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Wenn ihr in irgendeiner Form betroffen seid: Meidet die Drukos!
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Wenn ihr in irgendeiner Form betroffen seid: Meidet die Drukos!

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Triggerwarnung Abtreibung
Mein kleiner Engel
Das wird eine längere Geschichte.
Wir hüpfen ins Jahr 2005, wir schreiben aus der Ich-Perspektive.
Das Erste, was mir zu J. einfällt, ist ein Sommerfest mit der gesamten Nachbarschaft. J. und A. waren irgendwie Freunde, irgendwie nicht. Aber über A. lernte ich J. näher kennen. Beide waren viel zu alt für mich, ich war damals 15, J. fast 25. Ich glaube, er hatte noch nicht Geburtstag gehabt. J. hatte wasserstoffblonde Haare - oder was davon noch übrig war.
Ich hatte ein Auge auf ihn geworfen, damals hätte ich gesagt, ich hatte einen Stand auf ihn. Ich denke heute, sowas können eigentlich nur Männer sagen, oder nicht?
Naja. J. hatte auch ein Auge auf mich geworfen.
Ich erinnere mich daran, dass er mir einmal sehr offensiv hinterher blickte, während er bei meinen Eltern eigentlich zu Besuch war. Er saß am Couchsessel, sie ihm gegenüber auf der Couch. Und er tat es. Einfach so. Vor ihnen.
Es kam, wie es eben kam, und wir gingen miteinander aus. Das Date endete in einem desaströsen Kuss. Dennoch kamen wir kurz darauf zusammen.
Die Beziehung mit J. war nicht schön. Ich war ihm vollkommen unterlegen. Egal, ob es um Erfahrung ging, Selbstbewusstsein oder wer das Sagen hatte. Er hat mich eigentlich ziemlich schikaniert, mich behandelt wie ein Kind. Er zwang mich zum Zähne putzen, schrie mir hinterher, dass ICH in seiner Wohnung nicht mit den Türen zu schmeißen brauche. Er nötigte mich, nachts zu ihm zu kommen. Nötigte mich zu Sex und sexuellen Handlungen.
Das war das, worauf er gewartet hatte damals. Sex. Gesetzlich war es verboten. Bis ich 16 war. Und genau so war und kam es. An meinem 16. Geburtstag hatte er Sex mit mir, ich mein 1. Mal. Gleich in der Früh. Ohne Kondom.
Als ich ihn darauf ansprach, machte er sich darüber lustig und meinte nur, es passiert nichts.
Und so kam es, wie es kommen musste - ich wurde schwanger.
Über mir brach die Welt zusammen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Frauenarzt fertigte mich ab mit den Worten - wenn Sie es behalten wollen, kommen Sie wieder. Ansonsten brauchen Sie nicht wiederzukommen. Ich war damals 16...16!!!
Ich wusste instinktiv von Anfang an, das würde in einer Abtreibung enden. Aber ich wollte das Kind. Nur niemand stand hinter mir.
J. war völlig fertig. Für ihn war sofort klar, dass es eine Abtreibung geben muss. Wir diskutierten darüber, dass ich es meinen Eltern nicht sagen würde, das musste er machen.
Sie waren schockiert. Aber weniger, als ich erwartet hatte. Ab da griffen Zahnräder so nahtlos ineinander, wie ich es mir nie hätte vorstellen können.
Meine Mutter organisierte einen Termin bei ihrem Frauenarzt. Schon war alles klar und geplant. Es würde eine Abtreibung geben. In irgendwelche schwindeligen Hinterzimmern. Bezahlt hat es J.
Es war wirklich ein fucking Hinterzimmer. Aber dazu gleich.
Es wurde ab dem Zeitpunkt nicht mehr viel darüber gesprochen. Ich konnte weder mit J. reden, noch mit sonst wem. Mir war relativ rasch übel und ich musste mich ständig übergeben. Das war vor allem in der Schule äußerst unangenehm.
Meine Mutter sagte nur immer, ich solle mich zusammenreißen. Aufhören zu kotzen.
