Ich hab das Gefühl, je mehr Zeit vergeht, desto mehr appreciate ich die Brunnenszene.
Beim ersten Schauen war ich noch zu sehr auf das typische "Soll das jetzt romantisch sein??" fokussiert, aber mittlerweile - auch dank der vielen tollen Analysen dazu - denk ich mir nur: Ist doch egal. Darum geht es überhaupt nicht.
Was ich da drin sehe, sind zwei zutiefst einsame Menschen, die sich gegenseitig erkennen und entgegen aller Vernunft versuchen, einander zu helfen. Sie sind gerade beide am Abgrund, aber sie überstehen die Nacht. Sie reden miteinander, essen zusammen. Sie lachen. Sie tanzen. Auch wenn danach alles bergab geht, sie haben diesen einen unberührten Moment zusammen.
Bisher fand ich, die vielen Adam & Pia Szenen in EdN kämen ein bisschen aus dem Nichts, weil die zwei vorher noch gar keine tiefere emotionale Verbindung hatten, aber inzwischen kann ich das irgendwie nachvollziehen. In Krisen connected man manchmal mit den randomsten Menschen - mit Leuten, von denen man dachte, man hätte kaum Gemeinsamkeiten, oder Leuten, mit denen man bisher nur auf einer oberflächlichen Ebene zu tun hatte.
Da denke ich oft an ein Zitat aus Doctor Who: Fear makes companions of us all.
Und genau so etwas sehe ich in dieser Szene.
So gerne ich auch hätte, dass Adam auf diese Art mit Leo redet - ich glaube, an diesem Punkt konnte er das einfach nicht. Weil Leo zu nah dran ist.
Was ich an der Szene auch total liebe, ist diese bedingungslose Akzeptanz und dieses Verstehen.
"Willst du drüber reden?" - "Nee. Du?" - "Nee."
Da ist einfach kein Druck. Sie geben einander den Raum, den sie brauchen, weil sie beide wissen, dass man über manche Dinge nicht so einfach reden kann. Und trotzdem entsteht da eine Verbindung. Weil sie einander einfach sehen. Auch ohne zu wissen, was genau beim anderen gerade los ist.
What the world needs now is love - und zwar egal, auf welche Art. Für mich zumindest gibt es da gar keine endgültige Definition davon. Und ich bin sehr, sehr froh, dass diese Szene so ist, wie sie ist.