Zielgruppen verschwimmen
Werbespots besser nicht mit halbem Ohr durchrieseln lassen: Es ging gar nicht um Lust und Milch auf Getreidebasis â die Schlagworte lauteten vielmehr âHaarverlustâ und âHafermilchâ âŠ
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KIROKAZE
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@dezernat-4
Zielgruppen verschwimmen
Werbespots besser nicht mit halbem Ohr durchrieseln lassen: Es ging gar nicht um Lust und Milch auf Getreidebasis â die Schlagworte lauteten vielmehr âHaarverlustâ und âHafermilchâ âŠ
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Slop-Stick
Schremsers Klischee-Bild von der KI-Zielgruppe tut dieser vielleicht unrecht: Zumindest in den USA ist bei den Jungen die Anti-AI-Bewegung weit(er) verbreitet
Schremser auf dem Weg zum Anti-KI-Evangelisten: âPhantasie in Eigenleistung ist lĂ€ngst auf der Liste der bedrohten menschlichen Eigenschaften â promptet Euch doch einfach selbst, kostenlose Tokens ohne Limit!â
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53 Jahre spÀter
Juli 2025: Kottan ganz normal on Tour
August 1972: Zielperson nÀhert sich Kapelle
Schremsers regelmĂ€Ăige AusflĂŒge dorthin haben in diesem Blog schon BlĂŒten getrieben (siehe hier und hier), aber auch der Herr Major gibt sich am Semmering sporadisch die Ehre â wenn auch aus ganz anderer Motivation: FĂŒr Kottan ist dieser Ort Zielpunkt zĂŒgiger Partien mit dem Motorrad, manchmal auch im Formationsflug mit Haberer* Strebinger (mittlerweile natĂŒrlich alles im legalen Rahmen, nur bis in die 70er Jahre galt auf Ăsterreichs LandstraĂen keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzung!). Der Hinweg fĂŒhrt traditionell durchs wunderschöne Halbach-Tal mit Zwischenstop an der Kalten Kuchl bei warmem Topfenstrudel und einem Kaffee, danach gehts weiter durchs wilde Höllental, fĂŒr die Einspur-Wiener ein Klassiker im Kurvenparadies.
Als ihm Kottan neulich auf seinem Mobiltelefon zufÀllig ein Foto (Bild 1) von der letzten Tour zeigte, auf dem die Pfarrkirche Semmering zu sehen war, wurde der Schremserer plötzlich ganz still. Ein Anflug von SentimentalitÀt? Mitnichten!
Schremser sprang plötzlich auf, hangelte sich behende am verdutzten Schrammel vorbei Richtung des Schranks mit den gelösten FĂ€llen, wĂŒhlte sich durch die HĂ€ngeregistratur, fiddelte eine Akte heraus, warf sie triumphierend auf den Tisch, begann zu blĂ€ttern, und zog nach kurzer Zeit das Objekt der Begierde hervor (Bild 2).
âHier, hier, seht euch das an, die Bilder von der VerdĂ€chtigen-Beschattung! Fast die gleiche Perspektive! Da sieht man den Axt-Serienmörder, unser gröĂtes Ding, 1972, wie er Richtung Kapelle geht, um dort sein Gewissen zu erleichtern. Schrammel hockte damals mit seinem Richtmikrofon und 180er Puls hinter einem Vorhang, und nachdem der damals bis dahin nur VerdĂ€chtige eine Kerze angezĂŒndet und ein Vater-Unser gebetet hatte, brach alles aus ihm heraus â zwar nur im FlĂŒsterton, aber Schrammel hatte die Technik diesmal ausnahmsweise voll im Griff! Wir konnten ihn ohne Aufsehen beim Verlassen der Kapelle festnehmen, und obwohl unsere Tonaufnahme schon damals nicht vor Gericht verwertbar gewesen wĂ€re, war er bei der Festnahme wie erleichtert und hat spĂ€ter unter Eid losgesprudelt wie ein Wasserfall, da kam ja noch viel mehr zum Vorschein, als wir bis dahin wussten! Werdâ ich nie vergessen.â
ErklĂ€rt sich vielleicht so die unterschwellige Anziehungskraft, die dieser Ort auf zumindest zwei Drittel der SicherheitsbĂŒro-Besatzung ausĂŒbt? Was ist eigentlich mit Schrammel?
Ein anderes Mal.
*österreichisch fĂŒr Freund / Kumpel
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Did you say Oil?