Ich hab recht bald realisiert, dass ich ein Baby in meinem Bauch habe. Es war merkwürdig. Aber dennoch wollte ich das Kind. Ich war mir sicher, es wäre ein Mädchen. Ich wollte sie Easy (Isi) nennen. Ich wünschte mir so sehr, dass da jemand gewesen wäre, der sagte, wir schaffen das. Aber so jemanden gab es nicht.
Der Tag rückte näher und ich hatte den letzten Termin bei dem Frauenarzt meiner Mutter. Ich saß ihm danach am Tisch gegenüber und er meinte, es sei meine Entscheidung, ob ich das wisse. Dass ich nein sagen könne. Doch diese Option gab es nicht. Ich weiß, wie ich teilnahmslos reagierte und es runterspielte, als wär es nichts anderes, als mal den Müll rauszubringen. Wie treffend. Ich hab ihm die Punkte aufgezählt, die mir damals aufgezählt wurden, als J. und ich es meinen Eltern sagten.
Tja und dann kam der Tag. Meine Mutter brachte mich hin. Ich weiß, ich hatte ein Sackerl dabei, weil ich mich dauernd übergeben musste. Danach brauchte ich es nicht mehr. Das sagten sie, das weiß ich. Dass die Übelkeit nach dem Eingriff sofort aufhört. Das konnte ich mir fast nicht vorstellen.
Da wurde ich also in irgendein Hinterzimmer gebracht, auf einen Gynäkologen-Stuhl gesetzt und los ging es. Ich wurde narkotisiert oder zumindest in einen Dämmerschlaf versetzt. Ich weiß, es waren zwei Männer/Ärzte.
Danach erinnere ich mich daran, dass ich ganz bedröpelt wach wurde. Sie klatschten mir eine riesige Binde auf meine Vagina und schickten mich so nach Hause.
Da ich bedröpelt war, kann ich mich an die Heimfahrt nicht erinnern. Aber ich weiß, dass die Übelkeit weg war. Und als Belohnung für all das, bekam ich eine Pizza. Daran erinnere ich mich auch noch. Vom Italiener uns Eck. Die ich gierig verschlang, weil mir eben nicht mehr übel war.
Und das war's.
Danach wurde nicht mehr darüber gesprochen. Einmal hab ich es bei J. angesprochen. Er tröstete mich zwar irgendwie, aber mehr auch nicht.
Niemand war da für mich. Niemand wollte da sein. Niemand hat diesem kleinen Leben Respekt entgegengebracht.
Mir tut es so leid. So wahnsinnig leid. Ich weiß, ich habe mir damals auch eingeredet, dass eine Abtreibung das Beste wäre. Weil ich das Kind behalten wollte. Ich habe Gründe gesucht, Dinge zu Gründen gemacht, damit ich es vor mir rechtfertigen konnte.
Ich kann mich immer noch nicht in diese Position reinversetzen, ernsthaft um mein Kind zu trauern. Es tut so unglaublich weh, dass ich es wegschiebe. Es fühlt sich unwirklich an, als wäre es jemand anderem passiert.
Ich habe viel geweint im Laufe meines Lebens, um die kleine Easy. Aus Verzweiflung, aus Schuldgefühlen. Aber ich habe es nach all der Zeit nicht verarbeitet. Dass ich mein Kind verloren habe. Und nicht nur verloren, sondern eigentlich ohne Widerworte zugelassen, dass es sterben muss.
Heute überlege ich, wie es wäre, hätte ich es nicht getan. Wie alt sie wäre, wann ihr Geburtstag gewesen wäre. Wie sie als Teenager war. Dass sie jetzt eine junge Erwachsene wäre.
Ich hätte das niemals zulassen dürfen und es ist der größte Fehler meines Lebens, den ich seit damals jeden Tag, wenn er mich einholt, wenn ich daran denke...bereue. Zutiefst. Ich wünsche mir dieses Kind an meine Seite. Und ich kann es nie wieder gutmachen. Diese Schuld ist für mich kaum zu ertragen. Es niemals und mit nichts auf der Welt wieder gut machen zu können.
Die Beziehung mit J. hielt noch ein paar Monate. Dann war das vorbei. Und jetzt kommt's - weil er nicht wollte, dass ich in naher Zukunft vielleicht einen Krüppel zum Freund haben würde.
