Die Arbeitszeit, die ein Sklave, Leibeigener oder moderner Proletarier über den Teil des Arbeitstages, der zur Befriedigung seiner lebenswichtigen Bedürfnisse notwendig war, hinaus verrichtete, bezeichnet Marx als Mehrarbeit. Gibt es eine Klasse (z.B. Sklavenhalter), die sich die Mehrarbeit einer anderen Klasse (z.B. Sklaven) bzw. deren Produkte aneignet (denn dem Sklaven gehörte ja das Produkt seiner Arbeit nicht mehr), dann ist das Ausbeutung. Der Ausbeutungsbegriff bei Marx ist demnach nicht moralisch, er bezeichnet keine „besonders schlechten Arbeitsverhältnisse“ oder Kinderarbeit oder Überarbeitung durch den 14-Stunden-Tag. Ausbeutung ist ein wissenschaftlich objektiver Begriff, der schlicht und einfach das Verhältnis zwischen zwei Gruppen von Menschen bezeichnet, von denen die eine für die anderen arbeitet und Mehrarbeit leistet.
-Kommunistische Partei, Grundlagenschule, Kapitel 3.5.4 Basis und Überbau.











