Ich brauche endlich wieder Sauerstoff in meinen Lungen.
Es gibt Tage, an denen fühlt sich mein Leben an wie eine winzige Kiste, tief unten auf dem Meeresgrund. Eingesperrt. In der Dunkelheit. Ohne Raum zum Atmen.
Manchmal liege ich tagelang in dieser Enge, während ich spüre, wie das Wasser langsam durch die Ritzen sickert. Kalt. Unaufhaltsam. Die Kiste füllt sich immer weiter, bis mir das Wasser bis zum Hals steht – und selbst dann hört es nicht auf. Selbst wenn die Kiste randvoll ist und kein Millimeter Platz mehr bleibt, muss ich irgendwie weitermachen.
Ich ertrinke. Aber das Schlimmste ist: Ich sterbe nicht einfach dabei.
Dieses Ertrinken ist kein kurzer Moment. Es ist ein Zustand. Es zieht sich über Wochen, manchmal über Monate. Ein endloser Kampf gegen den Druck in meiner Brust, während die Welt oben so tut, als wäre die Oberfläche glatt und ruhig.
Ich funktioniere unter Wasser. Ich atme das Wasser, als wäre es Luft, weil mir keine Wahl bleibt. Aber innerlich schreit jede Zelle nach Sauerstoff. Nach Leichtigkeit. Nach einem Moment, in dem ich nicht mehr gegen das Ersticken ankämpfen muss.
Ich will nicht mehr nur lernen, wie man im Ertrinken überlebt. Ich will einfach nur wieder atmen können.