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Für all diejenigen, die noch immer nicht in Weihnachtsstimmung sind.
Eine weitere Proletenprosa Shortstory von Luke Stuckberry - Franky Red - mymundoo.de

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Ein Mann namens Martina
Kinder. Heute muss ich mal wieder ran. Führt kein Weg daran vorbei. Nicht immer ist man in der Lage eine Strategie zu entwickeln, die es einem ermöglicht sich still und heimlich aus der Affäre zu ziehen. Es heißt also wieder schreiben um die Gelüste meiner Leser zu befriedigen. Okay. Machen wir das und kommen endlich zur Sache. Ohne Umwege.
Ich kannte mal einen Mann, der wollte Martina genannt werden. Er trug lange Haare die immer zum Zopf gebunden waren und einen gepflegten Vollbart. Als ich ihn kennenlernte war ich zuerst verdattert das er so offen mit seiner Homosexualität umging. In den 90ern war das durchaus nicht normal. Martina verbrachte seine Freizeit gerne in einer der schäbigsten Kneipen Dortmunds, in der auch ich gelegentlich mal ging. Dort saß er immer am Tresen und knobelte mit zwei älteren Männern und trank ein Bier nach dem anderen. Irgendwann ergab es sich das ich mitspielte und er den Wunsch äußerte auch von mir Martina genannt zu werden. Ich war perplex. War einfach nicht darauf eingestellt das ein Mann, der die Männlichkeit in Person verkörperte, vom anderen Ufer war. Zuerst dachte ich an einen Schwerz, setzte mich auf den Barhocker, nahm einen schmierigen Knobelbecher an mich und tat so als hatte ich seine Bitte nicht verstanden. Ich lächelte, schüttelte den Becher samt Inhalt und ließ die drei Würfel geschickt auf den Tresen rollen. Schock-Doof. Wie passend dachte ich, packte den Würfel mit den zwei Augen wieder in den Becher und würfelte erneut. Das Ganze wiederholte ich danach nochmals und war zum Schluss einigermaßen zuversichtlich nicht gleich in der ersten Runde unter die imaginären Räder zu kommen. Martina war an der Reihe. Er schüttelte den Becher und ließ in den krachend auf den Tresen niedersausen. Die Fransen an seiner speckigen Lederweste wackelte bei dieser Bewegung. Er war bereits nach dem ersten Wurf zufrieden und ließ, eine Straße stehen, obwohl die Wertigkeit meines Wurfes höher war. Dann war Reinhold an der Reihe. Diesen Mann kannte ich bereits. Er war hetero, würfelte einen Scheißdreck zusammen und bekam die ersten Plastikscheiben vom Stock. Nach und nach wechselten die Scheiben die Besitzer und auch die erste Hälfte wurde durchgespielt. Das Spiel verlief mehr oder weniger Gesprächslos und niemand der Anwesenden war gezwungen den jeweils anderen beim Namen zu nennen. Erst Als Reinhold sich als Verlierer herausstellte und es daran ging die Getränke für die andere zu Bestellen, war die Ernsthaftigkeit verflogen. „Was willst du trinken, Martina?“, frage Reinhold und schaute dabei den bärtigen Mann an seiner Linken an. „Wie immer einen Klaren, mein lieber Reinhold“, säuselte Martina und ließ seine behaarte Pranke auf die Schulter von Reinhold niedersausen. Der lächelte verschmitzt und schaute nun mich fragend an. Auch ich bestellte einen Schnaps, trank ihn schnell und verabschiedete mich sodann aus der Runde. Ich musste nachdenken. Mein Weltbild war gerade ins Wanken geraten.
Schauen wie die Welt untergeht. In 4K versteht sich.
Auch ich lasse mich heute dazu hinreißen und schreibe über den Coronavirus. Bringt mir vielleicht auch mal ein wenig Aufmerksamkeit in meiner Tätigkeit als Blogger. Wichtig ist wahrscheinlich wie immer das ich über dreihundert Wörter schreibe, um Google glücklich zu machen und dabei noch geschickt ein paar Schlagwörter, auf die der Mainstream im Moment so panisch reagiert, mit einfließen lasse. Im gleiche Atemzug fallen mir dann Wörter ein wie: Hamsterkäufe, Desinfektionsmittel, Quarantäne,Virus, Viren, Endzeit, Tod, Ansteckungsgefahr, Grippe, Fieber, Ausschlag, Krankenhaus, Friedhof und noch ganz viele mehr. Ganz neu bei dem Thema ist auch das einige Personen hier eine Verschwörung wittern und meinen das der Virus im Labor produziert wurde und vorsätzlich verbreitet wurde. Dahinter sollen ausschließlich wirtschaftliche Interessen stehen. Auch ein paar prominente Namen sind in diesem Zusammenhang schon gefallen. Ich sage nur Bill Gates und deren Stiftung, die angeblich von der Ausbreitung des Virus Profit schlagen könnte. Alles keine Tatsachen. Alles Mutmaßungen, die aber Einschaltquoten und Klicks erhöhen und damit durchaus auch als profitabel gelten könnten. Hier bei uns in der Ecke fängt der Käse auch langsam an. Beim hiesigen Drogeriemarkt sind die Desinfektionsmittel komplett ausverkauft und in den Discountern gibt es keine Nudeln mehr. Auch ein paar Konserven sind ausverkauft. Was eine Tragödie. Was ein Drama. Ich persönlich stehe aber sowieso nicht so sehr auf Nudeln. Bin eher der Kartoffeltyp. Brauch mir also keine Sorgen machen, wegen der Nudeln. Beängstigender finde ich eher die Tatsache das man hier tatsächlich überlegt hat, dass Bundesligaspiel meiner favorisierten Mannschaft abzusagen. Gibt es sowas? Wo soll das noch hinführen? Sollten eher die Fitnessbude dicht machen, damit ich da nicht immer hinrennen muss um meine Muskeln zu stählen und mich danach selbstverliebt im Spiegel zu betrachten. Wäre viel entspannter. Ich könnte dann einfach auf der Couch sitzen, Bier saufen und Kartoffelchips (davon habe ich mir nämlich einen Vorrat angelegt) in mich hineinschaufeln und entspannt auf dem riesigen Flachbildfernseher beobachten, wie die Welt untergeht. In 4K versteht sich. Einfach so.