Lord Humungus in Mad Max 2: The Road Warrior
âHeimelige Film-Abende sind eh nicht mehr das, was sie mal warn!â
In der Zeit ihrer Entstehung (1981!) sehr fiktive Endzeit-Apokalypsen lösen keine wohligen Schauer mehr aus, seit die RealitĂ€t rechts ĂŒber den Standstreifen ĂŒberholt. Kleiner Trost: In Mad Max 2 findet der energiehungrige Muskel-Despot sein gerechtes Ende âŠ
Letzter GruĂ an Humungus (links): âServas, Oarschloch!â
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Weniger = mehr
âOskarchen guckt unten im Spielzeugladen bei Charles Aznavour nach Trommeln, als Mutti oben im Orgasmus ĂŒber den ganzen Marktplatz hörbar âJAN!â schreit âŠâ
⊠Schremsers Einwurf bei der Diskussion, welche Film-Szenen sich am Àrgsten ins Erotik-GedÀchtnis der Anwesenden eingebrannt haben.
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Not-Aus!
Das empfohlene und bis dato konsequent umgesetzte TOTALE Nachrichten-Embargo funktionierte, die geschundene Seele, die bis vor kurzem noch das negative Info-Dauervollgas aushalten musste, das sogar noch von News-Aggregatoren turbogeladen wurde, kam langsam zur Ruhe. FOMO ist eine echte Pest, JOMO sollte die neue Sucht werden.
Schrammel mochte das Bild von der zerknĂŒllten BrötchentĂŒte, die sich im Kopf unter Knistern wieder entspannte, genauso fĂŒhlte sich das neuerdings an, und das war gut so â Balsam auf die rotglĂŒhenden Kabel im Kopf. Dem Chaos der Weltenlast, das ihn von sich selbst so entfremdete, als ob man bei Sturm die Leinen von einem HeiĂluftballon durchschlagen hĂ€tte mit der leicht beeinflussbaren Version von ihm als einzigen und unkundigen Passagier im Korb, musste dringendst Einhalt geboten werden! Er, Alfred Schrammel, konnte sich in letzter Sekunde durch einen beherzten Sprung in Sicherheit bringen und sah das FluggerĂ€t unglaublich schnell Fahrt und Höhe aufnehmen. Das ZurĂŒckbleiben fĂŒhlte sich sehr intensiv genau richtig an, und Schrammel wurde klar, dass er gern bei sich war und gar keine Ablenkung und Zerstreuung als Fluchthelfer vom eigenen Ich benötigte. Welt-Erkenntnis!
Was Dr. Jung direkt weiter zum Themenkomplex âErwartungshaltungâ fĂŒhrte â der nĂ€chste wunde Punkt Schrammels, gegen den die RealitĂ€t in der Vergangenheit immer den KĂŒrzeren gezogen hatte. âWarum eigentlich?â, lautete Frau Doktors ganz einfache Frage, die Schrammel nach lĂ€ngerem Nachdenken die Augen öffnete: ,Wahrscheinlich, weil es dabei meistens nicht einmal um die ur-eigensten Erwartungen ging!â â der Druck von auĂen war einfach enorm, und wenn man mal viel aufmerksamer dem wirklichen Bewusstsein fĂŒrs Selbst und seinen WĂŒnschen lauscht, entspannt sich die Lage sofort.
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Artemis II war ĂŒberall
Launiges Beisammensitzen kurz vor Feierabend im SicherheitsbĂŒro bzw. Postamt Zwo â Strebinger scheint die Artemis-Mondmission nicht loszulassen:
âSeid ehrlich, die Artemis-Mission wurde schon bis an die Schmerzgrenze gehypt, oder?! Klasse PR auch fĂŒr ein paar andere wie Nikon und Ferrero, schlecht fĂŒr Microsoft und superschlecht fĂŒr den Scheibenerde-Fanclub!â
âGibts den und seine Mitglieder denn ĂŒberhaupt noch?â
âGlaube schon. In den USA solls nen Rapper geben, der Millionen in eine eigene Mission steckt ...â
âVor einiger Zeit war schon einer von den Scheiben-Jungs mit einer selbstgebauten Rakete aus dem eigenen Garten gestartet, hat das aber nicht ĂŒberlebt â der ist jetzt Mitglied im Darwin-Club.â
âDie Artemis-Crew hatte nach der RĂŒckkehr ein paar wirklich emotional-starke Statements Richtung âOne Humanityâ abgegeben, kein Wunder glaub ich, wenn du das alles mal von da oben gesehen hast! âŠ
⊠Aber die fielen leider allein schon wegen der vielen wirklich guten Bilder, die sie oben gemacht haben, so gut wie unter den Tisch. Darf ja drĂŒben auch keiner mehr sagen sowas â sonst direkt Karriereende ...â
âGenau, und was wĂŒrde Bing Gordon zu der Mission sagen? âVerzeihung, liebe Mond-UMRUNDUNGS-Crew, ich war AUF dem Mond â es war scheiĂe langweilig und kalt da oben, aber ICH bin da einfach rumgelaufen auf dem Mooond!ââ
Humanity hin, Humanity in ihrer theoretischen AusprĂ€gung her â es herrscht sehr locker-ausgelassene Stimmung im Dezernat, und weil das Licht drauĂen so schön gĂŒlden ist, gehts zusammen noch auf ein Helles in den Gastgarten beim Stammwirt. Warum in die Ferne schweifen ...
