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Für all diejenigen, die noch immer nicht in Weihnachtsstimmung sind.
Eine weitere Proletenprosa Shortstory von Luke Stuckberry - Franky Red - mymundoo.de

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Heute, Leute von morgen (Teil 1)
Sei kein Frosch und öffne die Tür. Lass es einfach geschehen, greife zum Griff und ziehe kräftig daran. Mit einem leisen Zischen öffnet sich die Tür, vorerst einen kleinen Spalt. Gase entweichen und bringen dich um den Verstand. Der Gestank ist schon jetzt ekelerregend und aufdringlich. Wie am Faden gezogen, greift deine rechte Hand zum Revers deines Pullovers und zieht ihn hoch, bis über deine roten Lippen und deine wohlgeformte Stupsnase, auf die du so stolz bist.
Dir kommt die Kotze hoch. Steht schon bis im Hals die Suppe, aber du zwingst dich weiter hinzusehen. Mit aller Kraft würgst du dein schon Gegessenes, dein mit Magensäure vermengten Essens-Brei, wieder hinunter und schlüpfst eilig in die Gummihandschuhe, die du extra für diesen Tag besorgt hast.
Du hast Dir etwas vorgenommen. Etwas das schon lange überfällig war. Die Reinigung des Kühlschrank ist nur ein Teil von deinem Vorhaben. Die ganze Küche steht dir noch bevor. Du hast heute seit langer Zeit mal wieder die Vorhänge geöffnet und die Scheiß-Sonne gibt den Blick nun frei, auf das ganze Elend. Zeigt Dir, was du für ein schwaches, dreckiges Arschloch du warst.
Mit spitzen, gummibehandschuhten Fingern greifst du zuerst nach dem Marmeladeglas, dann nach den Senf in der Tube und allen anderen Lebensmittel die in Glas oder Plastik verpackt wurden und stopfst sie in die bereitgestellte Plastiktüte. Als du danach nach dem verfaulten Fleisch greifst und dessen Konsistenz, durch das Gummi ertastet, würgst du ein weiteres mal, doch du bleibst stark und standhaft.
Stark und standhaft entfernst du ein verdorbenes Stück nach dem anderen aus dem Kühlschrank und es fühlt sich an, als ob du jeweils einen üblen Gedanken, oder eine böse Erinnerung aus deinem Hirn entfernst. Es tut gut, als du die Tüte mit dem übelriechenden Inhalt endlich in den Müllcontainer wirfst. Im Hausflur, auf dem Weg zurück in deine Wohnung, tust du etwas, das du noch nie getan hast. Deine Lippen öffnen sich und sagen „Hallo“ zum Nachbar aus der 11. Etage.
Karussellbremser in love!
Virtuell auf die Fresse hauen!