Chemiewaffeneinsatz der TĂŒrkei im Nord-Irak
Weiterhin auf einem Auge blind
Schon vor einem halben Jahr mussten wir enttĂ€uscht feststellen, dass die "wertebasierte" Ampelregierung Kriegsverbrechen nur im Krieg Russlands gegen die Ukraine sieht und die Verbrechen unseres NATO VerbĂŒndeten TĂŒrkei und unseres Gas- und Ăl-Lieferanten Saudi-Arabien nicht beachtet.
Weder die jahrelange Bombardierung der Zivilbevölkerung im Jemen durch Saudi-Arabien noch die Invasion der TĂŒrkei in die Kurdengebiete in Nord-Syrien und dem Nord-Irak sind unserer Regierung bei den GeschĂ€ften mit beiden LĂ€ndern ein GesprĂ€chsthema.
Am 12. Oktober 2022 veröffentlichte die Organisation International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) einen Bericht zum vermutlichen Einsatz von verbotenen chemischen Kampfmitteln durch die tĂŒrkische Armee in Nord-Irak. Dieser Angriff soll sich sowohl gegen kurdische KĂ€mpferinnen und KĂ€mpfer wie auch gegen Zivilisten gerichtet haben. Und wieder mĂŒssen wir feststellen, dass nicht einmal unsere Medien ĂŒber diese Untersuchung der IPPNW berichten - von einer Reaktion der Regierung gegen die TĂŒrkei oder einem Aufruf an die Vereinten Nationen zur AufklĂ€rung dieser VorwĂŒrfe ist leider wieder einmal nichts zu hören.
Eine Delegation der IPPNW aus Deutschland und der Schweiz haben vor Ort im Nordirak nach handfesten Belegen fĂŒr den Einsatz chemischer Kampfstoffe gesucht und sind fĂŒndig geworden. Sie stieĂen auf Chlorgas, sowie weitere chemische Mittel. Der Einsatz solcher Chemikalien in militĂ€rischen Auseinandersetzungen ist nach der Chemiewaffenkonvention (CWC) untersagt und stellt damit ein Kriegsverbrechen dar. IPPNW betont in einer Pressemitteilung vom 12. Oktober:
"Angesichts dieser Verletzung könnten die Mitgliedsstaaten der CWC unter Berufung auf Artikel IX Absatz 1 der Konvention entsprechende Konsultationen mit der tĂŒrkischen Regierung aufnehmen. Im Rahmen der Vereinten Nationen könnten zudem MaĂnahmen ergriffen werden, um kĂŒnftige Verletzungen des Chemiewaffenverbotes durch die TĂŒrkei zu verhindern."
Die UNO hĂ€tte die Möglichkeit, geeignete MaĂnahmen zu ergreifen, um eine Untersuchung durch die OPCW anzuordnen und die TĂŒrkei dazu zu drĂ€ngen, kĂŒnftig das Chemiwaffen-Verbot zu respektieren. Dazu wĂ€re es wichtig, dass möglichst viele Staaten dies verlangen.
FĂŒr unsere "wertebasierte" Ampelregierung scheint es dagegen wichtiger zu sein, dass Schweden und Finnland von der TĂŒrkei verfolgte Kurden an die TĂŒrkei ausliefern, damit die TĂŒrkei ihren Vorbehalt gegen deren NATO Mitgliedschaft aufgibt.
Mehr dazu bei https://europa.blog/de/keine-reaktionen-auf-ippnw-bericht/
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