Angst
Eigentlich dachte ich, ich hätte es geschafft. Ich dachte, nun habe ich es im Griff. Doch dann kommt sie, diese unbeschreibliche Angst. Einen Tag habe ich keine Motivation, einen Tag bin ich sauer oder traurig, schon ist sie da. Die Angst, es nicht geschafft zu haben.Â
Wie gehe ich damit um? Wird diese Angst vergehen? Werde ich einen RĂĽckfall erleiden? Werde ich das GlĂĽck zerstören, den Menschen der mir alles bedeutet wieder wegschieben. Es wird der Moment kommen, in dem alles zusammenbricht. Der Moment, der mir noch größere Angst macht als meine Demotivation und Unlust. Bei jedem Anzeichen zucke ich zusammen, werde unerträglich fĂĽr meinen Gesprächspartner und könnte auf der Stelle in Tränen ausbrechen (was ich dann auch oft genug tue). Ich weiĂź, ich bin nicht stark genug, war ich nie. Bis jetzt habe ich es irgendwie geschafft, aber ich habe kein Geheimrezept. Wie werde ich es ĂĽberstehen? Wie werde ich mein GlĂĽck und meine Stärke bewahren können? Wie werde ich die Menschen, die ich liebe, schĂĽtzen können?Â
Wenn ich könnte, wĂĽrde ich dann Abstand nehmen, mich abkapseln? Wenn mir jemand die Möglichkeit geben wĂĽrde, ich wĂĽrde sofort weglaufen - so weit ich kann. Ich bekomme die Möglichkeit nicht. Ich bin die, von der alle erwarten, verlangen, dass sie es regelt. Ich gewähre anderen die Möglichkeit, wegzubleiben, doch sie nehmen sie nicht wahr. Das heiĂźt doch nur, dass sie alle stärker sind als ich. Warum bin ich diejenige, die nicht weglaufen darf? Wer hat die Musterlösung, wie ich mit RĂĽck- und Niederschlägen endlich umzugehen lerne? Wie Meister ich das Ding, was sich L-E-B-E-N nennt. Oft wäre ich lieber alleine, denn alleine bin nur ich das Problem. Dann wäre nur ich unglĂĽcklich und mĂĽsste nicht all ihre Probleme auf meinen Schultern tragen.Â
Wie soll es weitergehen?Â












