Der Betrieb, in dem ich aushelfe, muss einmal im Jahr ein Formular zur Berechnung der Ausgleichsabgabe für das Vorjahr bei der Agentur für Arbeit einreichen. Früher hat der Buchhalter einfach ein entsprechendes Formular zugeschickt bekommen, dieses ausgefüllt und eingesandt. 2015 hat er plötzlich Probleme damit. Er kriegt kein Formular mehr, sondern nur noch einen Bescheid, dass es wieder ansteht. Nach einer kurzen Suche im Internet findet er ein PDF-Formular, druckt und füllt es aus und sendet es ein. So wird das Formular aber nicht anerkannt; die PDFs sind nämlich nur Voransichten. Das Formular wird zurückgesandt, mit der Information, dass nur Vordrucke gültig sind, die man extra bestellen muss, oder Ausdrucke aus einer Software von der Agentur für Arbeit, die man runterladen kann. Das ist dem Buchhalter alles zu kompliziert, also gibt er das an mich ab.
Ich entscheide mich für die Software, REHADAT-Elan (ab 2019 IW-Elan), von der ich lese, dass sie die Daten auch direkt elektronisch übermitteln kann. Damit sollte die Sache am schnellsten erledigt sein. Ich muss dazu also ein Programm runterladen und installieren, das nur dieses eine Formular, und auch nur für dieses Jahr, erstellen und übermitteln kann. Es gibt das Programm zunächst nur als .jar-Datei für Windows, Mac und Linux, wofür man Java installiert haben muss. Wenn man nicht weiß, was das ist, oder erst mal Java installieren muss und womöglich nicht die nötigen Rechte dazu hat, macht das die Sache schon komplizierter. Ab 2017 gibt es unten auf der Downloadseite für Windows auch eine Java-Bundle-Version, die auch ohne vorinstalliertes Java läuft. 2019 ist diese Bundle-Version dann der Standarddownload ganz oben auf der Downloadseite.
Wenn man die Software zum Laufen gebracht hat, ist das Ausfüllen unkompliziert. Ich kann problemlos die bereits vom Buchhalter ausgefüllten Formulare übertragen. Die Software hat immerhin den Vorteil, dass sie ein paar Felder automatisch berechnet; es sind keine komplizierten Berechnungen (Summe, Durchschnitt), aber so ist es doch weniger fehleranfällig.
Das fertig ausgefüllte Formular kann man zunächst als PDF abspeichern (als Kopie für die eigenen Unterlagen) und dann entweder für den Versand ausdrucken oder elektronisch übertragen. Ich entscheide mich für Letzteres, damit ich das To-Do gleich abhaken kann. Die Übertragung klappt problemlos. Am Ende wartet aber noch eine Überraschung. Ohne Unterschrift ist das Formular nicht gültig. Ich werde deshalb gebeten, eine Seite mit einer ID-Nummer (die bei der Datenübertragung vergeben wurde) auszudrucken, die ich nach Unterschrift vom Geschäftsführer per Post an die Agentur für Arbeit schicken soll. So hatte ich mir das mit dem elektronischen Formular nicht vorgestellt.
Im zweiten Jahr, in dem ich die Software benutze, lerne ich einen weiteren, wenn auch kleinen, Vorteil kennen: Es können Daten aus den Vorjahren übernommen werden. Die Zahlen müssen natürlich angepasst werden, aber man muss Daten wie die Betriebsnummer und Geburtsdaten von zuvor erfassten Mitarbeiter_innen nicht suchen. Die Daten werden aber nicht irgendwo aus der Cloud ausgelesen, sondern aus einem Verzeichnis, das die Software vom vergangenen Jahr im Benutzerverzeichnis angelegt hat. Sie können also nur übernommen werden, wenn die Software von der gleichen Person (bzw. vom gleichen Benutzerprofil aus) verwendet wird und das stillschweigend angelegte Unterverzeichnis in der Zwischenzeit nicht gelöscht wurde.