11. MĂ€rz 2026
Vielleicht werden wir in Zukunft etwas seltener nass
Auf dem Hinweg war das Wetter beim Rausgehen mit dem Hund noch schön, auf dem RĂŒckweg regnet es plötzlich. So ist das in Schottland, wenn man das Regenradar nicht stĂ€ndig im Auge behĂ€lt. Diesmal baue ich aber wirklich das Dauer-Regenradar!, beschlieĂe ich auf dem nassen Heimweg.
Denn Aleks hat seit Jahren aus einem Astronomie- oder einem Kunstprojekt einen Raspberry Pi 4 (damals etwa 30 Euro) und einen kleinen Touchscreen (Preis unbekannt) ĂŒbrigbehalten. Ich habe schon verschiedene VorschlĂ€ge gemacht, was man damit anfangen könnte, ein werbeblockendes Pi-hole oder eine kleine Kathrinmaschine, die mich vertreten könnte, wenn ich nicht da bin:
Kathrin: ich kann dir gern einen Raspberry Pi bereitstellen, der das sagt, was ich sonst sagen wĂŒrde Kathrin: "Ăh, ich hab den Anfang verpasst, kannst du noch mal ganz von vorn?" / "mhm" / "Hat jetzt damit nichts zu tun, aber (Wikipediaeintrag wird nacherzĂ€hlt)" Kathrin: du mĂŒsstest den Pi dann so wie eine Alexa ansprechen, also erst "Kathrin?" sagen, dann meldet er sich eine Minute spĂ€ter und sagt "wie was, ich? hast du was gesagt?" Kathrin: dann sagst du ja Kathrin: dann sagt er "Moment! Ich mach gerade noch was zu Ende und dann!" Kathrin: in zwei von drei FĂ€llen hörst du dann nichts mehr von ihm Kathrin: im dritten sagt er eine weitere Minute spĂ€ter "so jetzt! was war?" Kathrin: und dann wie oben.
Aleks hat meine VorschlĂ€ge abgelehnt, und ich habe sie auch nur halbherzig gemacht, denn es ist so lange her, dass es noch keine UnterstĂŒtzung durch LLMs gab. Ich hĂ€tte es schon irgendwie gekonnt, aber es hĂ€tte lange gedauert und mir wenig SpaĂ gemacht.
Aber vor anderthalb Jahren habe ich mit Hilfe von ChatGPT schon mal was mit einem Raspberry Pi gemacht und bin deshalb zuversichtlich, dass es jetzt mit geringem Aufwand gehen wird.
Aleks findet die beiden GerÀte wieder, hÀndigt sie mir aus und sagt, dass er keine Fragen dazu beantworten kann, weil es zu lange her ist. Ich skippe durch ein paar YouTube-Videos, bis ich herausfinde, wie man das Display mit dem Pi verbindet, lasse mir von Claude erklÀren, was zu tun ist und spiele mit dem "Raspberry Imager" und dem Speicherkarten-USB-Adapter, die ich beide noch vom letzten Mal besitze, ein neues Betriebssystem auf. Obwohl ich mir nichts gemerkt habe, geht es diesmal einfacher, weil ich mehr ungefÀhres VerstÀndnis der grundsÀtzlichen ZusammenhÀnge habe als beim ersten Mal.
UmstĂ€ndlich und verwirrend ist es wie beim letzten Mal eigentlich nur, den Pi so weit zu bringen, dass man ihn vom Laptop aus ansprechen kann. Der eigentliche Teil mit dem Regenradar ist dann leicht. Insgesamt dauert es etwa zwei Stunden, in denen ich gut vorankomme und wenig die Technik beschimpfen muss. Dann haben wir ein Dauer-Regenradar, das sich tagsĂŒber alle fĂŒnf Minuten aktualisiert.
Tennisball als GröĂenvergleich, Raspberry Pi, Regenradar
Der Raspberry Pi ist ĂŒberqualifiziert fĂŒr diese einfache Aufgabe, und auch die Touch-FĂ€higkeit des Displays ist verschwendet, es muss ja nur was anzeigen. Aber besser so als unbenutzt in einer Schachtel liegen. Gemeinsam verbrauchen sie 5-7 Watt, das weniger nasse Leben kostet also etwa 10 Euro pro Jahr. Und falls sich doch herausstellt, dass wir genauso oft nass werden wie vorher, denke ich mir eine neue Verwendung aus. Beim dritten Mal geht es bestimmt noch schneller.
Update: Keine 24 Stunden spĂ€ter werden wir schon wieder nassgeregnet. Das liegt jetzt aber nicht mehr an uns, sondern am Regenradar, das falsche Dinge ĂŒber die Zukunft behauptet hat.
(Kathrin Passig)















