#KIChatbots wie ChatGPT, Gemini, Claude und Co. lügen und #halluzinieren. Lässt sich das verhindern? Nein – aber es gibt Tricks, um die Antwortqualitäten zu verbessern. Die Anleitung für #KIRecherchen. #clickomaniach
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Juni und Oktober 2025
Zwei Gedichte vom Pferd
Im Sommer wird bei einem Familienfest die Frage diskutiert, in welchem Gedicht es um ein Pferd geht, das vier Beine hat, an jeder Ecken eine. Die Cousine, die kurz vorher berichtet hat "Wir googeln gar nichts mehr, wir fragen alles nur noch ChatGPT", holt ihr Handy heraus und spricht die Frage hinein.
ChatGPT sagt, dass es sich um ein Gedicht von Joachim Ringelnatz handelt, und zeigt uns mehrere Strophen davon. Das Gedicht ist verdächtig unlustig, es klingt nicht wie von Ringelnatz, sondern wie von ChatGPT. Deshalb steige ich auf den Heuboden der Scheune, wo ich auch Handyempfang habe, und recherchiere die Frage konventionell (mit kagi.com).
Ich komme wieder vom Heuboden und sage, dass ChatGPT unrecht hat und die Zeile aus einem Lied von Fredl Fesl stammt.
In den Monaten danach denke ich manchmal sorgenvoll darüber nach. Die Cousine hat früher für ein großes Unternehmen gearbeitet, das mit Wissen und Internet zu tun hatte, und wenn sogar sie jetzt ChatGPT alles glaubt, ohne mitzudenken und nachzurecherchieren, dann gute Nacht. Ich bin unentschlossen, ob die Halluzinierprobleme von ChatGPT im Prinzip behebbar sind oder baubedingt so bleiben werden. Persönlich tendiere ich zwar zu "im Prinzip behebbar", aber ich misstraue meinem eigenen Technikoptimismus jetzt mehr als früher.
Im Oktober fällt mir ein, dass ich mal nachsehen könnte, ob ChatGPT jetzt besser Bescheid weiß, denn seit August gibt es GPT-5, und das hat mich in letzter Zeit nur noch selten so dreist angelogen wie die Vorgängerversion.
ChatGPT sagt: "Das, was Sie zitieren, stammt aus dem Kinderlied „Ein Pferd, das hat vier Beiner“, Text von Fredl Fesl und Margit Sarholz. Hier ist der vollständige Liedtext (Stand laut Quelle)", gefolgt von einer korrekten Quellenangabe. Das stimmt zwar wahrscheinlich immer noch nicht ganz (ich nehme an, der verlinkte Text ist von Margit Sarholz für ein Kinderliederbuch über die zwei Strophen von Fredl Fesl hinaus verlängert worden), aber es ist schon viel richtiger.
Vielleicht geht ja doch noch mal alles gut.
(Kathrin Passig)
31.8.2025
Die Suchmaschine nimmt mich beim Wort
Im Film "Risiken und Nebenwirkungen" kommt ein zuckersüßes Musikstück vor, das ungefähr mit folgender Zeile beginnt: "I wanna fly to an island in the sunshine..."
Weil ich neugierig bin, von welcher Band das ist, tippe ich die Zeile in die Suchmaschine Ecosia. Ich habe mich noch nicht daran gewöhnt, dass die Suchergebnisse auch mit KI aufgebrezelt werden und bin verblüfft, als meine Anfrage als Willensbekundung interpretiert wird. Oberhalb der Suchergebnisse werden mir Vorschläge gemacht, welche Inseln sich zu dieser Jahreszeit als Reiseziel eignen, darunter erscheinen Flug-Angebote mitsamt Preisen.
Den Screenshot-Beweis muss ich schuldig bleiben - ich bekomme es später nicht mehr reproduziert, obwohl ich die Suchanfrage im Lauf des Tages immer wieder abschicke. Mal bleibt der KI-Content ganz aus, mal versucht Ecosia es neckisch, sinngemäß: "While I can't physically fly you to a certain location, this content might interest you..." Im Großen und Ganzen beschränken sich die Ergebnisse dann aber auf einen anderen Song namens "Island in the sun". Ich frage mich, ob meine Folgesuche mit den Zusatzbegriffen "lyrics" und "soundtrack" dazu beigetragen haben. Oder ob mich umgekehrt vorangehende Suchanfragen als ausgesprochen urlaubsreif hatten erscheinen lassen (was eine durchaus zutreffende Beobachtung wäre).
