âGeh leck, mir hamm a Mörder-Gaudi da!â
Schrammel postete dies direkt von der von Pilch verordneten eintĂ€gigen WeiterbildungsmaĂnahme âDie eigene AutoritĂ€t wieder spĂŒren und ausstrahlen!â in die Dezernats-WhatsApp-Gruppe.
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âGeh leck, mir hamm a Mörder-Gaudi da!â
Schrammel postete dies direkt von der von Pilch verordneten eintĂ€gigen WeiterbildungsmaĂnahme âDie eigene AutoritĂ€t wieder spĂŒren und ausstrahlen!â in die Dezernats-WhatsApp-Gruppe.
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210204 â Still-Leben der ambivalenten Art im Wiener Vorort im Zuge einer verdeckten Ermittlung...
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Das Klassische Wiener Schrammelquartett - âWie der Schnabel g'wachsen is...
Radtour
Aus Schrammels Abteilung âsurreal/sinnlosâ:
âAls Tourguide einer Radgruppe Brabanter Rentnerinnen hab ich mich in die Kiesgruben verirrt, die Ladies singen indes gut gelaunt Juxlieder. Wir nĂ€hern uns einer Abbruchkante: ScheiĂe, das ist ein 4-Meter-Drop! Unten schlagen die Damen um mich herum hart ein, loben aber ausdrĂŒcklich weiter meine StreckenfĂŒhrung ...â
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Kommissar Zufall
WĂ€hrend der konzentrierten Ermittlungsarbeiten des SicherheitsbĂŒros an dem Fall mit den paranormalen Ereignissen vor den Toren Wiens durchkreuzte ein Zufall die heimliche Hoffnung Schrammels auf ein bisschen echten Spuk:
Der angeblich durchs eigene Foto verstörte Kurzurlauber entpuppte sich als Scherzartikelladen-Besitzer, der mit Hilfe eines transluzenten weiĂen Umhangs samt eingenĂ€hter LED-Beleuchtung, âScreamâ-Ă€hnlicher Maske und sich auf einem Hoverboard fortbewegend die wiederholt âgeisterhafte Erscheinungâ gab. Mit diesen Aktionen erhoffte er sich als Interessent den Preis des leerstehenden GebĂ€udes drĂŒcken zu können.
Dem TÀter ist zum VerhÀngnis geworden, dass der Akku seines Hoverboards explodiert war, was wiederum seinen Umhang in Brand gesetzt hatte.
Die sofort ausgerĂŒckte freiwillige Feuerwehr des Orts brachte die Situation schnell unter Kontrolle, ernsthaft verletzt wurde niemand.
Fall gelöst und Pilch wirds freuen!
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Mehr als nur ein Film-Titel?
Samstag Nacht, im TV lĂ€uft âNo Country for Old Menâ â Schrammel hatte den Film 2014 zum ersten Mal gesehen, was heiĂt gesehen, nein, das war wegen einer Krankheit was ganz Anderes, KrĂ€mpfe des Magen-Darm-Trakts in Kolik-Wellen katapultierten dieses surreale Ding damals nicht nur in die Richtung seiner Bettstatt fernab der Heimat, Schrammel sickerte regelrecht in die Handlung ein, nahm Besitz von ihr und sie von ihm, KrĂ€mpfe und Film schaukelten sich in ihm gegenseitig hoch, er war fasziniert von den Farben, diesen lang-virtuosen Einstellungen, was fĂŒr eine Bildsprache, obwohl er sich fast schon sattgesehen hatte an dieser endlosen Weite US-amerikanischer Tiefebenen, in denen ab und zu ein paar schroffe Felsen stehen, diese Motel-Ăsthetik in kleinen KĂ€ffern, die im Nirgendwo am Highway liegen, aber dann Bardems Frisur, wie cool der gejagte SchweiĂer war, Schrammel mit ihm litt auf dessen mit unerwarteter List gespickten Leidensweg und es ihm am Ende doch nichts nutzte, wie die Protagonisten in ihren Schusswunden rumporkelten, die Symbolik dieses BolzenschussgerĂ€ts, das Aufdrehen der Pressluftflasche â Schrammel ist sicher, seine frischen EindrĂŒcke damals notiert zu haben, verdammt, er wĂŒrde diese Notizen jetzt gerne sehen, lesen, verstehen wollen; inwieweit sich seine damalige Sicht auf den Film von der jetzigen unterscheidet, die Situationen von damals und heute â doch er kann diese gâschissenen Aufzeichnungen nicht finden, was von einer Undiszipliniertheit im eigenen Archivwesen zeugt, ein relativ seltener Fauxpas, der ihn erst ungehalten sich selbst gegenĂŒber machte, doch langsam weicht dieses Unrunde in ihm dem GefĂŒhl, dass das Hier und Jetzt zĂ€hlt, alles irgendwie Sinn macht durch ein sich positiv anfĂŒhlendes Ergeben den Dingen, die du nicht Ă€ndern kannst, welch nichtigen Problemen er da eben Raum gab, und er wurde sich einmal mehr seiner privilegierten Rolle im Leben bewusst ...
