarf dahinter liegt.
Für Felix Schwenzel ist spätestens durch das Instagram Beispiel klar, Indiweb hat Zukunft. Damit geht ein Vortrag zu Ende, dessen Thematik leider den Rahmen einer 30-Minütigen Präsentation sprengt und mich mit einem über meinem Kopf schwebenden Fragezeichen zurücklässt.
Nebenan: Meike Rensch-Bergner: Wertschätzung ist unsere Währung
Meike, oder auch bekannt als FrauCrafteln, sagt, dass Nähblogs mehr zeigen als nur schöne Bildchen und dass es um mehr geht, als das Thema Nähen und schöne Klamotten. Alles was in dieser Community geschieht, passiert durch einen wertschätzenden Umgang. In dieser Nische wird nur sehr nett miteinander umgegangen.
Blogs sind eine super Gelegenheit seine Meinung und deren Rückmeldungen auszutesten. Anfangs sahen alle Blogs für Meike aus wie Tagebuchblogs, aber mittlerweile ist die Definition viel zu eng. Blogs sind gut vernetzt, selbst produzierte Inhalte, welche ohne Türsteher zugänglich sind. Durch die Vernetzung untereinander passiert Aufmerksamkeit und Relevanz. Blogs sind kein flüchtiges Medium, denn in dem man Posts untereinander verlinkt, alle an einem Ort sammelt und es im Internet behält, bleiben sie erhalten.
Im Gegensatz zur gängigen Meinung sind Blogs nicht tod, sondern im Mainstream angekommen. Jeder schreibt über alles, es gibt sehr viele Nischen, welche spezielle Themen behandeln, die aber nur für ein Bruchteil der Menschen interessant sind. Dies steht im Gegensatz zu Foren: Dort wird zu einem Thema geschrieben, und es ist meist angenehm, wenn es beim Thema bleibt (ufert aber auch gerne mal aus). Bei Blogs geht es um den Menschen in Bezug zu dem Thema, man kann die persönliche Entwicklung des Menschen zu Thema verfolgen.
Man kann mit Nähen und DIY Umsätze machen, es ist immernoch kein überwiegend positives Thema. Aber es ist ein Trend und ein Thema, obwohl es in den Medien zurückhängt. Googelt man „Handarbeit macht“, erscheinen als erstes Suchergebnis „Handarbeit macht schlank“ und als zweites „Handarbeit macht glücklich“.
Das Überthema der Blogs kann man als „Special Interest Blogs“ bezeichnen, dazu gehören „DIY-Blogs“, unter das wiederum die Nähblogs fallen. Die Nähnerds, zu denen sich Meike zählt, sind ein weiteres Untergebiet davon. Nähnerds zeichnet sich davon aus, dass sie keinen „Quatsch“ nähen, also anstelle von Kinderklamotten und Sofakissen eher die eigene Kleidung herstellen. Diese Gruppe besteht überwiegend aus Frauen.
Es wird zwischen Handwerk und Handarbeit unterschieden (strickt geregelt über ne Kammer vs. eigene Nutzung, einfachere Werkzeuge). Das allerdings ist eine unsinnige Unterscheidung, denn nähen ist synonym zu schneidern, und schneidern ist ein Handwerk.
Wie relevant ist die Nische der Nähnerds? Es gibt ca. 1000 Nähnerds, und deutlich mehr NähbloggerInnen. Die Nähnerds sind sehr gut vernetzt, es findet viel gemeinsam statt. Die zentrale Plattform der Blogger ist der me made mittwoch. Dieser erreich eine große Reichweite (25.000 Klicks), und bedeutet viele Kommentare und Klicks für die verlinkten Blogger. Er wird unter anderem von Meike moderiert, Genähtes wie Kissen fliegen raus, die vorgestellten Kleider müssen getragen werden. Es gibt auch Themenevents, wie zum Beispiel der Blümchen-Monat-Mai.
