Erhaltung der Ozeane bewusstseinserweckendes Poster mit einem Zebrahai
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Meeresumwelt-Skulpturen aus geblasenem Glas
Pottwal-Strandungen im FrĂŒhjahr 2016 - Die neusten Ergebnisse
Im FrĂŒhjahr 2016 strandeten an den KĂŒsten der Nordsee ĂŒberraschend etwa 30 Pottwale. Die Stiftung TierĂ€rztliche Hochschule Hannover hat sich mit der Obduktion der deutschen und dĂ€nischen Strandungen beschĂ€ftigt um die Ursache zu finden.
Alle untersuchten Tiere waren Jungbullen zwischen 10 und 15 Jahren. Eine Nahrungsanalyse zeigte, dass die Pottwale aus nördlichen GewĂ€ssern kamen. Auf ihrem Weg Richtung Azoren mĂŒssen sie sich dann in die Nordsee verirrt haben. Da die Echoortung der Tiere auf 3000 m Tiefe optimiert ist, passiert es in flacheren GewĂ€ssern, dass sie sich darauf nicht verlassen können und wie blind auf den Strand schwimmen, wo sie verenden.
Durch die Untersuchungen an den toten Tieren können einige Ursachen bereits ausgeschlossen werden. Die Pottwale litten an keiner Viruserkrankung wie etwa andere Tiere, die dieses FrĂŒhjahr ebenfalls gestrandet waren. Auch eine Störung des akustischen Organs konnte nicht festgestellt werden. Ob jedoch LĂ€rm die Ursache der RoutenĂ€nderung gewesen ist kann noch nicht eindeutig ausgeschlossen werden. Im Norden gibt es einige Ălplattformen, die LĂ€rm produzieren.
Auch der MĂŒll den 36 % der untersuchten Tiere in sich trugen hatte bis zu diesem Lebenszeitpunkt noch keinen Schaden angerichtet. Die Forscher identifizierten unter anderem Fischernetze, Teile von Plastikeimern, Nespresso-Kapseln, eine Snickers Verpackung und ein Autoteil von Ford.
Einige Forscher vermuteten einen Zusammenhang zwischen den SonnenaktivitĂ€ten und eine daraus resultierende ErdmagnetfeldĂ€nderung. Diese AktivitĂ€ten waren allerdings viel zu frĂŒh um im FrĂŒhjahr 2016 noch Auswirkungen auf die Wale gehabt zu haben.
Ob es sich um toxische EinflĂŒsse handelt wird derzeit noch im Labor getestet. Die Vermutung der Wissenschaftler sind allerdings die extremen StĂŒrme zu der Zeit. Auch ob dies am Klimawandel liegt und anthropogene EinflĂŒsse hat muss noch geklĂ€rt werden.
26. Meeresumwelt-Symposium [Tag 2]
Wie geht es dem Meer und wie geht es weiter?
Die erste HĂ€lfte des zweiten Tages beschĂ€ftigten sich die Referenten intensiv mit dem Thema Naturschutz. Sie stellten ihre Beobachtungen der Meeresfauna vor. Dass zum Beispiel in der Nordsee nicht alle seltenen Arten auf der Roten Liste stehen und nicht alle Rote-Liste-Arten selten sind. AuĂerdem wird derzeit der Einfluss von anthropogenen Strukturen im Meer untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass die meisten Basstölpel die nördlichen Offshore-Windparks bei Helgoland auf ihren langen NahrungsflĂŒgen meiden. Ins Meer eingebrachte Betonsteine zum KĂŒstenschutz haben eine Verschiebung der HĂ€ufigkeiten zur Folge. Sie locken tagsĂŒber gröĂere Fische und Krebse an wĂ€hrend die kleineren Arten eher fern bleiben. Generell verringert sich die Zahl der wirbellosen Meerestiere um diese Betonsteine.
Das soll aber in Zukunft alles besser werden! 2014 wurde auf EU-Ebene eine Richtlinie zur Meeresraumordnung (MRO) verabschiedet, die momentan in Deutschland umgesetzt wird. âĂberall wo menschliche Nutzung ist, soll auch Umweltschutz geschehenâ. Viele Punkte der Richtlinie sind bereits Teil der deutschen Raumordnung, aber nun kann ein Schulterschluss innerhalb der EU passieren. Die MRO berĂŒcksichtigt Ăkosysteme sowie die Bewegungen der Meerestiere, die in der Vergangenheit oft vernachlĂ€ssigt wurde. Im Gegensatz zur Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie vereint die MRO mehrere Bereiche wie Transport und Energie und nicht nur die Umwelt.