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Und dann breitet sich eine beruhigende Stille in ihm aus, die ihn wenig spĂ€ter in einen tiefen Schlaf trĂ€gtâŠ
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Trend: Protestmedium Kunst
Das SicherheitsbĂŒro war wegen der Gefahr weiterer Sabotage-Akte im musealen Umfeld in Alarmbereitschaft versetzt worden. Schrammel verurteilte die Angriffe auf Kunst durch die âLetzte Generationâ â zuletzt auch im Wiener Leopold-Museum auf ein Klimt-Werk mit dem passenden Titel âTod und Lebenâ, das sich zum GlĂŒck hinter einem Schutz aus Glas befand.
Neulich im Leopold-Museum Wien.
Schremser blieb hingegen auffallend gelassen: âWeiĂt eh, Schrammel, der Kunstbetrieb, kann ruhig amoal a bisserl kritischer beĂ€ugt werden! Beispiel FĂ€lschungen: HĂ€tten die Beteiligten wirklichen Willen zur AufklĂ€rung, hĂ€tte auch ein Profi wie der Beltracchi niemals mehrere hundert Plagiate in Umlauf bringen können! Da ist sehr, sehr viel Geld im Spiel â und irgendwann ist eine Blase so groĂ, da hĂ€ttestâ ein Hochwasser, wenn die platzen tĂ€t! Kunst ist so eine leiwande Anlagemöglichkeit geworden, warum sollte man sich die fĂŒr a bisserl Wahrheit abgraben lassen?
Und wegen der aktuellen FĂ€lle â wir FuĂvolk und Kulturbanausen bekamen in Museen aus versicherungstechnischen GrĂŒnden schon zu ânormalenâ Zeiten ein Viertel sehr gute Repliken vorgesetzt, die Quote wird sich jetzt natĂŒrlich schnell erhöhen â hat bis jetzt aber eh keinen interessiert... Das wird in der jetzigen Situation wahrscheinlich noch viel lieber verschwiegen, weilst mit den Damen und Herren Aktivisten noch a bisserl den Aufschreifaktor erhöhst. Wolln ja eigentlich beide Seiten so, von daher vielleicht sogar eine Win-Win-SituationâŠâ
Kottan lĂ€sst derweil ausrichten, dass Schremmels Statement dessen persönliche Meinung widerspiegelt â was vollkommen wurscht ist, weil wir als Protest-Konsumenten eh untragbar geworden sind: WM-Kicker sollen protestieren (per Armbinde!) und werden bei Weigerung (gelbe Karte!) als Feiglinge beschimpft, die hier machen was, und es ist auch wieder nicht recht.
Was also tun?
Kottans Tipp: âWir sollten uns erst amoal alle miteinander viel mehr und ohne digitale EndgerĂ€te an der frischen Luft aufhalten. Danke!â
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"Was bekommst du?â
In seinem Roman âEs ist immer so schön mit Dirâ (Buch beim Verlag | Hörbuch bei Spotify) denkt Heinz Strunks Hauptprotagonist in einer Szene, dass ânur Leute, die im Leben nicht voran kommen, weil sie dumm und einfallslos sindâ eine Bestellung â z.B. am Kino-Snackschalter â mit den Worten âIch hĂ€tte gerneâŠâ beginnen.
Schrammels Meinung nach wusste Strunk â dieser Bazi! â ganz genau, was er seinen Lesern da in den Kopf pflanzt! Der Gedanke daran machte dann auch Schrammels tĂ€gliche Besorgungen eine Zeit lang ziemlich amĂŒsant, fast wie bei diesem Kindergeburtstagsspiel, bei dem man ein vorgegebenes Wort auf keinen Fall im nĂ€chsten Satz verwenden durfte...
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