Township Party
"Mzoli's? .... Mzoli's? Come here...Come here...", schreit ein aufgeregt wildgewordener Schwarzer als vier Weiße die Bühne betreten. Schnell wird um unsere Gunst gerungen, aber uns ist es egal in welches Minitaxi wir einsteigen, hauptsache schnell in Richtung Mzoli's!
Gugulethu: Willkomen im Township
Eigentlich fährt dieses Minitaxi nach Gugulethu, ein Township das 15 Kilometer weit weg ist. So wie auf meiner Fahrt nach Bellville bezahlt jeder 12 Rand. Wir fahren eine knappe halbe Stunde. Irgendwann erkennt man auch das Township, alles wirkt rustikal und arm. Ich trage nichts wertvolles mit mir: keine Kamera, keine Kreditkarte - nur Bargeld.
Der Fahrer weiß wo er anhalten soll: Mzoli's. Als wir aussteigen hämmert uns südafrikanische kwaito Musik entgegen. Typisch! An jeder Ecke wird gegrillt und verkauft. Meistens sind es Boerewors, eine südafrikanische Spezialität. Die Wurst ist wie eine Schnecke gekringelt und kann gut und gerne bis zu einem Meter lang sein.
Mzoli's: Spektakel der Woche
Überall sind Menschen, es ist voll! Das Besondere an Mzoli's: Touristen und die Einheimischen aus den zahlreichen Townships lieben es. Mzoli's ist DAS wöchentliche Spektakel im Township. In der Metzgerei gibt es frisches Fleisch, Chakalaka und Pap zu kaufen. Das Fleisch wird von den Einheimischen gegrillt. Wer es eilig hat, drückt dem Grillmeister 20 Rand in die Hand. Afrika eben! Nicht zu vergessen: das Essen schmeckt vorzüglich und ist frischer als in jedem Supermarkt. Gegenüber in einem Haus werden Getränke verkauft. Das Besondere ist weniger der Verkauf als das Haus an sich. Wir stehen inmitten einem Wohnzimmer, das zum Kiosk umfunktioniert wurde. Im Innenhof ist die Toilette. Ein Blick offenbart das wahre Township Feeling, das man selbst bei den typischen Township Touren nicht bekommen würde. Es ist dreckig, teils verstaubt - die Menschen leben sehr einfach.
Nachdem jegliche Vorbereitungen getroffen wurden, holen wir unser Essen und begeben uns zum wahren Geschehen. Eingerahmt von Baustellen-Zäunen und teilüberdacht mit einem Aluminiumdach, findet hier erst das Essen und später die Party statt. Im Außenbereich legt ein DJ erst ruhige Musik auf und heizt später die Menge ein. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Alkohol wird getrunken und desto besser wird die Stimmung. Irgendwann fangen dann auch die ersten an auf den Tischen zu tanzen.
Nach einem anstrengenden Tag und einigen Bier in den Venen, machen wir uns erschöpft auf dem Weg nach Hause, denn trotz guter Stimmung sind wir noch immer im Township und es ist immer besser das bei Tageslicht zu verlassen als bei Dunkelheit. So geht es also mit dem Minitaxi zurück nach Hause.
















