Running
Wir rennen, um das Adrenalin in unseren verkalkten, schlafenden Adern zu spüren, so weit wie uns unsere müden Beine tragen können.
Ich fühle mich endlich lebendig.
Ausgebrochen, ohne Ziel, die erschreckend, erweckend kalte Luft in unseren Lungen und der Wind in unserem Gesicht, kleine Nadeln, die uns wach stechen.
Ich erscheine vigilant.
Wir machen nicht Halt. Immer weiter, Bäume, Häuser, leblose Gestalten; sie alle rauschen bedeutungslos an uns vorbei, wir haben unser unbestimmtes Ziel scharf im Visier, blind verfolgen wir es.
Ich bin schon beinahe da.
So gehetzt, dass alles um uns herum zu einem monotonen Schleier wird - ein melancholischer Maler griff zu seinen Pinseln und Farben, er selektierte die bunten und fing an, sein Leben zu malen. Graue, blaue Dynamik, das Ganze wurde zu einer einzigen undefinierbaren Masse. Ihm gingen die Farben aus, der Pinsel zerbrach, seine Leinwand lag in Stücken auf dem Boden, sie glich Scherben eines Spiegels, die das Innere seiner selbst reflektierten. Er wandte seinen Blick ab. - Doch unsere Beine tragen uns nicht mehr weit. Schweren Atems bleiben wir stehen, Luft ein, Luft aus. Lungen schreien, Blut pulsiert, Herz klopft.
Ich höre nichts mehr.
© chlorinewineandkerosene
