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Das SicherheitsbĂŒro wĂŒnscht Euch alles Gute fĂŒrs neue Jahr. Let the good times roll!
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⊠jetzt schon gealtert wie ein Tetra-Pack Kakao auf der Heizung im Seniorenheim! đ€ą
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Immer wenn du glaubst, es geht nicht mehr, âŠ
âMan möchte sich nur noch Roger-Willemsen-artig wegballern in einer afghanischen Opiumhöhle und eine Wiedergeburt ohne Nahtoderfahrung in gleiĂendem WeiĂ an einem besseren Ort erleben. Stattdessen anstehen am Prellbock im Kopfbahnhof namens 'Meinleben' ⊠Ich muss dringend mal 'nen Triebkopfwechsel vornehmen, eine Weiche umstellen und raus in die Berge fahrn!â
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Inspirierende Vision
âMein Plan fĂŒr das Alter ist, dass ich ein Simple-Living-Institut eröffne. Einen Platz, wo ich das meiste Essen selbst pflanze, ohne Strom und Internet. Und wohin Menschen kommen können, um ein einfaches und nachhaltiges Leben zu lernen.â
Rob Greenfield
Gut gedacht, schlecht gemacht: Schremser ĂŒbertrĂ€gt diese schöne Vision mit seinem scheiĂ Handy in eine US-Cloud... Realsatire!
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Nicht verzagen!
âWenn du keine Wahl treffen kannst, Â Â entscheide dich fĂŒr unseren Zweiflerâ
FĂŒr Generationen hat man uns eingeschĂ€rft, dass Zweifel gar nicht gut sind. Die âChaka-du-schaffst-esâ-Kohorten der BĂŒhnen-Optimizer legten in diesem Sinne noch einmal nach und verdienten ein Vermögen mit dem Einreden von SchwĂ€che und dem anschlieĂenden Ausmerzen derselben.
Doch jetzt nicht abschweifen!
Das Bild oben hat Schremser wĂ€hrend seiner mysteriösen Lesereise in einer hollĂ€ndischen Frituur (sprich: âFritĂŒhrâ) gemacht â also einer örtlichen Pommes-Bude. Und genau hier nimmt der einleitende Text eine halbsympathische Wendung, denn der hungrige Zweifler, der sich fĂŒr kein bestimmtes Frittier-WerkstĂŒck aus der ĂŒppig bestĂŒckten Theke entscheiden kann, entgeht der Qual der Wahl hier sehr elegant: Er wĂ€hlt ganz einfach das oben abgebildete Potpourri, das eine Leistungsschau der Processed-Food-Industrie darstellt. Lekker, he!?
Schremser ergĂ€nzte noch, dass er sich unter diesen und weiteren kulinarischen UmstĂ€nden (zu Friet Oorlog kommen wir vielleicht ein anderes Mal) ĂŒber den groĂen Wuchs und die normale Lebenserwartung der NiederlĂ€nder wundert, von einer Mittelmeer-DiĂ€t ist man dort mindestens eine Abschlussdeich-LĂ€nge entfernt!
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Kontroll-Freaks
âDer Kanaldeckel in der Kurve am Kaninchenhof war aalglatt, ansatzlos-kurzer Kontrollverlust in tiefer SchrĂ€glage und endlich, endlich Puls! WĂŒrde man das Motorrad heute erfinden, wĂŒrde es verboten werden, noch bevor es zur Anwendung auf öffentlichem GelĂ€uf kĂ€me.â
âZu gefĂ€hrlich!â, wĂŒrden die EntscheidungstrĂ€ger sagen.
