Rezension -Schwarze Wale-
“Ein Sommermorgen. Ich laufe über die Wiese, so, wie wir es schon tausend mal gemacht haben. Das Gras kniehoch, die Blüten an den Bäumen verströmen einen lieblichen Duft. Die Sonne geht gerade auf. Es ist früh, keine Menschenseele hier. Ich setze mich schließlich auf eine Bank und lasse die Seele baumeln. Ich habe Hoffnung. So soll es bleiben. “
Erzählt wird die Geschichte einen jungen Mannes, der auf seine Art und Weise mit dem Leben und dem Tod ringt und dabei feststellen muss, dass es wohl nicht den richtigen Weg gibt. Zwischen Einsamkeit und dem Verlangen nach Nähe und Zuneigung versucht er, mit sich und der ihn umgebenden Welt Frieden zu schließen.
Das Cover und die ganze Gestaltung des Buches hat mich sofort angesprochen. Das Cover passt auch perfekt zur Geschichte, da das Titelbild dort auch wieder aufgegriffen wird.
Der Schreibstil hat mich sehr beeindruckt. Ich habe während des Lesens sehr mitgefühlt und mich direkt gefragt, wie ich mich verhalten würde.
Man springt durch verschiedene Zeiten, was für mich als Leser am Anfang erst etwas schwierig zu verstehen war, ich konnte mich aber sehr schnell einfinden.
Es geht um einen jungen Mann, der wahrscheinlich sterben wird und seinen Umgang mit der Familie und Freunden in dieser Zeit.
Das Thema ist sehr schwer und sehr erdrückend. Die Autorin hat es aber trotzdem geschafft, einen nicht mit hinunter zu ziehen. Man fühlt sehr mit und ist auch tief bewegt, ich habe aber während es Lesen über das Leben nachgedacht und habe durch die verschiedenen Situationen und Entscheidungen des Kranken im Buch, immer wieder nachgefühlt ob auch ich so entschieden hätte.
Er geht einen sehr konsequenten und für mich harten Weg, mit seiner Familie. Das konnte ich immer mehr verstehen, da seine Beweggründe und Gefühle sehr deutlich erklärt wurden.
Auch wenn man zu Beginn durch die verschiedenen Zeitsprünge erst nicht so wirklich hinter die komplette Geschichte blicken kann, hat man am Ende ein deutliches und treffendes Bild vor Augen. Das hat es für mich auch sehr interessant gemacht, es zu Lesen. Man bekommt so immer ein bisschen mehr Einblick in das Verhältnis des jungen Mannes zu seiner Familie und auch zu seinem Bruder, dem er sehr nahe steht.
Dieses Buch hat mich tief berührt und es wird noch sehr lange in meinem Kopf bleiben. Ich werde es immer mal wieder zur Hand nehmen und darin blättern, oder es auch komplett lesen, da mich unterschiedliche Textstellen und Beschreibungen sehr zum Nachdenken angeregt haben.
Ich danke Carolina Claus für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, dies beeinflusst meine Meinung nicht.