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Waldbrand
Manchmal genügt schon ein Funke um einen Waldbrand auszulösen. Hoffentlich ist das hier nicht der Fall.
Nachdem ich einen großen Schluck aus meiner Dose nehme versuche ich es mir auf dem Baumstamm so bequem wie möglich zu machen während mein Blick durch die Runde streift. Links von mir der Älteste und die Jüngste der Gruppe. Während er einige Sachen aus dem Auto holt ist sie mit seinem Handy zugange. Gegenüber von mir die nächsten beiden. Jetzt schon zugedeckt steckt er fest in ihrem Griff. Es könnte ja sein das er sich sonst mit anderen Frauen unterhält. Rechts davon geht es weiter mit Till und Kira. Das wohl einzige anwesende Pärchen welches es nicht nötig hat dies alle 0,5 Sekunden zu beweisen. Wie Kannibalen welche sich gegenseitig verschlingen. Fehlt nur noch das einer seine Gitarre raus holt und diesen Oasis Song spielt. Den Abschluss der Runde bilden die drei verdammten. Felix, Jana und ich. Die einzigen Single hier. Verdammt dazu sich immer wieder anhören zu müssen wie schön es doch ist in einer Beziehung zu sein. Natürlich nur wenn man davor die ganzen Tipps überlebt hat wie man denn zu einer solch wunderbaren Beziehung kommt. Am wichtigsten ist natürlich das man nicht danach suchen darf. Dann kommt das alles von ganz alleine.
Wobei ich mich frage ob Felix und Jana dasselbe zu hören bekommen. Noch mehr wundert es mich das Jana überhaupt Single ist. Immerhin ist sie nicht auf den Kopf gefallen und auch noch recht hübsch. Ein femininer Körper, geschmückt mit goldenen Haar und dazu dieses freundliche Lächeln. Etwas was wohl auch Felix nicht entgangen ist. Immer weniger Licht dringt durch die Bäume zu uns während der Dämmerung. Es wird kälter. Also stehe ich auf um etwas Holz für die Feuerstelle zu holen. Auch in der Hoffnung das Jana mich begleitet. Das wäre zumindest eine gute Gelegenheit um sich in Ruhe zu unterhalten. Während ich schon mal vorgehe bemerke ich das auch ein paar der Anderen sich in Bewegung setzen. Langsam fange ich an den Korb den ich mitgenommen habe mit Ästen zu füllen. Dabei bemerke ich das mich immer mehr Glühwürmchen umgeben. Kurz bewundere ich den Mond der mittlerweile am Himmel zu erkennen ist.
Im nächsten Moment erwache ich aus meiner Ablenkung als ich spüre wie der Korb an Gewicht zunimmt. Wohl möglich Jana die mich endlich eingeholt hat? Ich rudere herum und entdecke Kira die mich neckisch angrinst. Schade. Also natürlich ist sie sehr willkommene Gesellschaft. Aber sie ist mit Till zusammen. Und so was mach ich nicht.
Wir gehen zusammen weiter, füllen den Korb mit brennbaren Material, reden und lachen, während wir von gefühlt 10 Millionen Glühwürmchen umgeben werden. Fast wie in einem dieser ekelhaften Songs. Da fällt mir auf das es doch noch recht warm ist. Zu warm für diese Jahreszeit. Immer tiefer gehen wir in den Wald. Bis wir plötzlich im Jagdgebiet sind. Hier darf eigentlich niemand rumlaufen. Dort kommen wir zu einem Wasserlauf in welchem sie sich kurz die Hände waschen will. Denke ich zumindest bis ich die ersten tropfen Wasser im Gesicht habe. Ich lasse den mittlerweile prall gefüllten Korb fallen und setze zum Gegenangriff an. Solange bis wir beide lachend am Boden liegen. Ich habe gewonnen denke ich als ich über ihr bin und das Wasser an meinem Gesicht hinunter rinnt. Das Lachen wird zu einem lächeln als wir uns in die Augen sehen. Für einen kurzen Moment ist uns beiden klar wie warm es heute tatsächlich ist.
"Hier habt ihr euch also versteckt!"