Weil ich den Film nur als Stream ausgeliehen hatte, kann ich den Abspann nicht noch mal aufrufen. Ich finde noch heraus, dass er im Frühjahr im österreichischen Fernsehen lief - dort ist er auch noch in der Mediathek verfügbar, allerdings nur, wenn man sich in Österreich befindet. Ich bräuchte also ein VPN, oder müsste jemanden in Österreich bitten, mir Screenshots des Abspanns zu schicken, oder... Ach mei, so wichtig war es dann auch wieder nicht.
(Nachtrag: via onlinetvrecorder.com treibe ich dann doch noch einen Mitschnitt aus der ORF-Mediathek auf. Der Abspann ist allerdings abgeschnitten. Tatsächlich heißt der Beginn des Songs eher "I wanna fly to an island with my loveboy", was aber ebensowenig aufzufinden ist. Es wird wohl ein Geheimnis bleiben.)
(Lennart Schütz)
Was wir im Internet suchen
Ist immer wieder lustig. Anfangs waren es Sex Videos und Fotos. Das hat sich gewandelt, wir suchen Antworten! ZU allen fragen des täglichen Lebens. Ich bin da nicht anders. Ich nutze die Suchmaschine Bing, da sie für mich die besten Resultate bringt. Als Apple User kommt nichts von Google auf meine Geräte. Ich suche im Internet immer nach Lösungen für meine Probleme. Egal ob die Bremsen…
A search engine of PeerTube videos, channels and playlists, developed by Framasoft
Ein kleiner Tipp: Mit der Sepia #Suchmaschine kannst du über alle #PeerTube Nodes nach Filmen, Reportagen, Musik-Videos und anderen Dingen suchen. Mich überzeugt das.
https://sepiasearch.org/search?search=&languageOneOf=de
['loma] Mit Friendica unterwegs. Weil das besser geht.

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Die deutsche #Metasuchmaschine #MetaGer ist am Ende, nachdem #Yahoo die Verträge für eine werbefinanzierte Suche gekündigt hat. Ohne bezahlte Token (die es weiterhin geben soll) war sie zuletzt allerdings ohnehin nur noch eine alternative #Bing bzw. Yahoo-Oberfläche. Schade, ich habe sie seit langem immer wieder mal benutzt. #Suchmaschine
2005
Von generierten Formularen zur Kommandozeile
In meinem vorigen Artikel schrieb ich von mstart.de, einem der mehreren Vorläufer des (2024, zum Aufschreibezeitpunkt) heutigen trovu.net, das zuvor Kilian aus seiner Nutzersicht beschrieb. Hier geht die Geschichte nun weiter: wie aus dem Startseitengenerator eine Kommandozeile fürs Web wird.
Mit mstart habe ich also alle meine häufigen Suchformulare auf einer (lokal heruntergeladenen) Webseite zusammengefasst. Für eine Google-Suche muss ich nur ins entsprechende Feld klicken; Infoseek und Aktiensuchen sind ebenfalls leicht zugänglich. Trotzdem benötige ich mehrere Klicks oder Tastenanschläge, und aufgrund des Platzbedarfs ist nur eine begrenzte Anzahl an Diensten verfügbar.
Zeitgleich kenne ich vom Browser Opera eine tolle Funktion: Kürzel für bestimmte Websuchen festzulegen. So kann ich “g” für Google einstellen und einfach “g berlin” eingeben, um das Google-Suchergebnis für “berlin” zu sehen.