Dieser Mann hat mir so Vieles angetan und mich so dermaßen geschädigt.
Und er hat unser Kind ebenfalls auf dem Gewissen.
Nichts ist realer als die Gedanken die du hast wenn du alleine bist.
Vielleicht reden wir uns ein es wären nur Gedanken, nur Gespenster im Kopf.
Aber letztendlich gibt es einen Grund für diese Gedanken, sie zerren an deiner Seele.
Sie zerren so lange an ihr bis nichts mehr übrig ist außer einer leeren Hülle, bis du nur noch ans aufgeben denkst.
Du denkst deine Gedanken sind Gespenster, aber die Wahrheit ist sie sind der realste Schrei nach Hilfe die dein Körper dir gibt.
Um so länger man sie ignoriert um so lauter werden sie, bis du keinen klaren Gedanken mehr in dir hast.
Es tötet dich innerlich so lange bis du dich äußerlich genauso tötest.
So viel leid, so viel Trauer und Hass. Wir suchen nach Hilfe und bekommen sie nicht.
All diese Dinge die sich abspielen im Kopf, sie sind ein Schrei nach Hilfe, doch wir lernten viel zu früh und selber zu helfen.
Doch manchmal können wir uns nicht selbst helfen.
Triggerwarnung Impulsgedanken Suizid
Heute wollte ich mehrmals mit dem Auto einfach nicht ausweichen. Überholen und nicht ausweichen. Oder einfach, wenn ein Auto kommt, auf die Gegenspur lenken. Ich habe mir vorgestellt, wie es das Auto zerdrückt, sich das Blech in alle Richtungen biegt. Der Aufprall, wie ich nach vorne fliege mit dem Kopf, alles durchs Auto fliegt. Die Pflanzen, die Pflanzerde. Und ich zerdrückt werde.
Wär es mit einem Wimpernschlag vorbei? Einfach aus? Wäre das nicht schön? Zack, Ende. Einfach so. Ohne viel Gedöns. Ohne diese Sekunde, in der das gesamte Leben vor einem abläuft. Weil es gar keine Sekunde mehr ist. Rüberlenken und es bleibt - nichts.
Ich wär einfach fort. Und es wär mir egal. Weil ich dann nicht mehr da bin. Was danach passiert, tangiert mich nicht. Hauptsache, ich sterbe beim Aufprall. Aber mit 100km/h und mehr sollte das doch im Rahmen des Erreichbaren liegen.
Wie ein Lichtschalter, den man umlegt, ist mein Lebensfunke erloschen.
Ende.
Aus.
Vorbei.
Für immer.
Zu blöd für Selbstmord
Ich möchte eine Erinnerung mit euch teilen. Nein, eigentlich seid ihr mir alle gerade echt egal. Alles ist mir egal. Keine Ahnung, wer vorne ist. ICH bin es. Wer ich ist? Spielt es denn eine Rolle?
Lesen auf eigene Gefahr.
Ich wollte mich als Jugendliche selbst töten. Ich habe sehr viel geschrieben, viele Gedichte, sehr dunkle Texte. Texte, bei denen mir heute noch Gänsehaut kommt. Mir ging es richtig dreckig. Mein Alltag bestand aus Schule, die ich hasste, wo es niemanden gab, der mich mochte, und nach Hause kommen, ins Zimmer gehen, weinen und mich selbst hassen und verletzen. Es kam nie jemand und hat gefragt, was los ist. Es hat auch niemand bemerkt, dass es mir schlecht ging. Ich glaube, ich war 13 oder 14, als das angefangen hat.
Ich habe Abschiedsbriefe geschrieben. In denen ich meiner Familie die Schuld gab. Ich habe mir überlegt, wann und wie ich es machen werde. Ich wollte mir die Pulsadern aufschneiden. Noch heute spüre ich ein gewisses Kribbeln, wenn ich die Pulsadern entlang fahre, und frage mich, wie es wäre, sie einfach aufzuschneiden. Das Blut zu spüren, wie es fließt.
All das war mein Wunsch zu dieser Zeit. Ich habe mir sogar das Messer schon ausgesucht dafür. Keine Rasierklinge, ein Messer sollte es sein. Dieser Schnitt ins Fleisch, ich kann ihn mir bildlich vorstellen.
