Mondsüchtig
Mond,
völlig aufgelöst saß ich unter dir und beobachtete dich durch einen Schleier der Tränen. Verzaubert von deinem Schein, du blendetest mich, nun kann ich nicht sagen, ob sie ihren Ursprung in der Freude oder der Trauer hatten. Alles um dich herum war tiefschwarz, nicht einen einzigen Stern konnte ich erblicken. Nur dich, gänzlich klar erkennbar. Am liebsten wäre ich so für Stunden dich beobachtend und adorierend verharrt; Zeit gibt es wie Sand am Meer, doch fließt sie durch die Hände des Einzelnen. Mit einer unbescheidenen Leichtigkeit bringst du Meere für dich zum Tanzen und Menschen um ihren Schlaf. Im Vergleich zu deiner ist unsere Existenz lediglich ein Wimpernschlag. Wunderschön, anmutig, malerisch und edel. - Doch du schmückst dich mit fremden Federn, denn das Licht ist nicht das deine. Du zeigst stets nur eine Seite von dir, die andere bleibt uns verborgen.
Sag, was verheimlichst du?
In Liebe, A.
© chlorinewineandkerosene
