An welchem Punkt ist die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) ĂŒberhaupt? 2020 ist nicht mehr weit hin und bis dahin sollen die Meere in einem guten Umweltzustand sein. 2008 ist die Richtlinie der EU in Kraft getreten. Es fand eine Anfangsbewertung der Meere statt. 2012 wurden die Umweltziele formuliert. Ein intensives Monitoringprogramm entwickelt und durchgefĂŒhrt. Das Bundesumweltministerium hat letztendlich einen MaĂnahmenkatalog entwickelt mit 31 MaĂnahmen fĂŒr die verschiedenen Umweltziele. Schwerpunkte sind hier der MeeresmĂŒll, UnterwasserlĂ€rm und der stoffliche Eintrag. Kritik gibt es allerdings von UmweltverbĂ€nden, denen die MaĂnahmen nicht weit genug gehen, sowie von der Wirtschaft bezĂŒglich der Kosten und der Machbarkeit. FĂŒr die Referatsleiterin des Bereiches Meeresschutz heiĂt das, sie habe alles richtig gemacht, denn so sei es definitiv ein Kompromiss. Bis zum Ende des Jahres werden die MaĂnahmen nun ausgearbeitet, sodass sie konkrete Vorgaben geben. Dann sollten sie bis 2020 durchgefĂŒhrt werden.
Ein Beispiel fĂŒr Fortschritt bezĂŒglich der MaĂnahmen ist der PlastikmĂŒll in den Meeren. Nach dem die Bundesregierung diesen Punkt als einen der wichtigsten angesprochen hat gab es eine positive Entwicklung. Zwar ist die Situation weiterhin dramatisch: Seevögel bauen inzwischen ihre Nester hauptsĂ€chlich aus MĂŒll - 94 % toter Eisvögel haben Plastik im Magen. Aber Plastik in der Meeren findet Einzug auf den deutschen LehrplĂ€nen. Auch die PrimĂ€rquellen konnten bereits reduziert werden. Zahnpasta wird inzwischen ohne Mikroplastik hergestellt. Fortlaufend wird aktiv MĂŒll aus den Meeren und von den KĂŒsten eingesammelt, AbwĂ€sser besser gefiltert.
Ebenfalls weiter auf dem Vormarsch ist die Forschung zum umstrittenen Sea-bed mining - die Entnahme von Manganknollen, die seltene Metalle fĂŒr z.B. die Elektrotechnik enthalten. Diese befinden sich in einer Tiefe von 4000-6000m auf dem Meeresboden und sind im Laufe von Millionen von Jahren entstanden, also kein (schnell) nachwachsender Rohstoff. Deutschland besitzt wie weitere gröĂere Staaten Lizenzgebiete auf hoher See fĂŒr den Abbau dieser Knollen. Damit sind sie aber auch verpflichtet zunĂ€chst eine UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfung durchzufĂŒhren. Nur wenn die Habitate nach dem Abbau wieder natĂŒrlich besiedelt werden gibt es eine Genehmigung. Momentan gibt es noch keine erprobte Abbautechnik fĂŒr Sea-bed mining, alles bisher nur auf dem Papier und in Modellen. Der erste Pilot soll 2019 starten. Erste Untersuchungen der Fauna zeigen, dass um die Manganknollen eine sehr hohe DiversitĂ€t besteht. Es wurden schon tausende Arten beobachtet, von denen 90 % noch unbekannt waren. Eine Entnahme der Knollen wird die vorherrschende Fauna mindestens 10 Jahre lang beeinflussen durch Habitatzerstörung, Materialentnahme und aufgewirbelte Sedimente.
Ăber den Vortrag zu den ĂŒberraschenden Pottwal-Strandungen im FrĂŒhjahr dieses Jahres blogge ich morgen. Die interessanten Ergebnisse sind einen einzelnen Beitrag wert.
26. Meeresumwelt-Symposium [Tag 1]
Was macht eigentlich das Meer?
