Ich glaube, im Kern bin ich ein guter Mensch. Aber manchmal - immer öfter in letzter Zeit und eigentlich schon seit ich denken kann - ist ein Teufel in meinem Kopf zu Besuch.
Ich werde dann grausam zu mir selbst (Ich hasse mich. Ich bin hĂ€sslich. Ich kann gar nichts. Ich verdiene es, zu leiden. Ich sollte mich verletzen gehen oder am besten direkt sterben.). Und ich werde grausam zu meinen Mitmenschen (Du kannst mir eh nicht helfen. Du hast doch ĂŒberhaupt keine Ahnung. Ich weiĂ sowieso nicht, warum du noch mit mir zusammen bist. Wenn ich du wĂ€re, hĂ€tte ich mich schon lĂ€ngst nach jemand Besserem umgeschaut. Du bist doch eh nur mit mir zusammen, weil du denkst, jemand Schöneres wĂŒrde sich nicht fĂŒr dich interessieren. Dann geh doch, mir doch egal. Dann verlass mich doch, hĂ€tte ich an deiner Stelle schon lĂ€ngst getan.).
Aber am Ende geht es doch nur wieder darum, mir selbst die BestĂ€tigung zu holen, dass ich scheiĂe bin. Dass ich hĂ€sslich bin, ein schlechter Mensch bin und nicht verdient habe, zu leben. Ich glaube, der Teufel in mir braucht es seit meiner Kindheit, dass ich ohne KrĂ€fte auf dem Boden liege. Dass ich schreien kann, bis ich heiser bin. Dass ich andere so lange dazu bringe, nicht mehr weiterzuwissen mit mir, bis ich allein bin.
Und dann? WĂ€re ich ja doch zu feige, mich dem Erdboden gleich zu machen.
Es gibt auch gute Seiten in mir. WĂ€rme, MitgefĂŒhl, Empathie, Liebe.
Aber der Teufel holt sich in letzter Zeit mehr und mehr dessen, was er fĂŒr sich beansprucht.