Was leider nicht geht: ein Kürzel mit mehreren Argumenten definieren, also dass zB “db Berlin, Hamburg” die Bahn-Verbindungssuche aufrufen würde. Auch geht es nicht, die eigenen Kürzel schnell auf einem anderen Rechner nutzbar zu machen (dazu muss ich die Browser-Konfiguration migrieren), oder auf die Kürzel und deren Wartung anderer Nutzer zugreifen. Und genau dafür entwickele ich 2005 Serchilo: Es gibt nur noch ein Eingabefeld, und dort kann ich wie bei Opera “g berlin” eingeben, aber auch “db berlin hamburg” – und kommt direkt zu den entsprechenden Ergebnisseiten. Die Kürzel-Datenbank ist dabei online gespeichert: alle Kürzel sind also an jedem neuen Rechner verfügbar, ich brauche nur serchilo.net aufzurufen (oder als Standardsuche des Browsers einzustellen).Der Name kommt übrigens aus dem Esperanto (bedeutet „Suchwerkzeug“) und liegt an meiner damaligen (und heutigen) Begeisterung für die Sprache: sie zu lernen, nach Englisch und Französisch in der Schule, ist vergleichbar mit auf Python zu stoßen, wenn man bislang nur C++ kannte. Ich bin auch nicht der einzige mit der Kommandozeilen-Idee: Alternativen heißen YubNub, Yeah Way, Yahoo Open shortcuts, Sugarcodes, Dozomo und DuckDuckGo Bangs.
Als Datenbank und Oberfläche für die Pflege der Kürzel nutze ich MediaWiki (womit auch die zu diesem Zeitpunkt neue Wikipedia läuft): da sind bereits Nutzermanagement und Versionskontrolle drin. Dennoch ist das Anlegen eines neuen Kürzels recht kompliziert: Für jedes muss man eine eigene Wiki-Seite anlegen, und anfangs sogar Reguläre Ausdrücke kennen. So sah zB. das Google-Kommando aus:
query: /^g([\w]{2})? (.*)$/url: http://www.google.com/search?hl=$subdomain&lr=lang_$1&q=$2&ie=utf-8
Das ist vermutlich anfangs vor allem ein Flaschenhals, durch den es nur Programmierer schaffen, aber die Serchilo-Art zu suchen ist ja eh deren Stil.
Über die nächsten fast 20 Jahre entwickele ich dann immer wieder daran weiter, es wird zu meinem Haupt-Hobbyprojekt: Das Anlegen neuer Kürzel wird einfacher, nutzerspezifische Kommandos werden möglich, es kommt Internationalisierung hinzu (ein deutscher Nutzer will ja eine andere Wikipedia aufrufen als ein französischer), und später auch Firefox-Erweiterung und Android-App.
Serchilo wird meine Spielwiese zum Ausprobieren neuer Technologien:
nach Mediawiki implementiere ich es 2011 in Ruby on Rails (ohne je damit live zu gehen, weil es mir dann doch nicht gefällt)
2012 in Drupal, weil damit meine Freunde freelancen, was ich auch will
2014 nochmal in Drupal, aber besser, mit all meinen gelernten Erfahrungen, und dann quelloffen
2015 ändere ich auch den Namen FindFind.it, um etwas leichter Schreib- und Merkbares zu haben – aber so richtig gefallen wird mir der nie.
Rückblickend war da viel Shiny-Object-Syndrome und leider weniger Nutzer-Kommunikation: So manche Umstellung stößt manche vor den Kopf, Nutzerzahlen stagnieren, und erst später gewöhne ich mir an, auf Anfragen schnell zu reagieren.
Und es kommt auch ein Verantwortungsgefühl auf: Für viele Nutzer, so berichten sie mir, wird es zur essentiellen Browserkonfiguration: Ohne Serchilo können sie das Internet nicht mehr bedienen. Insofern kommt Abschalten für mich nie in Frage, die Quelloffenlegung ist auch damit motiviert, dass es ohne mich überleben kann.
Eine Umstellung muss es dann aber doch geben: Dass alle Suchanfragen aller Nutzer über meinen Server gehen – das finde ich sicherheitstechnisch irgendwann nicht mehr akzeptabel. Spannenderweise erfahre ich 2018 davon, dass man Parameter an eine URL auch hinter dem Hash senden kann (example.com/#query=Suche) – und diese nur lokal verarbeitet werden. Und so entsteht die Idee zum heutigen trovu.net, um das es im nächsten und letzten Artikel gehen soll.