Ruckartig stehen wir auf und drehen uns in die Richtung aus der die Stimme kam. Es ist Jana. Zusammen mit ihr begeben wir uns auf den RĂĽckweg. Die heiĂźe Luft wird dabei immer drĂĽckender und schnĂĽrt einem fast die Kehle zu. Immerhin kann ich mich endlich mit Jana unterhalten.
ZurĂĽck bei den Anderen brennt das Feuer schon lichterloh. Immer wieder legen Kira und ich Holz aus unserem Korb nach. Die Luft steht unter Strom. Es ist wie vor einem groĂźen Gewitter. Doch zum GlĂĽck sind am Himmel keine Wolken zu entdecken. Das Feuer brennt so stark das ich vorsichtshalber ein StĂĽck weg rĂĽcke um nicht zu verbrennen.
Ein paar Stunden später bin ich endlich wieder zu Hause. Schon halb auf der Couch eingeschlafen, froh darüber das der Abend doch noch so nett war. Als es plötzlich an der Tür klingelt. Dahinter steht Kira.
Im Wald ist unter der Asche des Feuers noch etwas Glut übrig. Während der Wind versucht diese zu ersticken trägt er einen Funken hinfort. Hinfort zu einem kleinen vertrockneten Strauch. Der Funke genügt um diesen innerhalb von Sekunden zu entzünden. Die Flammen breiten sich über die Wiese aus. Verzehren kleine Büsche bis auch die großen Bäume brennen. Alles geschieht wahnsinnig schnell. Schon ist die Hitze so sengend das alles von ihr verbrannt wird. Während die Flammen miteinander tanzen und immer mehr verschlingen. Die rot und gelb Töne ineinander übergehen. Sich liebkosen. Miteinander verschmelzen. Alles Andere ist egal. Von dem kleinen Strauch am Anfang ist nur noch Asche übrig. Doch das Feuer wächst.
Einige Tage später treffen wir uns alle in einer kleinen Bar in der Nähe. Aus dem Fernsehen erfahren wir das die Feuerwehr den Waldbrand immer noch nicht löschen konnte. Sarah fehlt heute. Max hat mit ihr Schluss gemacht. Aber das ist ja nicht so schlimm. Hier sitzen immerhin genug Leute die ihm Tipps geben können. Heute stören mich diese auch nicht so wie sonst. Gut gelaunt lehne ich mich zurück und lausche dem neuen Song von Oasis aus den Boxen. Fuck. Der ist sogar echt gut.

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Der weiĂźe Raum
Als ich den Raum betrete, fühle ich trauer. Schmerz. Ich taste mich ab. Doch finde keine Wunden. Spüre nur die Narben an meinem Körper. Sämtliche Wände, die Decke und der Boden sind weiß. Milchige Glasplatten, hell erleuchtet. Langsam begebe ich mich zur Mitte des Raumes. Setze mich, atme durch. Eine Träne verlässt mein Lied. Ich atme aus. Tief wieder ein. Musik beginnt. Ein belebender Beat. Der einen dazu bringt langsam unmerklich immer mehr mit den Muskeln zu zucken. Stärker. Intensiver. Jetzt stehe ich. Tanze. So ganz für mich. Bam. Dam. Pam. Langsam schalte ich ab. Die Farben der Wände ändern sich. Leicht rot dann blau und grün. Ein Segment der Wand senkt sich. Dahinter eine Frau. Dunkles mittellanges Haar. Es wirkt als würde sie dort schlafen. Wunderschön. Plötzlich öffnet sie die Augen. Strahlend blau. Tritt einen Schritt nach vorne und die Wand schließt sich. Immer noch tanze ich. Genau wie sie jetzt. Doch sind meine Gedanken nun gänzlich bei ihr. Wir nähern uns, tanzen. Nicht mehr alleine. Die Farben der Wand wechseln nun langsam in sanften Übergängen. Grün, gelb, orange dann rot. Es wird wärmer. Eine Wärme wie im Winter nach Hause zu kommen und die Heizung ist schon an. Wir küssen uns. Tanzen nun zusammen. Am Anfang nicht ganz synchron. Dann immer gleicher. Angepasst. Harmonisch. Wie die wellen im Windows Media Player. Die Farben wechseln vielfältiger. Schneller. Abrupter und härter. Enger umschlungen tanzen wir. Lila, blau, türkis dann weiß. Langsam verstummt die Musik. Das Muskelzucken legt sich. Noch ein Kuss, dann geht sie zurück in die Wand. Wieder stehe ich in der Mitte des Raumes. Vor mir eine Tür. Ich gehe hindurch. Als ich den Raum betrete, fühle ich trauer...
