Deswegen dusche ich mich ja auch mit Wash&Go, um während des Joggens meine Haare waschen zu können. Schauma da, sieh einfach genau hin, wo hier welches Schampoo zur afrikanischen Togo-Strategie passe und was wir dafür auf unsere Todo-Bene-Liste zum listigen abhaken oder durchstreichen einer Auflistung aller noch zu Erledigenden Tätigkeiten! In der Tat, hat dann da schon wieder jemand ein Pappbecher mit teurem Kaffee in der Hand.
Das scheint aber das neue Statussymbol zu sein, für die, die im bürokratischen Verwaltungsarbeitnehmer*innenmilieu ihren Lebensunterhalt erhalten. Sie kaufen sich auf dem Weg zur Arbeit schon den Togo-Becher teuren Kaffee, um schon auf dem Arbeitsweg in die regionalen Anbieter von ca. 3-4 Euro Kaffee zu investieren. Die BVG findet dann diese Relikte aus der Sichtbarmachung, mit was sich die Nutzer*innen ihres Angebots konsumieren und in den U- und S-Bahnen hinterlassen, dann die komplett vollgemüllten Abteile. Tja - Distinktion ist alles.
Geht schon wieder zu, wie im Togo - das nur der Arbeitsgebende eine Auswahl an Kapselkaffeeautomaten bereit stehen hat, beschäftigt den Arbeitnehmenden wiederum mit der für jede Kapsel eine singuläre Entscheidung des individualisierten Zubereitens einer selbst bestimmten Geschmackserscheinung aufbrüht. Da dann aber ohne Pappbecher! Aber so wissen wir, wie die Bürobesetzer*innenszene ihren bürokratisierte Verwaltungsrolle ausrichten zu müssen, nur weil ich aus dem Kaff da, zur Not mit Kafka (Prager Frühling Olé) sagen kann,
Kaffee hier: Filterkaffee durchlaufen lassen ist ok.
Espresso auf der Herdplatte zu vergasen ist auch ok.
Kaffee sich setzen lassen türkischer Art (in Tasse oder Kanne) oder mit Presskännchen oder Kanne ist total cool für den Kaffee -
der nimmt sogar so Platz ein.
Aber wer hier für Kaffeekapselautomatenhersteller*innen die Endverbraucher*innen bespielt... alsoo das ist natürlich genauso wie Schmierwurstinnovationen und Drogen- und deren Verpackung zu gestalten.
Als Ethnografin nehme ich ja immer die abschätzendste Bezeichnung für etwas, was sich sonst von oben herab als Bedürfnisse nach Fleischeslust, Kaffeekonsum und lebenserhaltende Medikamente oder Nahrungsergänzungspräparate, sowie Anabolika für den Endverbraucher - ich meine wir können ja alles in diesen Kapseln aufbrühen, wir können auch die Anlagentechniken noch weiter ausdifferenzieren, damit man die Kapselauswahl erhöht und man sich im Anlagenpark mit Arbeit an der Maschine beschäftigen kann.
Mal gucken was die BVG aus dieser lebensdeterminierenden Tätigkeit als nächste indexikalische Kulturstudio zum Berichten darüber präsentiert bekommt. Aber ey, dass mit Kaff und Kaffee ist halt so die Frage, wo man was tut und wo sich nichts tut. Und so beschäftigt sich ein*e Jede*r mit seinen Tageswerken - die einen so, die anderen so. So ist das wohl, auch wenn es kafkaesk gar grotesk wirkt: Jede*r sucht ja nach einem sein Ich auszeichnenden Betätigungsfeld, dass sein Selbstbewusstsein dank seines Geschmacks als einzigartig und gesellschaftlich hoch anerkanntes Individuum ist, dass aufgrund seiner so exklusiv getroffenen Geschmacksentscheidungen zur Klasse der Erwerbsarbeitnehmer*innen politisch Stellung beziehen möchte: Dafür war das, ach was, so was von Euch, dafür verdient ihr Geld? Sachen gibt's. Kaffee halt da, ich in dem Kaff da..... Da Da Da! Na na na!Da sind wohl die Einen, woanders sind die AnderenMal gucken wie wer um seine öffentliche Sichtbarkeit wahrgenommen werden möchte und wie wir es bemerken?
Was macht wichtig und was drückt wer damit im öffentlichen Raum aus? Wohl sehr gut das Lob der Singularitäten in Konsummanier der selbstbestimmten Kaufentscheidung als gelebtes ausleben in Geschmacksentscheidungen und diese im Büroanlagenpark höchst singulär ein*e Jede*r für jegliche neue Tasse Kaffee. Viel zu tun damit - darum ging es doch, oder.
Früher gab es mal das Feierabendbier, aber das war ja noch die Belohnung nach einem harten Arbeitstag, jetzt beschäftigt die Besetzer*innenszene verwaltender Positionseinnahme ja schon ihr ganzes personelles Inventar mit derlei Ausübungsentscheidungen - und dabei geht es ja um den Erwerbsakt zu stimulieren, da man dadurch ja erst Erwerbstätigkeit zugestanden bekommen muss - sonst wäre der Kaffeekonsum ja nicht so teuer.
Zur Not ein Pfund in Filtermaschine für wieviele Tassen? Man könnte die Kaffeekasse mit einem 80igstel der Ausgaben auch alleine für alle wuppen, aber das wäre viel zu sehr an alle gedacht. Also lobt ihr Eure Alleinstellungsmerkmale: kulturforschende wie ich beobachten solche kulturellen Auswüchse höchst amüsiert. Nur dazu sind ja Bewegungen in Initiativen auf Erden, damit sie das werden, was ihnen bestimmt war. Vielleicht war das so bestimmt auch mal, sehn wir mal weiter zu - wie wer öffentlich sichtbar wird.