Der durchschnittliche Deutsche denkt nicht sehr oft daran wie es dem Meer geht. Es sei denn er sieht beim Urlaub MĂŒll am Strand. Dabei machen die Meere ja bekanntlich 70 % der ErdoberflĂ€che aus und bergen ganz viel Potenzial. Darum ging es heute auch beim ersten Tag des 26. Meeresumwelt-Symposiums in Hamburg, organisiert vom Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Vertreter aus Forschung, Behörden und Politik kamen zusammen um ĂŒber die neuesten Ergebnisse und Entwicklungen rund um die Weltmeere zu referieren und diskutieren.
Das heutige Top-Thema war Blue Growth. Dieser Begriff umfasst alles was im Meer wirtschaftlich genutzt werden kann. Also Fischfang, Aquakultur, Biotechnologie wie Medizin, und weitere Rohstoffgewinnung. Die OECD schĂ€tzt den ökonomischen Wert der Meere auf ĂŒber 1 Trilliarde Dollar. Damit liegen sie im weltweiten Ranking zwar hinter Deutschland, aber noch vor Brasilien. Welches Land will sich dieses Potenzial schon durch die Finger gehen lassen? Der Zug, die Meere einfach in Ruhe zu lassen ist wegen der wachsenden Weltbevölkerung ja leider schon abgefahren. Daher ist es wichtig, dass die EU mit gutem Beispiel voran geht und wettbewerbsfĂ€hige aber auch umweltfreundliche Meerespolitik betreibt. Ihr Fokus liegt dabei auf Management und Ăberwachung im internationalen AusmaĂ. Die EU-Generaldirektion (DG) MARE (fĂŒr Meer und Fischerei) formulierte heute ihr Ziel: âDie Wirtschaftlichkeit der Meere soll verdoppelt werden, aber der Umweltzustand muss dafĂŒr gut sein. Nachhaltigkeit soll ein Konkurrenzprodukt werden.âÂ
âGuter Umweltzustandâ - das ist das erklĂ€rte Ziel der EU fĂŒr alle GewĂ€sser bis 2020 (laut Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie)
Auch die deutsche Bundesregierung hat deutliche Klimaziele fĂŒr 2020 und 2050, die die Bundesministerien mit MaĂnahmenkatalogen umsetzen. Das Nachhaltige Hafenkonzept des Bundesverkehrsministeriums verordnet ganze 155 MaĂnahmen fĂŒr deutsche HĂ€fen. Darunter erforderliche Umbauten um die Bauteile fĂŒr Offshore-Windparks lagern und liefern zu können. Ein CO2-Monitoring fĂŒr die Emissionen im Hafen soll Grundlage sein fĂŒr ein Abgabensystem bei zu hohen Emissionen. Des Weiteren soll der alternative Kraftstoff LNG (verflĂŒssigtes Erdgas) den sehr schĂ€dlichen Schiffsdiesel ablösen. Hier geht es zum vollstĂ€ndigen Hafenkonzept.
Der WWF sieht allerdings noch einen sehr langen Weg bis die Nachhaltigkeit im Blue Growth integriert sei. Momentan sind zwei Drittel der LebensrĂ€ume und ein Drittel der Arten im Meer in einem schlechten Umweltzustand (laut der EuropĂ€ischen Umweltagentur). AuĂerdem lĂ€gen die meisten PlĂ€tze fĂŒr die verschiedenen Wirtschaftszweige hauptsĂ€chlich an der KĂŒste, wo sie sich zudem gegenseitig konkurrieren wĂŒrden.
Weiterhin sind die meisten Auswirkungen von anthropogenen MaĂnahmen im Meer noch immer nicht vollstĂ€ndig erforscht. So befasste sich die zweite Session des Tages mit dem Thema Schall durch Offshore-Windparks. Hier zeigten die Ergebnisse der Forscher, dass die durch die Behörden durchgesetzte Schallreduktion von Bohrmaschinen gut funktionieren. Die Meerestiere weisen dennoch ein verĂ€ndertes Verhalten wĂ€hrend des Baus und des Betriebs der Offshore-Windparks auf. Ob dies jedoch zu Problemen bei der Fortpflanzung oder des Ăberlebens fĂŒhrt ist noch nicht gezeigt. In dem Fall wĂŒrde der Schall allerdings gegen den vorgeschriebene Artenschutz verstoĂen.
Auf dem restlichen Symposium geht es unter anderem um das Thema MeeresmĂŒll. Dazu aber morgen mehr!

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