26. Oktober 2024
Eventuell die rätselhafteste Klospülung der westlichen Welt
Ich bin auf dem Parkplatz am Loch an Eilein in den schottischen Cairngorms, ein See mit einer winzigen Insel, auf dem eine ebenso winzige Burgruine steht. Die Besuchertoiletten sind in einem alten Schuppen. In der einzigen Kabine für Männer sieht es so aus:
Als ich alles erledigt habe, suche ich nach der Klospülung, aber es gibt keine. Irgendjemand hat eine Notiz an der Wand hinterlassen, aber wie jeder weiß, sind Notizen an Klowänden als Informationsquelle so nutzlos wie die ersten Replies zu Twitter-Nachrichten (Stand 2024). Es wirkt wie ein Gedicht:
To flush Pass hand across beam. Thanks
Ganz schön eigentlich, wenn auch kryptisch. Aber so ist Lyrik ja oft. Es kostet mich eine Minute, um zu realisieren, dass dieses Gedicht konkret etwas mit meiner Situation zu tun haben könnte. Dann suche ich nach einem Beam. Ich stehe in einer spartanischen Betonzelle mit einem Klo, was könnte mit Balken gemeint sein? Vielleicht an der Rückseite vom Klo? Ich drücke auf beinahe jeden Teil des Klobeckens, der auch nur annähernd in Frage kommt.
Dann fällt mir auf, dass vom “across” eine schwarze Spur senkrecht nach unten zu einem Punkt weist, eine Spur, die nach unten immer schwächer wird. Im Horrorfilm wäre sie sicher blutrot. Der Punkt ist bei näherer Betrachtung ein Loch, und bei noch nähererer Betrachtung eine Lichtschranke, vor der ich mit der Hand wedeln muss, um die Spülung zu betätigen.
(Aleks Scholz)














