Seit April 2021. Mit einer kurzzeitigen Zwischenlösung, die aber nicht gut funktionierte
Weniger warten müssen wegen mehr Potentialausgleich
Das Haus steht in Hamburg und ist alt, ungefähr 100 Jahre. Die Kabel, die von der Straße zum Haus laufen, sind zwischendurch bestimmt mal erneuert worden. Aber wann das war, ist nicht so ganz sicher.
Die Internetanbieter, die regelmäßig an unserer Tür klingeln, versprechen zwar immer eine tolle, schnelle Internetleitung - aber jedes Mal, wenn der schnelle Internetvertrag unterzeichnet ist und ein Techniker kommt, um die Kabel anzuschließen, läuft er mit Tränen in den Augen wieder weg, weil irgendwas mit den Kabeln wohl nicht geht. Das Stichwort, das dann immer fällt, ist "Potentialausgleichsschiene", mit der stimmt wohl was nicht, aber niemand kann oder niemand will genau sagen, was. Das geht nun schon seit vielen Jahren so: die Internetanbieter versprechen, es müsste bei uns schneller gehen, aber realisieren konnten sie es bis jetzt nicht. Trotz Großstadt bleiben wir deshalb immer noch bei DSL 6000 hängen.
6 Mbit/s, das ist für eine Videokonferenz gerade so ausreichend. Für zwei Jugendliche im (Corona-bedingten) Homeschooling, mit viel Schulunterricht per Video, plus ein bis zwei Personen im Homeoffice mit vielen Videokonferenzen, ist diese Bandbreite nicht annähernd ausreichend. Schon gar nicht mit 0 bis 1 Mbit/s Uploadgeschwindigkeit (siehe Screenshot).
Anfang 2021 ist der Leidensdruck so groß, dass ich es aufgebe, auf die Werbungen diverser Internet-Anbieter zu vertrauen. Ich schließe einen weiteren Mobilfunktarif ab, der mir eine SIM-Karte verspricht, mit der ich ziemlich preiswert schnelles mobiles Internet bekommen soll, Kathrin berichtet ja schon lange und durchaus positiv von Freenet Funk. Dazu kaufe ich einen Router, in den ich direkt diese Karte einlegen kann und der mir sowohl über WLAN als auch über Kabel dieses Internet in meinen Computer beamt.
Aber auch das bewährt sich leider nicht so richtig, zumindest nicht als Dauerlösung. Der Router erlaubt maximal 12 Geräten gleichzeitig eine WLAN Verbindung. 12 Geräte, das klingt erstmal viel, aber in einem vier-Personen-Haushalt ist das gar nicht so viel. Der derzeitige WLAN-Bedarf in diesem vier-Personen-Haushalt, und ich schätze, dass das im Jahr 2021 relativ durchschnittlich ist, ist: 5 Laptops, 2 iPads, 6 Smartphones, 1 Fire Tablet, 3 E-Reader (ein Tolino, zwei Kindle), 1 Fire TV Stick, 2 WLAN-Steckdosen, 1 WLAN-Drucker, 1 Alexa. Macht in Summe 22 Geräte. Die natürlich nicht alle ständig im WLAN sein müssen, die aber alle gelegentlich auf das WLAN zugreifen möchten. Mit dem neuen mobilen Router klappt das nicht zuverlässig. Und es ist ja auch irgendwie doof, wenn ich das Licht nicht anschalten kann, weil die WLAN-Steckdose keine WLAN-Verbindung herstellen kann.
Ich versuche noch, die Geräte auf zwei Intranette aufzuteilen, einige im langsamen DSL, einige mit dem schnellen Mobilfunkrouter, aber auch das ist nicht so richtig erfreulich. Auch die Geschwindigkeit des mobilen Routers stellt sich im Dauerbetrieb als gar nicht so stabil heraus, immer mal wieder kommt es zu Verbindungsabbrüchen. Das muss doch besser gehen!
Im April 2021 klemme ich mich deshalb erneut dahinter. Ich telefoniere mit verschiedenen Technikern, und auch unser Internetanbieter verspricht, sich nun wirklich, wirklich um unsere infrastrukturelle Anbindung zu kümmern. Und schließlich kommt wieder ein Techniker. Und es stellt sich dann alles als gar nicht so schwer heraus. Zwischendurch guckt der Techniker zwar sehr besorgt, aber dann wird ein neues, dickes Kabel durch ein neues, dickes Loch in der Hauswand von drinnen nach draußen gelegt. Und ein Kabel vom Haus zur Straße. Und endlich wird eine neue Potentialausgleichsschiene im Haus montiert:
Und jetzt bin also auch ich endlich in dieser neuen Zeit angekommen, in der ich Videos im Internet ohne Ruckeln angucken kann! In der wir alle vier gleichzeitig an Videokonferenzen bzw. Videohomeschooling teilnehmen können! In der ich auf einen Download von größeren Dateien oder Fotos nicht mehr ewig warten muss!
Es ist wunderbar. (Um die Verbindung vom Keller in mein Büro, die im Moment den Durchsatz auf 145 Mbit/s beschränkt, kümmere ich mich auch noch mal irgendwann, fürs Erste reicht das.) Ich freue mich sehr.