Ich wusste, entweder sterbe ich oder er. Starb er, würde ich ins Gefängnis gehen, das wollte ich nicht. Nicht für ihn. Er war mir absolut nichts wert.
Also traf ich meine Entscheidung, nämlich mich selbst zu töten.
Dann kam es zum vermeintlichen Zeitpunkt, der passte. Niemand Zuhause, noch Tag, Briefe geschrieben.
Und wisst ihr, was dann war? Ich traute mich nicht. Aus Angst. Angst davor, wie meine Mutter und mein "Stiefpapa" reagieren würden, wenn sie diese Sauerei sehen. Wie enttäuscht und wütend sie wären, dass sie jetzt all dieses Blut wegwischen müssen, das Bad sauber machen müssen. Ich hatte so Schiss vor dieser Wut und Enttäuschung, und dass sich alles nur darum drehen würde, WIE SEHR ich das Bad versaut hätte, weil ich meinte, mich umbringen zu müssen. Ich sah schon, wie sie den Kopf schüttelten und sagten: "Denkt sie, sie sei so etwas Besonderes, dass es uns kümmert, wenn sie tot ist?" - es wäre ihnen egal gewesen, alles, was gezählt hätte, wäre all dieses Blut in der Badewanne. An dem ich schuld gehabt hätte. Das hielt mich davon ab. Danach habe ich den Plan nie mehr so ausgereift, weil diese Angst verankert war, dass ich ihnen ja wieder "nur Probleme" gemacht hätte. Wie immer halt. Typisch^^ jetzt tötet sie sich selbst und macht anderen immer noch das Leben schwer. Scheiße, oder? Wie absurd ist so ein Scheiß bitte. Ich mag nimma. Mein ganzes Leben ist ein einziger Witz, auf meine Kosten. Hauptsache alle anderen haben was zu lachen.

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Triggerwarnung - sexueller Missbrauch
Bis auf ein paar wenige Menschen, weiß niemand davon, dass mein Vater mich sexuell missbraucht hat. Jedenfalls niemand von meiner Familie.
Aber ich merke, das will raus. Und zwar zu den "richtigen" Personen. Ich bin irgendwann über diese xx Fragen gestolpert, die man einander stellen soll, bevor man stirbt. Im Kopf blieb mir, was man bereuen würde, jemandem NICHT gesagt zu haben. Bei mir wäre es definitiv das mit dem Missbrauch meiner Mutter nicht erzählt zu haben.
Ich hab Angst, dass das alles kaputt macht. Aber noch mehr Angst habe ich davor, dass sie mir nicht glaubt oder es runterspielt...oder Details wissen will. Oder durchdreht?!
Meine Erinnerung vor diesem Vorfall ist weg. Erfolgreich blockiert. Die Konsequenzen trage ich dafür Tag für Tag in Form meiner vielen Diagnosen. Ich habe seit Langem meine Onkel gesehen und seitdem habe ich das Gefühl, es gab vielleicht mehr Täter. Vielleicht ein Onkel oder ein damals guter Freund der Familie.
Außerdem habe ich heute das erste Mal wieder von diesem Haus mit all den vielen Gängen geträumt.
Das letzte Mal habe ich davon geträumt, da war ein guter Freund dabei und wir haben es geschafft, durch 2 Türen zu gehen. Seitdem hatte ich den Traum nicht mehr, weil mir direkt schlecht wurde bei dem Gedanken, was mich hinter den Türen erwartet. Ich wusste, es ist der Tod und das hat bei mir direkt Panik ausgelöst. Jetzt ist das ein paar Wochen her, und heute Nacht habe ich das erste Mal wieder von den Gängen geträumt und den Türen. Ich beschreibe den Traum in einem eigenen Beitrag. Ich bin mir sicher, schaffe ich es, durch alle Türen zu gehen, brechen diese Erinnerungen auf mich ein.
