Dunkler Traum
Auf sommernächtlichen Wellen wippt dein Schiff den Klippen entgegen. Der Mond ist dein Leuchtturm nicht, so schaukelst du schlaftrunken fort.
Gischt flüstert hektisch von deiner Ankunft: Er kommt. Er kommt. Er kommt. Was du nicht weißt - oder tust du es doch? - wohlbekannt ist dir dieser Ort.
Geistreicher Windgeist, winde dich nicht, denn diesem Spiel entrinnst du nicht.
Diffuse Angst glänzt als Nebeldunst auf deiner Stirn, doch noch fliehen die Wolken vor dir. Die scharfkantige Zunge lechzt, denn das Wasser wankt dich, Trophäe, ans Kliff.
Fürchte dich nicht, Windgestalt, sie kann nicht dich verschlingen!
Im Angesicht der letzten Stunde wird nun dein Segel weißer Rauch. Traumumwunden trägt das Wippen dich die steile Wand hinauf.
Dein Schiff zerschellt als düst’re Wolke, lusterhoben ächzt die Nacht. Du schrickst ein letztes Mal -
dann lichtet sich dein Blick.
Wie eine Blüte brichst du auf und welkst sogleich dahin
und schwebst gebrochen frei empor zum Schiff, das für dich neu geboren.