Blogposts von Meike beinhalten meist ein Tutorial, also eine Anleitung mit Worten, Fotos und teilweise YouTube, im Bezug zum Werk und auf die Metaebene: Was macht das nähen und das tragen mit mir? Meist sind das lange Beiträge, welche aber tatsächlich gelesen und kommentiert werden mit konstruktivem Feedback.
Die Kultur des wertschätzenden Miteinander macht es den Frauen einfacher, sich zu zeigen und es verändert die Frauen und die Leser: es ist gegen das 90-60-90-Ideal, die Frauen auf der Plattform zeigen das echte Leben.
Daraus resultiert auch die zentrale Message: Hier darf ich mich zeigen! Bloggen ist das Medium, um zu zeigen, wie man wirklich ist und den Medien mit ihrem perfekten Bild etwas entgegenzusetzen.
Nebenan: Jenni Schwanenberg - Einfach machen. Â Der Umgang mit Storytelling-Tools und was Journalisten beachten mĂĽssen
Eigentlich war geplant, dass Jenni Schwanenberg in ihrem Vortrag 5 aufregende Storytelling-Tools vorstellt, allerdings hat sich die Rednerin dann doch umentschieden.
Stattdessen zeigt Sie kurz eine Liste mit Storytelling-Tools fĂĽr Journalisten und redet im Anschluss ĂĽber die Dinge, die Journalisten leider viel zu selten machen.
Während die Rednerin nebenbei über Periscope herzieht, nennt sie 5 Punkte, worüber man sich als Journalist Gedanken machen sollte, bei der Verwendung von Storytelling-Tools:
Wer sollte das sehen?
Wo ist dieser Mensch eigentlich? Auf dem Sofa mit Tablet? In der Bahn ohne Netz? Wenn  man jemanden einen Link schickt der gerade in der U-Bahn sitzt, ist das beispielsweise nicht gerade vorteilhaft.
Wie findet die Person das eigentlich? Â
Was soll die Geschichte ihm sagen? Was soll Sie in ihm bewegen? Zu jeder Geschichte die Journalisten machen sollte man sich mehr Gedanken machen, was denn diese Geschichte eigentlich in den Menschen bewegen soll.
Warum soll das jemanden interessieren? Ein gutes Argument ist mit Sicherheit der Bildungsauftrag, aber gerade auch Newscompanies etc. sollten sich das genau ĂĽberlegen. Oft erreicht man die Leute nicht, da viele Menschen nicht wissen, warum sie das interessieren sollte.
Genauso plötzlich wie der Vortrag begann, war er dann auch schon wieder vorbei.
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Nele Heise nennt Podcasting den groĂźe Hyper der 2000er Jahre. Trotzdem ist es eine Medienform in der Nische, allerdings muss da ja irgendetwas dran sein, da immer wieder Podcasts es doch schaffen, eine groĂźe Zielgruppe anzusprechen.
Podcasts haben viele Potentiale: Sie sind persönliche Medien, welche eigene Stories erzählen und die eigene Sprache, Sichtweisen und Souveränität darstellen, letzteres vorallem in den Fragen nach wo ich das publiziere, was ich anbiete und was mein format sehe. Als Nutzer sucht man sich letztlich selber aus, wann und wo man welche Medieninhalte konsumiert. Podcasts bedeuten Gestaltungsfreiheit und stellen Beziehungen her, es ist ein hierarchieflaches Medium. Des weiteren sind sie eine Möglichkeit, sich für bestimmte Themen einzusetzen.
Aber warum werden Podcasts nicht von viel mehr Leuten benutzt? Es gibt eine Schieflage, vorallem in Bezug auf Gender, Sexuelle Orientierung, Sprache, Alter, Hintergründe. Das Durchschnittsprofil eines Podcasters ist männlich, 30+, aus dem Berufsfeld rund um Medien oder IT. Diese Tendenz spiegelt sich auch in der Nutzung wieder.
