24. Juni 2019
Mit dem Radio auf der Datenautobahn
Ich bin mit einem 15 Jahren alten Opel-Transporter quer durch Deutschland unterwegs. Der verrichtet noch ganz hervorragend seinen Dienst. Mit Klimaanlage und kleinen FensterflĂ€chen rollt es sich trotz Sommerhitze mit gemĂŒtlichen 130 km/h bequem dahin. Nur die Entertainment-Situation könnte besser sein. Am liebsten höre ich Radio.Â
Der Opel hat noch ein Autoradio mit Kassettenteil. Wie bei Opel zu der Zeit ĂŒblich, ist das Display in das Armaturenbrett integriert, nicht, wie man es sonst kennt, in das RadiogerĂ€t selbst. Das nun wĂ€re nicht weiter schlimm. Nur leider fehlt ausgerechnet die Abdeckung des Armaturenbretts mit diesem Display. Damit nichts von dem sich öffnenden Schlund verschluckt wird, habe ich das Loch mit Gaffa-Tape zugeklebt.
Das Radio funktioniert grundsĂ€tzlich, der Empfang ist aber sehr schlecht, und was man empfĂ€ngt, weiĂ man nicht. Also behelfe ich mir zunĂ€chst mit einem mp3-Player, den ich per Kabel an einen Bluetooth-Lautsprecher anschlieĂe. Der mp3-Player hat nĂ€mlich sogar ein eingebautes Radio, aber der Empfang ist ebenfalls schlecht. So höre ich erst mal die Musik, die auf dem alten Ding gespeichert ist.Â
Auf der letzten Etappe von OsnabrĂŒck nach Berlin geht mir das aber zunehmend auf den Senkel. Ich könnte noch mein Handy mit der Bluetooth-Box koppeln und die dort gespeicherte Musik hören, da kommt mir ein ganz verwegener Gedanke: Ich hole mir ĂŒber die App meines Lieblingssenders Radio Eins vom RBB das laufende Programme in den Opel! Wie lange wird das gut gehen, immerhin muss ich durch die Mobilfunksteppe jenseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze, und wie viele Schrillionen Bytes wird mich das kosten?Â
Ich setze die Statistik in meinem Handy zurĂŒck, in der die Nutzung der mobilen Daten aufaddiert wird. Nach einer Stunde schaue ich mal nach: Es sind rund 50 MB durch die Luft in mein Handy geflogen und dort in Radiosignale umgewandelt worden. Im Monat steht mir ein Datenvolumen von 3 GB zur VerfĂŒgung. Mit meinem restlichen Datenvolumen von rund 1,2 GB lĂ€sst sich das Radiohören also problemlos verkraften, so dass mir noch genug bleibt, ungefĂ€hr dreiviertel des Monats sind ja rum. Und so sind nach der staufreien Fahrt rund 200 MB âverbrauchtâ worden. Und fĂŒr mich eine besondere Erkenntnis ist, dass der Stream nie lĂ€nger abgebrochen ist. Sollte es tatsĂ€chlich langsam, aber sicher wenigstens im Bereich der A2 eine 100%ige Netzabdeckung geben?
(Markus Winninghoff)











