Luxuria – Geständnis eines verantwortungslosen Mediziners
(oder: Warum die Beschlagnahmung von Betäubungsmitteln oder Drogen grundsätzlich menschenrechtswidrig ist)
Konditionierung, Überwindung und Flow (Mihály Csíkszentmihályi) sind in der Polypharmazie noch kaum in Beziehung zueinander gesetzt worden. An sich ist die Polypharmazie ein ideenreiches und unerforschtes Gebiet, was in Zeiten des hyper-freien Handels nach Aufmerksamkeit schreit. Im Grunde berichten schon viele YouTube-Videos davon, wenngleich die Kultur und der Ernst sich noch entwickeln müssen. Aus Romantik wird Klassik, Videos werden verglichen und erst nach einer Weile sehen wir eine gewisse Schönheitsnorm für unser Luftschloss. Bilden wir uns (oder ich mir) darum ja nicht ein, im Augenblick sei hierzu schon alles gelöst. Nein, die gewaltige Veränderung, die das Internet ins Spiel brachte, bringt eine Verantwortung zu spontanem Handeln mit sich. Wie lange sich also solch obsolete Begriffe wie „Betäubungsmittel“ halten, erübrigt das Maß an Gewalt, was eine Fraktion aufgrund von mangelnder Meinungsfreiheit der anderen rächt. Ich selbst bin es, der in diesem Weg zu faul ist, zu gewaltlos, zu sprachlich, denn um mich und als ich, in diesem System, verfehle ich als Rolle des Mediziners vollkommen, denn weder ein Mediziner werden, noch ein illegaler Mediziner zu sein, ist hier die Lösung des Problems. Für mich gilt, das anthropologische Konflikt-Potential zwischen Junkie, Dealer und Polizei zu beenden. Komischerweise brauche ich hierzu jene Rezeptfreiheit, welche mir in dieser Argumentation nicht zugestanden wird. Sofort ist hier die Rede von Abhängigkeit und „besserer Lebensfaden“, während draußen in der Kälte Junkies leiden, Dealer vergewaltigen (oder vergewaltigt werden) und Polizisten erschossen werden. Das ist mir egal; nicht egal sind mir die lebenden Juristen und Akademiker, denen ihre vier Wände lieber sind, als die Erkenntnis, wegen solcher Eigensinnigkeit bald schon ausgerottet zu werden. Darf ich etwa nicht aus Sicht der Schwarzen und Armen schreiben, nur weil ich im Zuge der Eigenerkenntnis solcher Eigenfaulheit Schmerzmittel (oder Empatogene) zu wollen pflege, damit ich meine eigene Fehlerhaftigkeit und Schlechtigkeit überwinden kann?
Der „bessere Weg“ ist mir leicht empfohlen, aber wer kocht mir schon etwas, bezahlt Heizung und Strom und überlässt mir das Privileg Akademiker zu sein (in Not) und Mächtigen mit dem zweischneidigen Schwert, wie Ehud, als „Botschaft Gottes“, ins fettige Fleisch zu rammen? Meine Familie! Daher sind diese Zeilen auch mein Blut. Ein Schweißtropfen neben der Erstfassung bestätigt diese Behauptung. Seit drei Tagen bin ich auf einer falschen Medikation, weil man mir nicht eingesteht, ich könne mich selbst therapieren. Dieses Land hält solange daran fest, mir keine absolute Rezeptfreiheit zu geben, bis ich daran zugrunde gehe, weil ich daran arbeiten wollte. Mein Blut wurde mir aus den Adern gerissen, ich habe es nicht gegeben (!), wenn ich darüber rede, meine Hilfe in diesem Bereich anzubieten! Aber reden wir nicht über das gestohlene Blut. Reden wir darüber, dass ich ein echter Mediziner bin (ein Pharmakologe) und Tag für Tag prokrastiniere, mir als vernetzter Autodidakt, keine absolute Rezeptfreiheit zu erkämpfen. Ein solches Vergehen wider die eigene Berufung sollte mit dem Schlimmsten bestraft werden, was die Menschheit zu bieten hat. Mein Blut gestohlen zu haben und davon auszugehen, ich würde nach so einem Angriff einfach diskutieren, reicht bei weitem nicht als Strafe, für das wahre Vergehen!
keinjournalist 16.12.2020
bild von ernst fuchs













