5 Schritte zur idealen Präsentation
Die Augen fallen zu, weil das Licht gedämpft ist und eine monotone Stimme zu uns spricht. Anfangs wollten wir noch interessiert zuhören und Folie um Folie mitlesen, doch die Schrift auf den Folien ist viel zu klein und jede einzelne mit Stichpunkten überfüllt. Sicher ist das Thema nicht per se spannend, aber wir hatten wirklich die Absicht etwas zu lernen und dem Vortrag interessiert zu folgen …
Jedes Thema kann spannend präsentiert werden - mit der richtigen visuellen Aufbereitung, einer guten Vorbereitung und Enthusiasmus beim Vortrag.
Damit obiges Szenario uns nicht selbst als Referent passiert oder zumindest der Vergangenheit angehört, gilt es einige Tipps zu beherzigen.
Schließlich ist eine gute Präsentation auch immer eine Chance sich als Experten zu positionieren und so auf sich aufmerksam zu machen. Daher sollte unsere Präsentation keine Pflichterfüllung sein, sondern die Gelegenheit, ein Meisterstück vorzulegen.
Hier kommen 5 Schritte zur idealen Präsentation:
#1 Rechtzeitige Planung: Folien & Inhalt
Nicht wirklich überraschend, aber einer der häufigsten Fehler ist die fehlende Planung. Natürlich will vor allem der Inhalt geplant werden; dies betrifft hauptsächlich Umfang und Aufbau der Präsentation.
So ist es wichtig, rechtzeitig festzulegen, welche Recherchen notwendig sind, welches Material ich benötige und wie ich meine Schwerpunkte setze. Der zeitliche Rahmen darf nicht gesprengt werden. Zudem müssen die Punkte im Fokus stehen, zu deren Erläuterung ich aufgefordert wurde.
Beginne ich damit kurz vorher, wird meine Präsentation ganz sicher Schwächen aufweisen.
Doch auch hinsichtlich der Folien ist die Vorbereitung wichtig. Bevor meine Präsentation überhaupt ansteht, kann ich meinen Power-Point-Master bereits an das Corporate Design anpassen.
Damit wird die Präsentation nicht nur visuell angenehmer. Es spart außerdem auch Zeit beim Füllen der Folien, wenn mein Layout schon feststeht.
#2 Habe ich Talent für Layout und Design?
Nein? Dann sollte ich mich auf meine Kompetenz, den Inhalt, konzentrieren und die Aufmachung einem Profi überlassen.
Grundsätzlich gilt die Regel, dass je größer und wichtiger die Präsentation, desto mehr Sorgfalt sollte auch in ihre Vorbereitung fließen. Dies spielt bei der Layout-Frage eine entscheidende Rolle. Wenn bei einer überschaubaren Team-Besprechung noch ein mäßiges Layout durchgehen mag, so ist dies in großer Runde mit Zuhörern von außen sicher nicht mehr angebracht.
Da es keinen Grund gibt, weshalb Verfasser und Gestalter nicht zwei verschiedene Personen sein sollten, können wir getrost auf professionelle Hilfe zurückgreifen.
Selbst wenn wir uns dazu entscheiden, alles alleine zu machen, obwohl wir wissen, dass Grafikdesign nicht unsere Stärke ist, sollten wir Kollegen um ihre Meinung bitten.
Unseren Kollegen ist das Thema nicht fremd und sie können einen Bezug zwischen Aufbau und Inhalt herstellen. Vermutlich geben sie uns wertvolle Hinweise, wenn die optische Präsentation nicht zur Schwerpunktsetzung passt oder wir uns bei der Aufmachung verzettelt haben.
#3 Wenig Text auf jeder Folie
Die Folien sollen eine Gedankenstütze sein, kein E-book. Meistens werden im Anschluss an den Vortrag hand-outs per E-Mail verschickt oder es können Informationen bei Bedarf angefordert werden.
Finden die Zuhörer zu viel Text auf den Folien, so trägt dies leider nicht dazu bei, dass sie sich dem Referenten zuwenden. Sie schalten komplett ab, weil es ihnen zu mühselig ist, zuzuhören und die Folien zu lesen.
Wir als Referenten sollten stets bedenken, dass das Lesen von Folieninhalten immer auf Kosten der Aufmerksamkeit geht.
Am Ende wird kaum ein Zuhörer einen Vortrag als gut bewerten, weil er eifrig die Folien gelesen hat und dafür dem Referenten nicht zuhörte.
Die eigene Präsentation und Erläuterung der Inhalte durch lebhafte und plastische Beispiele ist durch nichts zu ersetzen.
Folien können dies stimmig unterstützen, wenn sie einen Leitfaden darstellen - nicht mehr.
#4 Schnörkellos und monochrom
Was uns in den eigenen vier Wänden vielleicht versagt blieb, nämlich das hemmungslose Austoben mit dem Farbtopf, dürfen wir leider auch nicht auf unseren Präsentationsfolien nachholen.
Die Farbpalette mag beeindruckend sein, doch sollten wir immer unserem Impuls aus Jugendtagen widerstehen. Alles bunt zu verzieren bedeutet nicht, dass es eindrucksvoller wirkt. Stattdessen erschlägt eine Farbfülle und lenkt die Zuhörer von unserem Vortrag ab.
Zwar wird nicht jeder in die Versuchung kommen, sich als Künstler zu präsentieren. Doch ist jeder Referent mit der Farbgebung des Unternehmens am besten bedient. Steht diese nicht zur Verfügung oder wird nicht verlangt, so sind dezente Farben die beste Wahl.
Gleiches gilt für die Schriftart: Auch hier wählen wir vorzugsweise das Corporate Design oder entscheiden uns für eine Schriftart ohne Serifen und Schnörkel.
Je schlichter die Schrift, desto besser lesbar ist sie und lenkt nicht von uns und unserem Vortrag ab.
#5 Überschriften und Animation: Weniger ist mehr
Überschriften stellen eine notwendige Gliederung dar und sollen daher helfen und nicht in die Irre führen. Ebenso wie juristische Schriftsätze und Verträge eine folgerichtige Gliederung aufweisen, dienen auch unsere Überschriften als Leitfaden unserer Präsentation.
Daher wählen wir nur eine Formatierung - unterstrichen, fett oder kursiv - und halten uns bei der Nummerierung an stets die gleiche Abfolge.
Schließlich kommen wir zum amüsanten Thema Animation. Leider sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und man mag sich fragen, in welchem Anwendungsbereich fliegende Sternchen oder kreiselnde Buchstaben mit Soundeffekt seriös wirken. Unsere Präsentation zählt nicht dazu.
Damit sollte es uns nicht schwer fallen, ganz auf Folienanimation zu verzichten und stattdessen auf einfache Überblendung zu setzen. Das wirkt seriös und gefällig und erweckt nicht den Anschein, dass wir eigentlich eine Karriere im Anime-Bereich anstreben.
Halten wir uns an die oben genannten Punkte und üben unseren Vortrag, um flüssig und selbstsicher zu präsentieren, so können wir uns ganz auf unseren Inhalt konzentrieren. Indem wir die Präsentation als das betrachten, was sie ist, Information und Aufklärung durch einen Experten, erkennen wir schnell, dass es sich hierbei um ein Instrument handelt, mit dem wir für unseren Expertenstatus werben.
In diesem Sinne, viel Erfolg!
Was sind Eure Hürden, wenn Ihr eine Präsentation halten müsst? Schreibt es in die Kommentare!










