Zoll und Post, es ist immer noch schwierig mit ihnen, aber man erkennt Fortschritte
J. aus meinem Coworkingspace meldet sich im Facebook Messenger: Es ist Post für mich angekommen, beziehungsweise dann doch nicht angekommen, weil 25 Euro Zoll dafür zu entrichten gewesen wären. Foto der Benachrichtigungskarte. “Ich hab doch nichts mit Zoll bestellt!”, sage ich entsetzt, schließlich bestelle ich T-Shirts immer nur einzeln, damit so etwas nicht passiert.
Dann fällt mir ein, dass ich doch was mit Zoll bestellt habe: die neuen Vortragshemden. Und nach Berlin komme ich erst in zwei Wochen wieder. Ich denke bereits über teure Szenarien mit Vollmachten und Fahrradkurieren nach, als mich J. informiert, dass man online einen zweiten Zustellversuch beantragen kann. Von dieser luxuriösen Einrichtung habe ich noch nie gehört. Ich google das Thema, finde zum Formular und schreibe Informationen vom Foto der Benachrichtigungskarte ab: Adresse der zuständigen Postfiliale, Sendungsadresse, lange Sendungsnummer, Fehlermeldung, nein, die andere lange Nummer.
J. gibt mir ihre Mailadresse, damit ich ihr das dem Paketboten bar auszuhändigende Geld via Paypal schicken kann. Stimmt, das gab es ja auch noch: Geld an Mailadressen verschicken! Ich habe das schon mehrmals gemacht, aber in so großen Abständen, dass ich die Möglichkeit immer wieder vergesse. Ich überlege, ob ich wohl schon oft andere Menschen zur Herausgabe ihrer Bankverbindung aufgefordert habe und ob man mich deshalb für einen paypalbildungsfernen Höhlenmenschen hält. Aber bald werde ich neue Vortragshemden besitzen. Ein kompetentes Hemd lässt die Leute viel Höhlenmenschenhaftigkeit übersehen.