âIHR seid die LebensmĂŒden!â, wĂŒrde Kottan kontern.
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Zerstreuung und MuĂe werden als ineffizient diffamiert, denn Stress ist das neue Statussymbol â was fĂŒr eine saudoofe Hustle-Kultur⊠Dabei weiĂ jeder, dass in Phasen der MuĂe die besten Ideen entstehen, die Schönheit der Inspiration ist tief zu empfindendes GlĂŒck!
Zitat aus â24 Stunden im 21. Jahrhundertâ vom sehr guten Peter Glaser: âDer Maschine werden auch stets die entspannten, kleinen, gedankenlosen Wege fehlen, durch die Inspiration flutet.â
Was fĂŒr ein rĂŒhrender Gedanke!
Selbst in simulierter Ineffizienz wÀre die Maschine effizient. Sie kann sich nicht verleugnen.
Die Maschine konnte schon immer ein seelenloses Arschloch sein, reihenweise GliedmaĂen abreiĂen oder Körper zerfetzen, doch der 2-Nanometer-Chip, der dazu noch KI-generierten Code verarbeitet, lĂ€sst auch das endmaschinisierte Steinkohlebergwerk dastehen wie eine HĂŒpfburg auf dem Grundschul-Sommerfest.
Das SicherheitsbĂŒro hat den Freitag deshalb seit langem zum Tag der analogen Inspiration erklĂ€rt, um beim EinlĂ€uten des Wochenendes behilflich zu sein. ZusĂ€tzliche Tage können bei Bedarf zugebucht werden.
Eins ist eh klar: Das ganze Projekt hier atmet diesen Geist, denn Inspiration ist auch Verbrechens-Prophylaxe. Das SicherheitsbĂŒro rĂ€t eindringlich zur erbaulichen Zerstreuung, um die Effizienz-Doktrin einfach wegzuflanken und das wahre Leben reinzulassen!
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Fundamental anders
â ⊠fahlstes restlicht ohne sichtbare quelle, ich fege stoisch den sehr verdreckten boden des riesigen hohen raums, der wirkt wie das leergerĂ€umte innere einer dieser evangelischen betonkirchen, es ist tiefe nacht, durch das riesige dachfenster dringt nur vakuumgleiche schwĂ€rze, als sich die kleine tĂŒr hinten in der ecke öffnet und Pauli gebĂŒckt hereinschleicht, ich bin sehr erstaunt, denn er ist schlieĂlich lĂ€ngst tot â âhaaallo â du hier?!â bleiches lĂ€cheln vom herzen âŠ
und plötzlich schimmert dieses pink-lila wabern herein! erst nur wie eine flĂŒchtige ahnung, dabei schon unterlegt vom vibrierenden brummen einer hochspannungsleitung, ich schaue instinktiv hoch richtung fenster, und da steht diese formation am firmament direkt vor uns, pink, blau und gelb changierend, die assoziation von tannhaeusers gate schieĂt ein und fĂŒhlt sich an wie eine berauschende ĂŒbereinkunft, der blick auf sie ist plötzlich komplett unverstellt, ich bin im raum schwebende grenzenlosigkeit und fĂŒhle kalte trockenheit im mund, weil ich ihn nicht zukriege, das ist so unfassbar faszinierend, ich will Pauli fragen, ob er das auch sieht, aber er ist verschwunden.
âMIR WIRD KEINER GLAUBEN!â â unfĂ€hig zu mehr konkreten gedanken bleibt mir nur die gewissheit, dass da grad interstellar etwas ganz fundamentales passiert mit unserem planeten mittendrin âŠâ
Dr. Jung: âSchrammels Schwebe-Impressionen aus der Unendlichkeit scheinen regelmĂ€Ăig wiederkehrendes Sujet zu sein â wollen tiefere Schichten aus der Sicherheit gebenden Enge ausbrechen? Wir bleiben dran!â
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Noch allein?
Strebinger erzĂ€hlte neulich im Dezernat von einem nicht mehr ganz jungen Kunden namens Noch, der sich auf FreiersfĂŒĂen befindet und eine skurril-genaue Vorstellung von seiner zukĂŒnftigen Angetrauten hat.
