Meilen â dafĂŒr geh ich weit
Ich hatte kĂŒrzlich zum ersten Mal seit 2013 wieder das VergnĂŒgen, beruflich in die USA zu fliegen. Die ESTA-FormalitĂ€ten fĂŒr die Einreise verliefen erstaunlich reibungslos. Nach Eingabe diverser Angaben zu Person und Reise sowie der Kreditkartennummer wurde mir gleich online eine ErfolgsbestĂ€tigung angezeigt, die ich mir flugs ausdruckte.
Die FlĂŒge waren von meinem Arbeitgeber fĂŒr zwei Kollegen und mich gebucht worden. Eine Möglichkeit zur Sitzplatzreservierung sollte es beim Online-Check-In 23 Stunden vor Abflug geben. Da die KörpergröĂe meiner beiden Kollegen deutlich nĂ€her bei 1,90 m liegt als meine, hatten sie ein gesteigertes Interesse daran, gĂŒnstige PlĂ€tze zu ergattern. Und da die 23-Stunden-Frist in unsere Arbeitszeit fiel, gruppierten wir uns pĂŒnktlich um einen Rechner.
Dieser Eingabeprozess gestaltete sich allerdings umstĂ€ndlicher als gedacht, da erneut allerlei Details wie Ausstellungs- und Ablaufdaten aller drei ReisepĂ€sse einzutragen waren. Diese mussten z.T. erst telefonisch daheim abgefragt werden. Ob es daran lag, dass wir so lange gebraucht haben oder an anderen GrĂŒnden â wir bekamen jedenfalls nur stinknormale PlĂ€tze in der Mittelreihe.
Vor dem RĂŒckflug aus Kalifornien hĂ€tte dasselbe Spiel angestanden. Und obwohl wir unsere PĂ€sse diesmal alle dabei hatten und das WLAN im Hotel vorzĂŒglich war, verzichteten wir angesichts der umfangreichen Eingabemasken auf eine erneute Dateneingabe.
Diese Datenerfassungsorgien bei Flugreisen dienen natĂŒrlich unser aller Sicherheit. Ich frage mich aber immer, ob sich die Schurken dadurch verraten, dass sie die Daten besonders konsistent eingeben. Jemanden wie mich hindern bestenfalls die Browser-VorschlĂ€ge zur Eingabewiederholung daran, hier regelmĂ€Ăig Tippfehler oder Zahlendreher einzugeben.
Damit war es aber auch nach der RĂŒckkehr noch nicht getan. Denn obwohl ich sonstigen Online-Gutscheinen und Rabattangeboten bestens widerstehen kann, giere ich doch nach Bonusmeilen. Das ist insofern eine unerwiderte Liebe, als dass ich schon viele davon hatte, sie aber noch nie einlösen konnte. Falls ich die magische Grenze fĂŒr einen Freiflug (oder etwas anderes Sinnvolles â ich besitze schon zwei Akkuschrauber) mal erreicht hatte, verfielen entweder meine Meilen, bevor sich eine Gelegenheit ergab, oder die Airlines Ă€nderten die Konditionen.
Aber ich wollte es auch diesmal wissen und loggte ich mich nach ĂŒberstandenem Jetlag in das Bonusmeilen-Portal ein, sah dort aber leider nur den ersten Zubringerflug von Berlin nach Frankfurt verzeichnet. Offenbar war die Angabe der Bonusmeilen-Kundennummer nur dafĂŒr berĂŒcksichtigt worden. Ich hĂ€tte ja auch unterwegs die IdentitĂ€t wechseln können. Meilen können aber nachtrĂ€glich unter Eingabe einiger weniger Daten wie z.B. der ca. 12-stelligen Ticketnummer gutgeschrieben werden.
Da ich die Tickets noch hatte, konnte ich auch diese Daten erfolgreich eingeben. Nur um dann zu erfahren, dass die beiden RĂŒckflĂŒge noch keine 14 Tage her seien und ich es gern spĂ€ter noch einmal probieren möge. Ich fĂŒhlte mich so gut, wie ich mich immer fĂŒhle, wenn ein Computersystem mit einer groĂen Datenbank mir sagt âoh, ich kann mir die Daten, die du gerade umstĂ€ndlich eingetippt hast, leider gerade nicht merken. Aber trag doch auf deinem Rechner eine Notiz in deinen Kalender ein und schick sie mir dann im richtigen Moment noch mal.â
Nun, es gibt Browser-VorschlĂ€ge zur Eingabewiederholung. Und ich bin jetzt vorĂŒbergehend stolzer Besitzer von 3344 PrĂ€mienmeilen.