Vor etlichen Jahrhunderten war es eine weite verbreitete Praxis auf der Welt, Leute (Verbrecher oder angebliche Verbrecher, oder Verbrecher je nach den jeweiligen kruden Gesetzen) öffentlich zu Bestrafen oder sogar Hinzurichten. Wer kennt nicht die vor allem in Europa damals gebrĂ€uchlichen Strafen, wie Vierteilen, RĂ€dern oder den berĂŒhmten Scheiterhaufen. Diese Strafen erregen in einem gesunden Geist Abscheu, was sicherlich auch damals schon nicht anders war.
Auch andere LĂ€nder hatten schon damals ihre âkreativenâ Hinrichtungsarten, so zum Beispiel die Chinesen mit ihrem Leng Tchâe, dem Tod durch tausend Schnitte oder die exotischen Hawaiianer mit dem TotknĂŒppeln, falls mal jemand zu viel gefischt hatte.
Zweck solcher Strafen war und ist es immer, die Menschen fĂŒr das vorherrschende Rechtssystem zu erziehen, unabhĂ€ngig davon, ob dieses vom Standpunkt der Menschenrechte aus als ein gutes Rechtssystem oder ein schlechtes gilt.
Bestrafe einen, erziehe hunderte.
Auch dienten und dienen solche öffentlichen AnlĂ€sse dazu, das Volk zu unterhalten. Es scheint ein merkwĂŒrdiges, morbides Verlangen von vielen Menschen zu sein, solch einem Ereigniss beizuwohnen.
Die meisten LÀnder haben heute die Todesstrafe abgeschafft und bei den restlichen gibt es nur sehr wenige, die öffentliche Hinrichtungen oder Bestrafungen noch praktizieren.
Was auffÀllt ist, dass von den wenigen Staaten, welche noch auch heute noch öffentlich bestrafen und hinrichten, viele LÀnder islamisch geprÀgt sind. In der Regel sind es Staaten in den der Islam die Staatsreligion ist und die sich als islamisches Land verstehen.
Dies ĂŒberrascht nicht, wenn man sich ein wenig mit dem Islam, genauer gesagt mit dem islamischen Rechtssystem, der Scharia, auseinander gesetzt hat. So gibt es einerseits im fĂŒr Muslime heiligsten Buch, dem Koran, genau Anweisungen, wie Verbrecher (Verbrecher im Sinne des islamischen Rechts) zu bestrafen sind. Um ein Beispiel zu nennen, gĂ€b es hier in Sure 5, den Vers 38:
Der Dieb und die Diebin â schneidet ihnen die HĂ€nde ab, als Vergeltung fĂŒr das, was sie begangen, und als abschreckende Strafe von Allah. Und Allah ist allmĂ€chtig, allweise.
(Quelle: Koran, deutsche Ăbersetzung, Sure: 5:38)
Weitere Anweisungen erhalten Muslime aus ihren zweitwichtigsten religiösen Schriften, den beglaubigten Hadithen, den schriftlich festgehaltenen Ereignissen aus dem Leben ihres ReligionsgrĂŒnders und Propheten Mohammed und seine Aussagen.
Da er fĂŒr Muslime als grösstes Vorbild (Uswa Hasana) gilt, sind sie dazu aufgerufen, seine Weisungen zu befolgen und seine Taten zu ehren und nachzumachen. So ist es nicht verwunderlich, dass im islamischen Recht fĂŒr Islamkritik die Todesstrafe ausgesprochen wird, da er selbst Kritiker an ihm und seiner Lehre ermorden liess.
In den islamischen LĂ€ndern, welche noch solche Praktiken betreiben, variieren die Hirnichtungs- und Bestrafungsarten leicht. Teilweise sind die religiösen Texte bezĂŒglich der Bestrafungsart widersprĂŒchlich, da es unterschiedliche Weisungen oder Geschichten mit unterschiedlichen Methoden, trotz gleichem âVerbrechenâ gibt. Auch gab es logischerweise Menschen, welche Teilweise sich daran wagten, das âgöttliche Rechtâ nach ihrem GutdĂŒnken zu modifizieren, falls es Unklarheiten gab oder immernoch gibt. So wird in Saudi-Arabien ein Mörder mit dem Schwert enthauptet, im Iran jedoch gehĂ€ngt. FĂŒr den hingerichteten ist das Endresultat jedoch das gleiche.
