" Selbst mit Paprikaherz " ( self with pepper heart ), 1979 - Horst Janssen
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" Selbst mit Paprikaherz " ( self with pepper heart ), 1979 - Horst Janssen

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Offsetdruck
Andruck
Spreedruck Berlin
© Katharina Behling
Fotoheft 3
Wir sind kurz vor der Drucklegung unseres dritten Fotohefts der Berliner Fotografin Katharina Behling.
Portfolio 1 - Katharina Behling - Photographer
http://www.velvet-verlag.de
Peter Brüning Etching ‘Umleitung’1969.
Brüning was one of a group of German artists associated with Art Informel ('formless art'). He worked swiftly and spontaneously, creating works through free expression. His prints and drawings were often on a small scale, allowing his hand to move freely across the picture surface.
(via eBay)
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1971 bis irgendwann (nacherzählt 2017)
Ab wann man nicht mehr rubbeln musste
Wolfgang Rügner: Das mit den Stadtzeitungen war nur möglich, als es irgendwann mal die Composer gab – die Geräte stehen heute im Museum für Verkehr und Technik, hab ich gesehen. Das waren Schreibmaschinen, da konnte man Kugelköpfe mit verschiedenen Schriften und Größen einsetzen. Man konnte auf Barytpapier selber Satz machen, das war so ein beschichtetes Papier. Und die Erfindung des Offsetdrucks. Die beiden Sachen haben überhaupt ermöglicht, dass man so was wie eine Stadtzeitung machen konnte. Vorher wäre das vom Aufwand und vom Preis her nicht möglich gewesen. Dann konnte man so was richtig selber machen. Die Dinger wurden in Spalten runtergeschnitzt, da gab’s Speicherkarten, da konnte man das auch speichern und dann rauslassen. Die Grafiker haben das dann zusammengeschnitten, die Fotos wurden in der Repro gerastert, auch auf Papier, und das alles wurde auf Standbögen zusammengeklebt, erst mit Prittstift und später mit Wachs. Und das wurde dann fotografiert. Davon wurden Filme gemacht, davon wurden Druckplatten gemacht, und dann wurde es gedruckt.
Kathrin Passig: Das ist wann passiert?
Wolfgang Rügner: Ich war ganz von Anfang an dabei, das war noch bei Hobo, dem Vorläufer von tip und Zitty. Das war durch Zufall, ich hab eine Wohnung gesucht, da wurde ich an einen Typen verwiesen, da bin ich hin, der hatte eine Ladenwohnung in der Fichtetraße, den kannte ich von früher, weil wir aus derselben Stadt kamen, und der hat da irgendwas gemacht. Ich hab gesagt: “Was machst du da?” – “Ja, ich layoute gerade die erste Hobo-Ausgabe.” – “Was ist das?” – “Das ist ne Stadtzeitung.” Da hab ich gesehen, wie das gemacht wurde. Das wurde in der Küche bei dem Typen zusammengeklebt und wurde dann in irgendeiner Druckerei auf einer kleinen Maschine gedruckt. Das war 1971. So fing das alles an.
Foto aus der Ausstellung: eine frühe tip-Seite. Leider habe ich die Jahreszahl nicht mitfotografiert; vermutlich ist diese Seite von 1972. Die in der Ausstellung folgenden Beispielseiten sehen schon viel weniger handgeschnitzt aus, es ist nur diese Seite aus dem ersten Jahr, die offenbar noch auf der Schreibmaschine getippt wurde.
Kathrin Passig: Aber letztlich waren das Schreibmaschinen?
Wolfgang Rügner: Ganz am Anfang war es Schreibmaschine, ja. Schreibmaschine war ja ziemlich groß, also mit großem Abstand. Bei dem Ding konntest du die Schrift von acht bis zwölf Punkt hochfahren, verschiedene Kugelköpfe, auch verschiedene Schriftsorten. Und dann gab’s halt noch die Erfindung Letraset. Die Buchstaben für Headlines wurden da abgerubbelt.
Kathrin Passig: Das war in dem Video zu sehen.
Wolfgang Rügner: Das waren meine Hände.
Kathrin Passig: Was?
Wolfgang Rügner: Das waren meine Hände, die da zu sehen waren.
Kathrin Passig: Ah! Ich hab das Video gesehen und gedacht, ich muss jemanden ausfindig machen, der das erklären kann, was Letraset damit zu tun hat.
Wolfgang Rügner: So wurden die Headlines gerubbelt, ja, und so wurde es alles zusammengeklebt und dann fotografiert. Das andere haben wir dann teilweise ... da haben wir eine Kamera gekriegt, und da konnte man das Gesetzte vergrößern, Zwischenüberschriften und so, wo es keine Kugelköpfe gab, so ein bisschen größer. Mit der Kamera wurde das dann hochgezogen.
Gedruckt wurde das im Bogenoffset. Das war auch ziemlich aufwendig, weil auf eine Druckseite passten nur acht Seiten drauf. Später ging das dann auf Rollenoffset. Da wurde das alles an einem Stück gedruckt. Das waren riesige Maschinen, da kam vorne die Rolle Papier rein und hinten kamen die fertigen Hefte raus. Das war dann aber schon viel später.
Kathrin Passig: Wann ungefähr?
Wolfgang Rügner: Oh, das kann ich jetzt schlecht sagen. Also bestimmt fünfzehn Jahre später.
Kathrin Passig: Ab wann musste man nicht mehr rubbeln?
Wolfgang Rügner: Gerubbelt wurde lange. Bis die ersten Computer kamen. Das weiß ich nicht mehr, wann das war, also schätzungsweise so … weiß jetzt nicht, das kann ich nicht mehr sagen. Uns wurde einfach mal irgendein Mac reingestellt, und dann konnten wir selber probieren. Vorher gab’s noch Fotosatz. Das waren Geräte, da gab’s Schablonen von Schriften, die hat man oben reingeschoben und im Halbdunkel wurde unten Papier mit Entwickler bearbeitet. Dann hat man das so durchgeschoben und die Buchstaben einzeln hintereinander weg belichtet. Das war noch so ein Zwischenschritt.
Kathrin Passig: Wann war der Fotosatz so ungefähr?
Wolfgang Rügner: Das war, als wir noch in der Schlüterstraße waren, ganz am Anfang. Bis in die 80er Jahre waren wir da. Ich glaub, 1991 sind wir umgezogen ans Tempelhofer Ufer und da wurde dann auf Rolle gedruckt, und da war das passé ... Doch, der Fotosatz ging noch weiter, das ging noch länger. Das wurde auch geschnibbelt alles. So ganz genau … da müsste ich noch mal … ist schon so lange her. Aber so in etwa.
(Wolfgang Rügner, befragt von Kathrin Passig auf einer Ausstellung zum 45. und 40. Geburtstag der Berliner Stadtmagazine tip und Zitty)
Unsere Fotohefte 1 - 3 sind in das Sortiment der Berliner Buchhandlung Kunst-Buch Kollwitzplatz aufgenommen!
http://velvet-verlag.de
http://kunstbuchkollwitzplatz.com
© Edgar Höfs
Unser Fotoheft No. 4 von Edgar Höfs erscheint demnächst!
Wir freuen uns sehr!
Edgar Hoefs is a photographer, based in Berlin.