Braucht's den Tunnel noch? - JA!
Aufgrund des gefühlt geringeren Verkehrsaufkommens auf der innerstädtischen B2 und einer sichtbaren Entlastung durch die Westumfahrung in den letzten Jahren durch die Folgen der Pandemie und der vermehrten Nutzung von Home-Office wurde ich letztens gefragt: „Braucht's den Tunnel noch?“.
Dabei wird immer auch kolportiert, dass man doch auch schon woanders innerstädtische Bundesstraßen mit Tempo 30 und Fahrradschutzstreifen realisiert hat - ein konkretes Beispiel wird dann meistens aber nicht aufgeführt.
Und man soll ja immer auch wieder einmal über seine bisherige Meinung nachdenken. Das möchte an dieser Stelle noch einmal erneut öffentlich machen:
Generell gibt es ja für Starnberg in meinen Augen vier Zukunftsszenarios:
A) West-Umfahrung, Kein B2 Tunnel, gleichbleibende oder sinkende Verkehrsbelastung (auf der Hauptstraße)
B) West-Umfahrung, Kein B2 Tunnel, steigende Verkehrsbelastung (auf der Hauptstraße)
C) West-Umfahrung, B2 Tunnel, gleichbleibende oder sinkende Verkehrsbelastung (auf der Hauptstraße)
D) West-Umfahrung, B2 Tunnel, steigende Verkehrsbelastung (auf der Hauptstraße)
Gemäß der aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bau, Stadt und Raumforschung (https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/startseite/topmeldungen/bevoelkerungsprognose-2045.html) wird im Umfeld von München mit einem Anstieg der Bevölkerung bis 2045 von 9 bis 15% gerechnet.
Damit kann für die Szenarien A) und C) davon ausgegangen werden, dass sie nur mit einer sehr, sehr geringen Wahrscheinlichkeit eintreten werden.
Gleichzeitig erhöht sich die Eintrittswahrscheinlichkeit der Szenarien B) und D) signifkant. Dass sich bei der Mehrheit der Bevölkerung ein Sinneswandel einstellen wird und diese auf einen möglicherweise ausgebauten ÖPNV umsteigt, halte ich für längere Strecken, die über die Gemeindegrenzen hinausgehen für ausgeschlossen.
Deshalb gehe ich langfristig nach wie vor davon aus, dass wir in Starnberg mit einer (wieder) steigenden Verkehrsbelastung durch den externen Durchgangsverkehr zu rechnen haben.
Betrachten wir noch einmal die dann verbleibenden Szenarien
B) West-Umfahrung, Kein B2 Tunnel, steigende Verkehrsbelastung (auf der Hauptstraße)
D) West-Umfahrung, B2 Tunnel, steigende Verkehrsbelastung (auf der Hauptstraße)
mit Blick auf die immer wieder geäußerten verkehrssicherheitsrelevanten Forderungen "Weniger Verkehrsaufkommen durch Tempo 30 in der Hauptstraße" und "Fahrradschutzstreifen in der Hauptstraße".
Der Bund wird in Starnberg mit Sicherheit keine "doppelte Bundesstraße" betreiben. Damit wird die Haupstraße im Szenario D) mindestens zur Staatsstraße herabgestuft.
Weiterhin ist das allen bekannte Ziel des Staalichen Bauamts für ihre Straßen, die "Durchlässigkeit des Verkehrs" aufrecht zu erhalten. Insofern kann mit Sicherheit angenommen werden, dass sowohl eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit als auch ein Einrichten von Fahrradschutzstreifen weitaus realistischer ist, wenn das Staatliche Bauamt mit dem B2 Tunnel formal die Aufgabe "Durchlässigkeit des Verkehrs" lösen kann als weiterhin über die Hauptstraße.
Und dabei wurde jetzt nur die verkehrlichen Aspekte betrachtet. Der B2 Tunnel bietet der Stadt langfristig die Option, unter anderem die Hauptstraße wieder im Sinne der Starnberger Bürger zu gestalten und auch weitere verkehrslenkende Maßnahmen in anderen Teilen der Innenstadt umzusetzen.
Braucht's den Tunnel noch? - JA!
Sollte nicht auch unser aller Ziel für möglichst viele innerstädtische Straßen sein:
!!!!! STARNBERGER STRASSEN FÜR STARNBERGER BÜRGER !!!!!