DafĂĽr gibt es einige GrĂĽnde
Themenzuschreibung: viele „guy things“ themen
Economics -> Ressourcen (Zeit vs Geld)
Entitlement: Viel mit Ego und Sendungsbewusstsein zu tun
Klangfarbe: andere Wahrnehmung von Frauenstimmen
Long Tail Fail: Aufmerksamkeit und Anerkennung als Währung (alles was im Long Tail stattfindet, muss man die Leute bewusst darauf aufmerksam machen)
Die Websiten womeninpodcasting.org und shepodcasts.com helfen Frauen mit Themen rund um Podcasts umzugehen.
Warum sind Podcast in der Nische? Nele hat eine Liste erstellt mit deutschsprachigen Podcasts, welche folgende Fakten ergeben haben
171 Podcast von und mit Frauen, 50% ca all femal
97 Angebote sind erst seit August 2013 aktiv
Ca. 1/3 paarweise nur
thematische Breite, aber Themen Alltag, (Pop-)Kultur und DIY ĂĽberwiegen (siehe Bild)
Diese List wird noch in eine Website umgewandelt, um die Podcasterinnen sichtbarer zu machen.
Daraus resultiert Neles Credo: Wir brauchen mehr Frauenstimmen im Netz, weil Vorbilder inspirieren, es eine Vielfalt von Perspektiven, Themen und Meinungen, es Identifikation ermöglicht und sich dadurch möglicherweise auch die Hörerschaft und das Podcasting generell ändert. Jetzt liegt es an den Frauen zum Mikro zu greifen.
Nebenan: Tante (JĂĽrgen Geuter): The Ethics of (Not-)Sharing
Tante startet seinen Vortrag mit dem Satz „Das Internet ist Schuld an allem“. Früher ist alles besser, früher gab es richtigen Journalismus mit Publikationsmacht. Sie entschieden über was wie gesprochen wird und waren dabei eine beschrenkte Gruppe. Heutzutage gibt es das Internet und die Möglichkeit, dass jeder schreiben und bloggen kann. Jeder kann damit eine Quelle sein und werden. Trotzdem hat das immer noch sehr viel mit Publikation zu tun.
2006 wählte das Time Magazin „You“ zur „Person of the Year“ und macht damit deutlich, dass wir weg sind von Autoritäten und hin dazu, dass wir alle ein Medium sind, senden und vernetzen. Das Internet ist aus Menschen gebaut, welche sichtbar oder unsichtbar verbunden sind (sichtbar: Twitter, unsichtbar: Blog & Leser). Im Social Web funktioniert die Kommunikation durch teilen. Wir wollen Veröffentlichtes weiter veröffentlichen, als Beispiel haben selbst Pornoseiten Share-Buttons.
Wir leben in Mikro-Ă–ffentlichkeiten, jede unterschiedlich groĂź. Mit jedem Follower ist man relevant fĂĽr jemanden. Wir alle sind in einer Publikationssituation, aber ohne Journalistenkodex.
Was bedeutet teilen? Es gibt auf der einen Seite den kreativen Aspekt, bei dem etwas Geschaffenes veröffentlicht wird und den Sharing-Aspekt, bei dem Inhalte anderer Menschen von einem selbst verbreitet werden. Damit erlaubt Sharing aus Mikro-Öffentlichkeiten eine Publikationsmacht aufzubauen. Jede Aktion auf Twitter erhöht die Reichweite des Artikels, sei es favorisieren, teilen oder darauf zu antworten.
Kommunikation hat mehr als nur die Sachebene: Im Internet verbreitet man Sachinhalte. Teilt man etwas, setzt man sich automatisch in den Kontext des Geteilten. Dazu gilt aber auch, dass der „Schaffer“ eines Dings ist immer mit dem Ding verbunden ist. Man teilt also nicht nur einen Inhalt, sondern auch immer die damit verbundene Person und deren gesellschaftliche Stellung.