Neben den ĂŒblichen PrĂ€ferenzen sticht in seiner Zeitungs-Anzeige (Online-Partnerbörsen kamen fĂŒr Herrn Noch nie in Frage!) eine Anforderung heraus:
Die ZukĂŒnftige soll ernsthaft auf den Zunamen âNöcherâ hören und diesen auch behalten.
Klar, der Postzusteller in Strebinger sah Klingel- und Briefkasterl-Beschriftung schon genauso vor sich wie die Tischkarten bei der Hochzeitsfeier âŠ
Skepsis bei den Anwesenden und mehr Noch-Wortspiele â Noch, dein Ernst?! Was denn, Noch? Sonst Noch WĂŒnsche? Noch zu retten? Und Noch viel mehr!
Eh wurscht, das SicherheitsbĂŒro wĂŒnscht Noch viel GlĂŒck!
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But why?
Schrammels Bildbesprechung (letzter Entry) fiel zufÀllig zusammen mit dem viralen Meme-Durchstart des sich von seiner Kolonie absetzenden Pinguins aus einer Werner Herzog-Doku, siehe Ausschnitt aus dem Original oben.
Herzogs Herzog-Voiceover macht das zu Sehende in seiner emotionalen Tragweite erst wirklich begreifbar, die GefĂŒhle beim Verfolgen des maximal determinierten kleinen Geschöpfs gehen in eine Ă€hnliche Richtung wie die von Schrammel mit seinem Bild, das Herzog-Ding legt hier aber noch mindestens drei Empathie-Schippen drauf â auch, weil klar ist, dass der Kleine bei 5.000 Kilometern Landmasse vor sich wissentlich in den eigenen Tod tippelt.
Was mag da vorher in der Kolonie passiert sein? Was geht in diesem Köpfchen vor? Wohin mit den eigenen GefĂŒhlen bei Ansicht der Bilder? Gibt der schwarz-weiĂe Protagonist die aktuelle Weltstimmung der Introvertierten unendlich treffend wieder? Was können wir als menschliche Spezies daraus ableiten? Können wir was ableiten? So universaler Ansatz!
Dass das Internet daraus etwas bastelt, das Klicks generieren soll, ist legitim und macht den groĂartigen Herzog bei einem breiteren und jĂŒngeren Publikum gerade zum PhĂ€nomen.
Dennoch bleibt die Gewissheit, dass sich das hier zu Sehende auf einer ganz anderen Ebene bewegt.
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Schrammels Foto
Eric Jaquier: Ginoâs Coffee. Leeds, 1969
Schrammel fĂ€hrt dieses Bild immer wieder tief unter die Haut. Anfangs bildete er sich lediglich ein, sich in den Jungen hineinversetzen zu können. Mit der Zeit wich dieser Eindruck dem tiefen GefĂŒhl, dass es den kleinen Schrammel zeigen könnte, nicht im Sinne von 'derselbe', sondern eine Art Symboldarstellung seiner selbst und seines Lebens. Diese kleine, augenscheinlich brave, unschuldige Person wirkt auf den ersten Blick so verloren im abgebildeten Setting, dass es Schrammels verborgenste BeschĂŒtzerinstinkte weckt, die â und das zu schreiben fĂ€llt ihm noch immer schwer â dem kleinen Jungen in sich selbst gelten, den er lĂ€ngst vergessen zu haben wĂ€hnte.
Doch dann auch Hoffnung: Sein ĂuĂeres mit diesem Haarschnitt, der Brille, der Kleidung, der Haltung von Körper und Besteck â all das strahlt einen Hauch von trotzigem Selbstbewusstsein aus, lĂ€sst Schrammel positiv gestimmt hoffen, dass der kleine Mann seinen Weg auf seine ganz eigene Art und Weise schon gehen wird. Tiefe, verloren geglaubte GefĂŒhlsschichten offenbaren sich, und Schrammel ist der Kunst einmal mehr sehr dankbar dafĂŒr.
Die zwischenmenschliche Ebene des Fotos ist fĂŒr Schrammel trotz ihrer formalen Abbildung seltsamerweise so gut wie nicht existent: FĂŒr ihn zeigt das Bild keine innigere Interaktion oder Beziehung, sondern eher die Konfrontation mit dem oft drohend zitierten âErnst des Lebensâ bzw. der ungemĂŒtlichen Welt da drauĂen â der MĂŒll und die Kippe unter dem Tisch sind fĂŒr Schrammel Detail-StĂŒtzen dieser These. Dicke Herausforderung das alles âŠ
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