Reif
Sie war es endgültig leid und so floh sie wie immer zu ihm. Immer musste ihre Mutter sich in ihr Leben einmischen. Früher da war das in ordnung. Doch mittlerweile ist diese Zeit vorbei. Verblasst, nur noch eine schwarz weise Erinnerung. Er wusste das. Nach all der Zeit die sie sich nun schon kannten und liebten. Sie wusste das sie ihm vertrauen konnte. Das er der Richtige ist. Das er der eine ist. Als sie bei ihm ankamm dauerte es nicht lange bis die Wut in ihr verglimmte und aus ihrer Asche die leidenschaft heraus schoss. Ein Feuersturm breitete sich aus. Sie konnte nur noch daran denken wie sehr es ihr gefällt. Wenn er mit ihr alles machte was er wollte. Während ihre Hände gefessekt in der Luft hingen. Ein Stöhnen ihren Körper verließ. Ihre Augen verbungen waren. Sie dachte immer zu daran, wie schön das war. Sie wusste das es ihr gefällt, schon als sie diesen Film gesehen hatte. Auch wenn es sich nicht so anfühlte. Dabei kam ihr ihre Mutter in den Sinn. Doch nur kurz. Denn sie wusste ganz genau was sie da tat. Immerhin war sie nun vierzehn.
Sterben an Silvester
Er war von so vielen Freunden umgeben doch das einzige an das er dachte war wie er alleine durch die Nacht schritt. Die Welt bedeckt von Schnee in dieser eisigen Winternacht zum Jahreswechsel. Während es bald soweit war rückten alle immer weiter zusammen doch er ging weiter. Weiter weg, so kam es ihm vor. Voran in die dunkle Nacht, lediglich vom schwachen Mondschein erhellt der alles schwarz-weis aussehen lies. Schritt für Schritt ohne es zu wollen, lies er es dennoch geschehen. Er driftete ab. Und während sich alle umarmten stand er da. Sah sie an. Schon wieder, dachte er, schon wieder war er nicht wichtig für sie. Es kam ihm vor als würde er kurz stehen bleiben, sich umdrehen und das Geschehen aus der Ferne betrachten. Als er wieder nach vorne sah war eine Weggabelung da. Er ging weiter und wusste sie würde dem anderen Weg folgen. Doch als es so kam und sie ging blieb er stehen. Aufeinmal viel er nach hinten in den Schnee. Schmerz durchfuhr seine Brust. Ein Schuss. Der weisse Schnee wurde rot eingefärbt. Es war keine Kugel die seine Brust durchbohrt hatte. Es waren ihre Worte. Und so lag er da als sie ging. Das Rot sackte tiefer in den Schnee während er in den Himmel sah. Noch eine weile konnte er beobachten wie dieser durch helle bunte Funken erleuchtet wurde. Bis sein Herz den letzten Tropfen Blut aus ihm pumpte. Wieder schenkte er sich nach, trank aus und legte sich alleine schlafen.

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Mehr
Der Wind Peitscht in mein Gesicht. Alles wankt und wackelt. Doch das merke ich nicht. Es geht vorwärts. Ich habe aufgehört nur zu treiben. Die Segel sind gesetzt und der Wind beflügelt sie. Schneller. Immer schneller. Doch das ist auch noch nicht genug. Ich will mehr. Immer mehr. Mit der Axt in der Hand werde ich es mir nehmen. Der Wikinger in mir schreit "Attacke!". Das ist noch nicht genug. Bin rastlos. Strebe nach höherem.
Während ich meinen Schlips fest ziehe, meinen Aktenkoffer greife und zur Arbeit aufbreche.
Struthio camelus
Struthio camelus zu Deutsch der Vogel StrauĂź;
Die meisten Menschen haben etwas mit dem Vogel Strauß gemeinsam, sie stecken den Kopf in den Sand weil sie die realität nicht sehen wollen.
Und das der Vogel Strauß seinen Kopf in den Sand steckt wäre ein wahrhaft perfekter Artikel für die Bild Zeitung

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