Wann ist es richtig, etwas zu teilen und wann nicht? FĂĽr Journalisten gibt es einen Kodex (Wahrheit, Relevanz, Schutz der Betroffenen), fĂĽr das Internet gibt es diesen nicht. Dazu kommt noch die Frage wer wird geteilt? Minderheiten werden dabei deutlich weniger retweetet.
Der Kontext ist immer relevant, womit die oft in Twitterprofilen zu lesende Nachricht „RT ungleich Endorsement“ nicht umzusetzten, denn man muss hinter dem stehen, was man verbreitet, direkt nach dem Motto „With Power comes Responsebility“. Im Bezug auf die Person of the Year 2006: „You“ ist nur relevant, weil es das „Them" drumherum gibt. Man kann nicht von einer Quelle einen Teil absplitten. Aussagen wie „Ich lese die Bild wegen dem Sportteil / den Playboy wegen der Interviews“ sind einfach nicht möglich.
„Bin ich der/die Richtiger um genau jetzt genau diesen Inhalt von dieser Quelle auf genau diese Art und Weise mit meinen Followern zu teilen?“
Das ist die Frage, die man stellen sollte, bevor man etwas retweetet oder verfasst. Und manchmal sind 140 Zeichen zu kurz. Dann muss man den richtigen Kontext in Bezug auf seine Follower darstellen, darĂĽber nachdenken, wie man das tut. Denn jeder hat auch eine Verantwortung fĂĽr seine Follower.
Ein interessanter Vortrag, welcher sehr kontrovers ist, aber nochmal betont, wie wichtig es ist darĂĽber nachzudenken, was man postet.
Nebenan: Yasmina Banaszczuk - #hashtaghabitus Im Netz sind alle gleich
Im Netz sind alle gleich. Doch manche sind gleicher. Was bedeutet unser digitaler Habitus als Spiegelbild verschiedener sozialer Milieus?
Zu Beginn erzählt die Rednerin Yasmina Banaszczuk, dass Sie den Vortrag aufgrund von Ereignissen in der letzten Woche etwas umgestellt hat und dieser nun am Beispiel Feminismus angelegt ist.
Dazu gibt es gleich einen kleinen Auszug  “netter Titel“ vom Feuilleton deutsche Zeitschriften wie z.B. Jungfeministinnen, kaffeesüchtige Großstadtfrauen  oder Barbie-Feministin. Bezüglich der Betitelungen stellt Banaszczuk die Frage, was denn eigentlich jung heißt? Jung ist ein Wort welches klein macht und Erwachsenheit runterspielt.
Bezogen auf die Bezeichnung Barbie-Feministin, wird der Film “Natürlich Blond” genannt, der als Beispiel dazu dient, dass bezüglich Großstadtfrauen oft die Meinung entsteht, es handelt sich nur um Püppchen.
Ein wichtiger Punkt ist der Begriff Habitus. Was ist ein Habitus? Es geht dabei um Vorlieben und Gewohnheiten einer Person. Zum Beispiel der Habitus des “Nerds“, das eben in bestimmen Codes gesprochen wird und nur Leute in ähnlichen Kreisen das auch verstehen. Es geht darum wie man spricht, wie man sich äuĂźert, dass sind alles Ausprägungen von Habitus und zeigen den Status und Rang einer Person in einer Gesellschaftsordnung. Â
Im Weiteren geht es um Fragen wie ab wann eine Hashtag-Kampagne ein aktivistisches Ziel ist und wann sie ein Shitstorm ist? Wer bestimmt, welche Formen von Ausdruck im Netz der Norm entsprechen  und warum?
Zum Ende des Vortrags, zeigt Yasmina Banaszczuk ein Gedicht von Ernst Stadler. Damit möchte sie nochmal Motivation mitgeben, dass wenn es im Netz große Meinungsverschiedenheiten gibt und sich Leute empören (oder auch über Empörungen empören), man einfach mal ein paar Schritte zurückgehen sollte und sich überlegen sollte, woran das eigentlich liegt. Was für Strukturen liegen dahinter? Es geht dabei nicht um Individuen, sondern um strukturelle Dinge.