15. April 2017
Mal eben die Fotos auf das iPad kopieren
"Ich wĂŒrde ja gern noch mal die China-Fotos sehen.", sagt R., kurz bevor wir vier, R., A., U und ich, wieder zusammen in Urlaub fahren. UngefĂ€hr zehn Minuten bevor uns das Taxi um 3:45 Uhr in der FrĂŒh zum Flughafen abholt, fĂ€llt es mir auch wieder ein. Die meisten Fotos sind zwar bei flickr, aber einige private nicht. AuĂerdem brĂ€uchte man zum Anschauen der Fotos Internet. Das einzige, was mir zu dieser Tageszeit einfĂ€llt, ist, dass ich die Fotos kĂŒrzlich noch in einem Ordner auf einem Laptop sah und ich sie von dort auf einen USB-Stick ziehen könnte. Das dauert bei den ĂŒber 700 Fotos immerhin so lange, dass das Taxi noch ein paar Minuten vor der HaustĂŒr warten muss. Wie die Fotos allerdings vom Stick auf das zum Fotos Gucken auserwĂ€hlte iPad kommen sollen, ist mir in dem Moment noch nicht klar.
Wir kommen am Urlaubsort an, und in der Siesta habe ich Zeit und MuĂe, mich mal um die Fotos zu kĂŒmmern. Es sind immerhin gut zwei Gigabyte, die vom Stick auf das iPad sollen. Es gibt wohl einen Adapter fĂŒr derlei Vorhaben. Am einen Ende soll man einen USB-Stick anstecken können, das andere Ende passt an den Apple-eigenen Lightning-Anschluss. Dieses sagenhafte Teil habe ich aber nicht. Stattdessen habe ich ein sehr kleines, sehr schwaches Trekstor Surftab. Das habe ich mitgenommen, um die Fotos von der Digitalkamera auf eine Festplatte kopieren zu können. Denn fĂŒr sowas taugt das iPad ja auch nicht. Immerhin habe ich Internet. Das ist ja sowas wie die zweite Luft zum Atmen heutzutage.Â
Das Trekstor Surftab kann nicht viel. Aber es hat einen Micro-SD-Slot und einen Micro-USB-Anschluss. DafĂŒr hat es fast gar keinen Festplattenspeicher o. Ă€. Ich kopiere die Fotos also zunĂ€chst vom USB-Stick, der in einem passenden Adapter steckt, auf eine Micro-SD-Karte. Das mache ich, weil das kleine Surftab ĂŒber den Micro-USB-Anschluss auch mit Strom versorgt wird und mir nicht klar ist, ob die ganze Aktion vielleicht lĂ€nger dauern wird, als der kleine Akku im Surftab hĂ€lt. Der Plan ist jetzt, die Fotos via FTP auf das iPad zu ĂŒbertragen. Aber zwei Gigabyte durch das dĂŒnne Hotel-Wlan? Illusorisch.Â
Also installiere ich auf dem tapferen kleinen Surftab, das immerhin ĂŒber eine volle Windows-10-Version verfĂŒgt, mein Lieblingsfototool "Irfanview", mit dem ich die Fotos zunĂ€chst in einem Rutsch auf eine handliche GröĂe bringe. Jetzt wollen nur noch 160 Megabyte behandelt werden. Ich logge mich auf meinem FTP-Server ein und lade die Dateien ... doch nicht hoch. Ein FTP-Client ist auf dem Surftab nicht installiert und einen wirklich schlanken finde ich auf die Schnelle nicht. Mit dem FTP-Dings meines Providers mĂŒsste ich jede Datei einzeln auswĂ€hlen und hochladen. Mit dem kleinen Surftab-Display ist das nicht zu machen, will man danach nicht noch urlaubsreifer als vorher sein. Aber ein zip-Archiv könne man hochladen und direkt auf dem Server entpacken, lese ich. Also installiere ich auch noch 7zip auf dem Surftab, packe die ĂŒber 700 Fotos in eine Archivdatei und lade diese hoch. Das geht schneller, als ich dachte, jedenfalls ist nach dem Duschen alles hochgeladen.Â
Jetzt benötige ich eine FTP-App fĂŒr das iPad. ZunĂ€chst falle ich wie immer auf ein paar Apps rein, die toll aussehen, aber erst in der Kaufversion benutzbar sind. Beim Durchscrollen der Suchergebnisse im Appstore fĂ€llt mir eine auf, die ich offensichtlich mal gekauft habe. Die nehme ich, richte den Zugang ein und -Hurra!- die Fotos lassen sich nicht nur irgendwie herunterladen, sondern auch in die Fotobibliothek integrieren, was ich fĂŒr ein iPad nicht selbstverstĂ€ndlich finde.Â
Nun sind die Fotos auf dem iPad, und ich möchte ein Album erstellen. DafĂŒr muss ich nun wirklich jedes Foto einzeln markieren. Alles Wischen, Ziehen und Rumfingern auf dem Display nĂŒtzt nichts. Antippen. Jede. Einzelne. Datei. Das werde ich noch ein paar Mal machen, weil es mir nicht gelingen soll, die Fotos in der richtigen Reihenfolge in das Album zu bekommen. In der Diashow wird stets das letzte Foto zuerst angezeigt. Auch das erneute Herunterladen in umgekehrter Reihenfolge nutzt nichts. Man kann zwar die Fotos in iPad-Alben anklicken und verschieben. Das finde ich aber dermaĂen unkomfortabel, dass wir die Fotos entweder in umgekehrter Reihenfolge anschauen werden, oder von Hand weiterschubsen. Ăberhaupt nutze ich die iPad-Diashow zum ersten Mal. Apple hĂ€lt es offenbar fĂŒr eine gute Idee, die Fotos mal allein, mal zu zweit oder gar zu vieren zu drapieren und interessante Schwurbeleffekte einzubauen. Ich nicht.Â
Es mag noch weitere, sicherlich auch einfachere Wege geben, eingefallen ist mir jedoch kein gangbarer Weg, der nicht an irgendeinem kleinen Detail gescheitert wĂ€re, mit leider schon zu vollgestopften Onlinespeichern (Dropbox o. Ă€.) oder gar nicht erst eingerichteten zusammenhĂ€ngt. AuĂerdem hat man ja im Urlaub endlich mal Zeit, sich mit UnnĂŒtzem zu beschĂ€ftigen.
Achso: Am Ende kommen wir im Urlaub gar nicht dazu, die Fotos anzuschauen.Â
(Markus Winninghoff)











