2. August 2025
Digital, aber nicht völlig papierlos
Mein Reisepass läuft im Herbst ab. Ich brauche also einen neuen Pass und dafür ein neues Passfoto. Den entsprechenden Termin beim Bürgeramt kann ich mit einigen Wochen Vorlauf problemlos klicken. Dort kann man wohl auch gleich das Foto machen lassen. Gerüchte besagen aber, dass es dabei manchmal technische Probleme gibt.
Meine Frau arbeitet in einer Behörde und weiß aus einer internen Mail, dass man die neuerdings erforderlichen rein digitalen Passfotos auch bei DM Drogeriemärkten anfertigen lassen kann.
Ich gehe also den nächsten dieser Märkte und frage eine Verkäuferin. Sie konsultiert zunächst noch einmal das Smartphone, das sie an einer Kordel um den Hals hängen hat, damit sie mir auch die richtige Sorte Passfoto für einen Reisepass verkauft.
Nachdem das geklärt ist, bittet sie mich auf einem Hocker neben der Fototheke Platz zu nehmen. Dahinter befindet sich eine weiße Fläche in ca. DIN A2 Größe. Sie hebt dann das Smartphone und fotografiert mich, offenbar mit einer speziellen App für diesen Zweck.
Sie zeigt mir das Foto, ich nicke es ab und sie zieht sich hinter die Fototheke zurück und gibt Dinge in einen Computer ein. Daraufhin beginnt ein Fotodrucker unter der Theke zu surren und sie händigt mir zwei postkartengroße Ausdrucke in einer passenden Papierhülle aus.
Auf einem dieser Ausdrucke befindet sich wohl zur Sicherheit noch einmal das Passfoto. Daneben steht der Data Matrix Code, mit dem das Foto bei der Ausweiserstellung innerhalb der nächsten sechs Monate von einem Cloud-Server heruntergeladen werden kann.
Ich muss also nur noch 5,95 € an der Kasse bezahlen und bin fertig. Mir ist allerdings nicht klar, welcher Teil dieses Vorgangs nicht von Privatpersonen in Eigenregie hätte durchgeführt werden können. Bestimmt irgendwas mit Datenschutz und Zertifikaten. Vielleicht ist es aber auch nur ein Zugeständnis an die darbende Fotografiebranche.
(Virtualista)












