Von Schottland nach Berlin: Die Tickets einer Reise
Das erste StĂŒck, von Crail zum Bahnhof in Leuchars, bringt mich Aleks mit dem Auto. Ich hĂ€tte sonst zwei Busse nehmen können, fĂŒr die man seit ungefĂ€hr 2019 kein Bargeld mehr braucht. Vorher war es aus dem Bargeldgrund manchmal schwierig. Jetzt sagt man, wo man hinfahren möchte, legt die Kreditkarte auf ein LesegerĂ€t und bekommt ein Papierticket aus dem Thermodrucker. Diese Papiertickets kann ich hier nicht abbilden, weil ich sie verwende, um meine benutzten Kaugummis vor dem Wegwerfen darin einzuwickeln, und deshalb keins mehr habe.
Den Zug von Leuchars nach Newcastle habe ich vorab gebucht, weil das billiger ist, so viel billiger, dass sogar unvorausschauende Menschen wie ich sehr motiviert sind, sich rechtzeitig darum zu kĂŒmmern. Ich benutze dafĂŒr die LNER-App, sie merkt sich sogar meine Kreditkartendaten. Ich weiĂ, dass das Ticket im Prinzip nach dem Kauf direkt in der App landen könnte, weil ich das frĂŒher schon mal geschafft habe, in letzter Zeit gelingt es mir aber nicht mehr. Das Ticket ist nach dem Kauf nicht in der App, sondern ich bekomme es per Mail zugeschickt. Es hĂ€ngt als PDF an einer Mail und besteht aus einem QR-Code. Weil es per Mail kam, kann ich es hier auch abbilden. In der App wĂ€re es gegen Screenshots geschĂŒtzt.
Vor einigen Tagen habe ich auch herausgefunden, wie man mit so einem PDF-Ticket zu zweit durch die Schranken an den Bahnhöfen gelangt. Ich habe die an den Schranken fĂŒr solche Zwecke herumstehenden MĂ€nner gefragt und mich danach geschĂ€mt, weil die Antwort eigentlich wirklich sehr einfach ist: Man scannt erst eins der Tickets und lĂ€sst die andere Person durch die Schranke gehen. Dann ruft man das zweite Ticket auf (dessen Existenz ich ĂŒbersehen hatte, ich dachte, beide Reisende seien auf demselben Ticket), scannt das und geht selbst durch die Schranke.
Das Schiff von Newcastle nach Amsterdam habe ich ebenfalls vorab gebucht, das geht gar nicht anders. Hier gibt es meines Wissens keine App, ich verwende die Website des FĂ€hrunternehmens. FĂŒr den Hinweg von Amsterdam nach Newcastle kann man auf der Website keine Shuttlebustickets (zwischen Bahnhof und FĂ€hrhafen in beiden StĂ€dten) buchen. Anfangs hat mich das groĂes Kopfzerbrechen gekostet. Inzwischen schreibe ich jedesmal eine separate Mail, in der ich mich beschwere, dass das auf der Website immer noch nicht geht. Dann bekomme ich einen Speziallink, mit dem ich das FĂ€hrticket um die beiden Bustickets ergĂ€nzen kann. In der Gegenrichtung, von Newcastle nach Amsterdam, funktioniert es ohne diesen Umweg und man kann die Bustickets einfach gemeinsam mit dem FĂ€hrticket ordern. Vermutlich hat das damit zu tun, dass diese Shuttlebustickets fast nur von Leuten genutzt werden, die einen Tagesausflug von Newcastle nach Amsterdam machen, und niemand aus Amsterdam einen Tagesausflug nach Newcastle machen möchte.
Ich habe per Mail ein PDF im DIN-A4-Format bekommen, das das FĂ€hrticket und die beiden Bustickets enthĂ€lt. Laut Website muss man es ausdrucken, was das A4-Format ja auch nahelegt, aber ich habe bei der ersten Ăberfahrt am Schalter nachgefragt und die Antwort erhalten, dass die digitale Version selbstverstĂ€ndlich reicht.
Eigentlich brĂ€uchte man gar keine Shuttlebustickets, denn die Busfahrer schauen sich das unlesbare PDF auf meinem Handy nur sehr flĂŒchtig an. Sie interessieren sich, soweit ich das erkennen kann, nur dafĂŒr, auf wie viele Personen das Ticket ausgestellt ist. Ich könnte wahrscheinlich einfach immer dasselbe verwenden.
Am FĂ€hrhafen in Newcastle angekommen zeige ich am Check-in-Schalter des Schiffs wieder das PDF auf meinem Handy vor. Also genau genommen den Barcode oben rechts in der Ecke, den ich schon zuvorkommend gröĂer gezoomt habe. Aber er wird nicht gescannt, sondern die Mitarbeiterin am Schalter tippt meine Buchungsnummer ab. Dann bekomme ich ein Papierticket, das einzige der Reise. Es geht nicht anders, weil das Papierticket gleichzeitig der KabinenschlĂŒssel ist.
In Amsterdam zeige ich wieder einem Busfahrer das am Handy unlesbare PDF. Wie immer interessiert er sich nur dafĂŒr, ob ich een eentje bin und er mit mir genau den einen Platz auffĂŒllen kann, der in seinem Bus noch unbesetzt ist.
Im Shuttlebus kaufe ich in der DB Navigator App das Ticket von Amsterdam nach Berlin. Es landet direkt in der App und ist ein QR-Code.
Dieser Beitrag war am Freitagnachmittag schon fertig, erscheint aber erst am Samstagmorgen, weil man sich mit dem hier abgebildeten Ticket noch bis drei Uhr morgens eine Beförderung erschleichen könnte.
Den QR-Code brauche ich auch, um in Amsterdam durch die Schranke aufs BahnhofsgelĂ€nde zu gelangen. Im Zug wird er mit einem Ding gescannt, das wie ein Smartphone in extrarobuster Outdoor-GummihĂŒlle aussieht.
In Berlin kann ich mit demselben Ticket noch den Bus nehmen. Bis vor einigen Monaten haben die Berliner Busfahrer diese Barcodes nur gleichgĂŒltig betrachtet, inzwischen gibt es aber LesegerĂ€te in den Bussen. Man muss das Handy geduldig eine Weile vor ihnen herumbewegen, bis der Abstand stimmt. Und dann bin ich zu Hause.