Die Steinigung wird heute selbst in den islamischen LĂ€ndern nur noch sehr wenig praktiziert, obwohl auch diese religiös legitimiert ist und somit absolut islam-konform wĂ€re. Ausschlaggebend dĂŒrft hier wohl weniger eine Hinwendung zu besseren Meschnenrechten und zu weniger barbarischen Bestrafungsarten, als schlicht die Angst vor einem Gesichtsverlust innerhalb der internationalen Gemeinschaft sein. Selbst die grössten Unrechtsstaaten kaufen gerne in Deutschland Panzer ein oder möchten von anderen westlichen Staaten Hilfsgelder in Milliardenhöhe Zwecks âDemokratisierungâ einsammeln.
Seit 2002 wurden im Iran gemÀss Amnesty International mindestens sieben Steinigungen vollstreckt. Diese Hinrichtungsart ist im Iran also keinesfalls abgeschafft, auch wenn es kurzfristig, als eine moderatere, islamistische Regierung an der Macht war, kurzfristig ein Moratorium gab.
Der bekannteste Fall einer Steinigung im Iran, dĂŒrfte jener von Soraya M. sein, welcher auch von Hollywood verfilmt wurde.
In den letzten Tagen gab es im Iran gleich zwei VorfĂ€lle (zumindest von denen ich hörte), welche mir wieder vor Augen fĂŒhrten, wie brutal das iranische Regime mit seinem Volk umgeht und welche Mittel es anwendet um seine Bevölkerung einzuschĂŒchten und zu erziehen. Dem Volk soll klar gemacht werden, dass das islamische Gesetz herrscht und was die Strafe ist, wenn man es bricht.
Als in den 90er Jahren die Taliban (deutsch: âKoranschĂŒlerâ) in Afghanistan ihre Hinrichtungen und Bestrafungen in Fussballstadien ausfĂŒhrten, so ging zu Recht ein Schrei durch die westliche Medienlandschaft. Heutzutags könnten in den islamischen LĂ€ndern wohl tĂ€glich öffentlich Menschen hingerichtet werden; in den Medien wird dies höchstens noch in einer Randnotiz erwĂ€hnt. Man hat sich wohl an diese islamische Tradition gewöhnt?
Nachfolgend einige Bilder von einem aktuellen Fall aus dem Iran, wo ein Mann (respektive einige MÀnner) öffentlich ausgepeitscht werden (das Vergehen ist mir nicht bekannt, spielt aber auch keine Rolle):
Die Verbrecher(?) werden vor-/hingefĂŒhrt
Publikum bei der Bestrafung
Der Henker holt krÀftig aus
Die Henker möchten Anonym bleiben.
Quelle: http://www.sabzevarnews.ir/fa/pages/?cid=4132
Solche Hinrichtungen und Bestrafungen sind noch schlimmer, weil man nie weiss, ob Urteile im Unrechtsstaat Iran politisch motiviert sind oder nicht. Wie hÀufig wurden vermutlich schon politische Gefangene, als DrogenhÀndler verurteilt und dann gehÀngt?
Hier noch Bilder von einer aktuellen Hinrichtung im Iran, durch ErhĂ€ngen, welche in einem Fussballstadium vor Publikum durchgefĂŒhrt wurde:
Der Verbrecher(?) wird gehÀngt
Quelle: http://www.irangreenvoice.com/photo/31717
Was ich mich Frage ist, was Menschen bewegt, sich ein solch schreckliches Ereigniss anzuschauen. Ist es einfach nur eine merwĂŒrdige Form, sich zu unterhalten oder haben die Jahrhunderte der stĂ€ndigen Penetration durch den Islam im Iran hier ihre Spuren im Wesen der Menschen hinterlassen?
Siehe auch: http://www.mehrnews.com/fa/newsdetail.aspx?NewsID=1795149 (öffentliche Hinrichtung im Iran in einer Strasse in der Nacht)
Todesstrafe und Bestrafungen im Islam Vor etlichen Jahrhunderten war es eine weite verbreitete Praxis auf der Welt, Leute (Verbrecher oder angebliche Verbrecher, oder Verbrecher je nach den jeweiligen kruden Gesetzen) öffentlich zu Bestrafen oder sogar Hinzurichten.