(Georg Jähnig)
Keine Ahnung, seit wann, vielleicht 2010
Meine Such-Abkürzungen
Ähnlich wie Kilian Evang habe ich mir auch verschiedene Such-Abkürzungen eingerichtet, aber nicht wie Kilian mit Hilfe von Trovu, sondern über die Browser-eigene Funktion. Bei Chrome ist sie unter "Settings" - "Search Engine", bei Firefox etwas versteckt unter "Bookmarks" - "Manage Bookmarks" - "Other Bookmarks". In beiden Browsern kann man die Abkürzungen selbst festlegen. (In Firefox geht das, indem man auf der jeweiligen Seite in das Suchfeld klickt, das Kontextmenü öffnet und "Add a keyword for this search ..." wählt.) Wenn ich "wde Erdmännchen" eingebe, gelange ich ohne Umwege zum deutschsprachigen Wikipediaeintrag über Erdmännchen.
Die Kürzel, die ich am häufigsten benutze:
wen für die englische Wikipedia, wde für die deutsche, wfr für die französische
dewikt und enwikt für das deutsche und das englische Wiktionary
duden für Nachschlagen bei duden.com
syn und thes für synonyme.woxikon.de und thesaurus.com
so für stackoverflow
forvo für forvo.com, Aussprache von englischen Wörtern
imdb für die Internet Movie Database
scholar für Google Scholar
pubmed für PubMed
kym für knowyourmeme.com
ud für urbandictionary.com
Nach dem Schreiben dieses Beitrags neu aufgenommen, weil ich dadurch gemerkt habe, welche Kürzel mir noch fehlen:
aa für annas-archive.org, eine Suchmaschine für Schattenbibliotheken
wd für wikidata.org (brauche ich oft zum Editieren bei openlibrary.org)
Was früher mal wichtig war (oder auch nie, aber ich dachte mal, es sei wichtig genug für ein eigenes Such-Kürzel):
amde, amuk und amcom für Amazon Deutschland, UK und USA (seit 2020 nicht mehr benutzt, ich habe stattdessen ein "ebay"-Suchkürzel, das ich aber auch nie verwende, weil eBay zu den wenigen Dingen gehört, die in der App wirklich viel besser funktionieren als im Browser und ich es deshalb praktisch nur am Handy nutze)
alfie: Suche in Google Books zwischen 1950 und 1965, für eine Buchübersetzung (Heute würde ich in den meisten Fällen die Volltextsuche der Open Library dafür verwenden, weil ich die Open Library mag und weil man dort anders als bei Google Books zu einem lesbaren Ergebnis gelangt und nicht zum Screenshot eines halben Satzes. Die Suche in einem eingeschränkten Zeitraum geht aber bei Google Books immer noch einfacher.)
ddg für duckduckgo (hat sich für mich nicht bewährt)
sfb für eurobuch.com, Suche nach gebrauchten Büchern (danach suche ich zwar eher noch öfter als früher, aber ich vergesse trotzdem, dass dieser Shortcut existiert)
fl, flcc und flvcc: flickr, flickr-Bilder mit CC-Lizenzen, Flickr-Videos mit CC-Lizenzen (die Fotoplattform Flickr spielt schon lange keine Rolle mehr in meinem Leben, und Bilder mit CC-Lizenzen finde ich einfacher anderswo)
gr für goodreads.com (ich habe sowieso immer ein Goodreads-Tab offen und suche dann direkt dort)
leo und ling für leo.com und linguee.de, ein Wörterbuch und ... ich weiß schon gar nicht mehr, was linguee.de früher mal war und wofür ich es verwendet habe. Seit 2017 decke ich meinen Übersetzungsbedarf bei Google Translate.
php für die Dokumentation der Programmiersprache PHP bei php.net (früher oft benutzt, inzwischen suche ich via stackoverflow, das deckt alle Programmiersprachen ab)
tw und twf für Twitter-Suche und Twitter-Suche nur in den Tweets von Leuten, denen ich folge (obsolet, seit ich nicht mehr bei Twitter bin)
wqde und wqen für Wikiquote Deutsch und Wikiquote Englisch (nutze ich nicht mehr, weil ich dort sowieso nie das gefunden habe, was ich suchte).
In Firefox am Handy fehlen mir meine Tastaturkürzel oft. Vielleicht kann man sie dort auch irgendwie einrichten, ich war aber noch nicht geduldig genug, um rauszufinden, wie das ginge. (Update: Christoph Metze wusste die Lösung. Wenn man sowieso schon Kagi als Suchmaschine verwendet, kann man sich die gleichen Kürzel dort mit Hilfe von Kagi Bangs einrichten.)
(Kathrin Passig)