Ich denke, all das hängt zusammen, auch meine betrübte Stimmung heute. Mich triggern über den Tag so dermaßen viele Sachen und katapultieren mich zurück zu den schlimmsten Erinnerungen. Es arbeitet in mir. Ich weiß nicht, ob ich hoffen soll, im Traum endlich weiter zu kommen, oder ob ich daran zerbrechen würde und es lieber lasse. Irgendwann muss und kommt es raus, das weiß ich. Ich hätte nur endlich gerne einen Therapeuten oder eine Therapeutin an der Hand.
Dieser Traum, oder besser gesagt diese Türen, dieser Gang, dieser Keller...der macht mir echt eine scheiß Angst.
Meine Tabletten sehen so verlockend aus...
Vllt sollte ich sie alle nehmen
Tabuthema: Fehlgeburt
Ich bin ehrlich.
Das hier ist kein Artikel wie jeder andere. Es wird mein persönliches Geständnis.
So ehrlich und offen ich mit vielen Dingen umgehe, so sehr habe ich mich selbst bei diesen Thema geschämt. Erst seit kurzem kann ich offen über meine ehrlichen Gefühle bei diesem Thema sprechen. Traurig aber wahr.
Im August 2018 habe ich in der 9. Schwangerschaftswoche mein Baby verloren. Meine Frauenärztin sagte mir beim zweiten Termin, dass das Herzchen nicht mehr schlagen würde.
Und ich? Ich lag dort auf der Liege, fest darauf vorbereitet erneut den Herzschlag meines Babys zu hören, und dann das. Meine Frauenärztin war sehr kalt. Keine Empathie vorhanden. Ich, völlig mit der Situation überfordert, fing an zu weinen. Und dann kam ein Gefühl, das ich nicht erwartet habe. Ein Gefühl, das mich völlig überrumpelte.
Ich spürte eine unglaubliche Erleichterung!
Wie konnte ich nur so herzlos sein? Ich hatte gerade mein Kind verloren. Bestimmt deutete ich das Gefühl nur falsch. Schließlich befand ich mich in einer Ausnahmesituation.
Aber, fühlt sich so Trauer oder Verzweiflung an? Deute ich meine Gefühle nur falsch?
Ich verließ die Praxis, rief unter Tränen meinen Mann an und fuhr nachhause.
Als erstes bin ich zu einer Freundin in meiner Nachbarschaft gegangen. Ich wollte einfach nicht alleine sein. Weinend stand ich vor ihrer Tür. Sie nahm mich in den Arm und ich erzählte ihr, dass das Herzchen nicht schlagen würde. Sie schaute mich an und sagte "Dein Verlust tut mir sooo leid!"
Mein Mann kam heim, wir beschlossen zur Ausschabung ins Krankenhaus zu gehen und dann nahm das Ganze seinen Lauf. Die medizinischen Einzelheiten einer Ausschabung erspare ich euch.
Bis vor kurzem habe ich mich für meine "falschen" Gefühle in dieser Sache geschämt. Ich war erleichtert wo ich hätte traurig sein müssen. In den Augen aller habe ich einen Verlust erlitten. Nur in meinen nicht. Für mich war es ein Zeichen des Universums. Meine Ehe war am Ende, das wusste ich. Ein zweites Kind sollte sie retten. Unterbewusst wusste ich wohl, dass das nicht das Motiv für ein weiteres Kind sein sollte. Ich wollte es mir nur nicht eingestehen.
Ich möchte euch unbedingt folgendes mit auf den Weg geben:
ALLE Gefühle sind richtig. Immer.
Wir bekommen oft ein Muster vorgegeben, indem wir uns zu bewegen haben, wenn das Schicksal zuschlägt. Befreien wir uns daraus. Reden wir offen darüber. Hören wir endlich auf uns dafür zu schämen, wenn wir nicht so reagieren, wie unsere Mitmenschen es von uns erwarten.
Niemand läuft in deinen Schuhen. Niemand kennt je alle Fakten einen anderen Menschen betreffend. Und so lange das so ist, sollten wir nicht urteilen. Nicht werten. Nur da sein.
Heute würde ich rückblickend von meiner Freundin wünschen: "Hey.. es tut mir leid, dass du das erleben musst. Wie fühlst du dich damit? Was macht es mit dir?" und keine Beileidsbekundungen zu meinem Verlust.
Am Ende war es keiner. Es war ein Gewinn. Ein Gewinn an Erfahrung und Klarheit.