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Heute, Leute von morgen (Teil 1)
Sei kein Frosch und öffne die Tür. Lass es einfach geschehen, greife zum Griff und ziehe kräftig daran. Mit einem leisen Zischen öffnet sich die Tür, vorerst einen kleinen Spalt. Gase entweichen und bringen dich um den Verstand. Der Gestank ist schon jetzt ekelerregend und aufdringlich. Wie am Faden gezogen, greift deine rechte Hand zum Revers deines Pullovers und zieht ihn hoch, bis über deine roten Lippen und deine wohlgeformte Stupsnase, auf die du so stolz bist.
Dir kommt die Kotze hoch. Steht schon bis im Hals die Suppe, aber du zwingst dich weiter hinzusehen. Mit aller Kraft würgst du dein schon Gegessenes, dein mit Magensäure vermengten Essens-Brei, wieder hinunter und schlüpfst eilig in die Gummihandschuhe, die du extra für diesen Tag besorgt hast.
Du hast Dir etwas vorgenommen. Etwas das schon lange überfällig war. Die Reinigung des Kühlschrank ist nur ein Teil von deinem Vorhaben. Die ganze Küche steht dir noch bevor. Du hast heute seit langer Zeit mal wieder die Vorhänge geöffnet und die Scheiß-Sonne gibt den Blick nun frei, auf das ganze Elend. Zeigt Dir, was du für ein schwaches, dreckiges Arschloch du warst.
Mit spitzen, gummibehandschuhten Fingern greifst du zuerst nach dem Marmeladeglas, dann nach den Senf in der Tube und allen anderen Lebensmittel die in Glas oder Plastik verpackt wurden und stopfst sie in die bereitgestellte Plastiktüte. Als du danach nach dem verfaulten Fleisch greifst und dessen Konsistenz, durch das Gummi ertastet, würgst du ein weiteres mal, doch du bleibst stark und standhaft.
Stark und standhaft entfernst du ein verdorbenes Stück nach dem anderen aus dem Kühlschrank und es fühlt sich an, als ob du jeweils einen üblen Gedanken, oder eine böse Erinnerung aus deinem Hirn entfernst. Es tut gut, als du die Tüte mit dem übelriechenden Inhalt endlich in den Müllcontainer wirfst. Im Hausflur, auf dem Weg zurück in deine Wohnung, tust du etwas, das du noch nie getan hast. Deine Lippen öffnen sich und sagen „Hallo“ zum Nachbar aus der 11. Etage.
#dozer #Dortmund #Ruhrgebiet #graffiti #90 #90er
Karussellbremser in love!
Schlechtwetterfront im Hirn

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Virtuell auf die Fresse hauen!
Hast du Käse auf der Stulle...