Ich weiss nicht, was ich tun soll und ich weiss nicht, wohin. Ich hab vergessen, wer ich sein will, und vergessen, wer ich bin. Bin ich noch ich? Ich renn schon so ne Weile durch die Gegend ohne Ziel. Es wär so leicht, mich zu entscheiden, wenn ich wüsste, was ich will. Vor allem weiss ich gerade nicht mal mehr, was ich denke. Ich passe nicht in diese Welt und je mehr ich es versuche, desto mehr habe ich das Gefühl nirgendwohin zu passen. Ich spüre mich selbst nicht mehr. Und trotzdem habe ich so viele Gedanken und Gefühle in meinem Inneren und doch widersprechen sie sich ständig. Es fühlt sich so an, als wären tief in mir zwei Seelen, die Tag ein, Tag aus gegeneinander kämpfen. Dieses Gefühl, wenn du einfach an einen anderen Ort gehen willst. Einen Ort, der dir etwas Ruhe gibt. Doch du weisst nicht, wo dieser Ort zu finden ist. Oder ob es ihn überhaupt gibt. Keine Ahnung, wohin ich noch soll. Wohin ich will. Und wo ich mich finden kann. Mein Leben ist ausser Kontrolle geraten. Mir fehlt der Boden unter den Füßen. Ich fühle mich haltlos und im freien Fall. Täglich führe ich einen Kampf gegen meinen eigenen Körper, gegen mein inneres. Starke intensive Gefühle überrumpeln mich und lassen mich Verzweifeln. Von Liebe zu Hass. Von 0 auf 100 im Sekundentakt. Von euphorisch zu depressiv. Ich lebe ein Leben in schwarz und weiß. Manchmal Weine ich grundlos, manchmal lache ich einfach so. Ohne jeglichen Grund überkommen mich starke negative Gefühle und Gedanken, so stark das ich es kaum aushalte. Gefühle wie Verachtung, Verzweiflung, Hass und Ekel vor mir selbst. Mit zitternden Fäusten Versuche ich dann schnapartmig nach Luft zu suchen weil diese Gefühle so plötzlich und überwältigend sind. Ich Versuche dagegen anzukämpfen doch sie sind so stark das ich zu Dingen greife die mich aus der Situation raus holen. Das paradoxe an der Sache ist, die Dinge die mir gut tun zerstören mich nur noch mehr. Doch in diesem Moment ist es mir völlig egal. Ich handel oft impulsiv und extrem, das nicht nur in der Sache. Schon ein kleines Drama reicht und nichts macht mehr für mich einen Sinn. Kleinste und unnötige Dinge lassen mich Verzweifeln und lösen ein Gedanken Chaos aus das zu einer Kettenreaktion führt. Ich verletze Menschen mit meiner impulsiven, extremen Kettenreaktion obwohl ich es nicht möchte. Ich mache und sage Dinge die ich normalerweise nie sagen, machen würde. Meine Gefühle ähneln sich einer Tickenden Bombe wo niemand weiss wann sie explodiert. Ich fühle mich die meiste Zeit einsam weil dieses "wir" für mich nicht greifbar ist. Ich möchte in den Arm genommen werden doch nicht berührt werden. Ich sehne mich oft nach Nähe doch dann wird es mir zu viel. Zwischenmenschliche Beziehungen sind für mich schwer auszuhalten daher bin ich oft auf Distanz. Ich will Vertrauen fassen doch es fällt mir furchtbar schwer. Ich bin sensibel, mitfühlend und verständnisvoll aber auch hochgradig verletzbar. Nur ein falscher Blick von einer Person lässt mich Verzweifeln. Ein falscher Blick löst Gedanken in mir aus die mich selbst fertig machen. Mein Selbstbetrug hat Stil. Sehr oft bin ich diesen Gedanken frei ausgesetzt und fange an sie dann zu glauben was mich dann in ein tiefes Loch fallen lässt. Diese stimmen sind so laut und sagen mir immer wieder das mich keiner lieben kann. Sie schreien mich an das mich keiner braucht und ich einfach nur verschwinden soll. Sie sagen mir das mich nie einer verstehen wird. Das mir nie einer helfen kann also wozu dann reden und kämpfen? Ich fühle mich so unendlich verloren in mir selbst. Ich renne und renne doch komme nie ans Ziel. So ist es ein immer wiederkehrender Albtraum aus dem es anscheinend kein Entkommen gibt. Es ist der ständige Kampf zwischen wollen und nicht wollen, müssen und nicht müssen, können und nicht können. Es ist der Kampf gegen meinen eigenen Gedanken und Gefühlen. Es ist mein Leben in extremen. Für dieses Leben kann ich keine Kraft mehr aufbringen. Ich will nicht mehr. Und vielleicht liegt der Sieg darin einfach aufzugeben.
25.04.2020













