Buch-Rezension: Land im Sturm von Ulf Schiewe (4.5/5)
Handlung: In Land im Sturm von Ulf Schiewe verfolgt man als Leser wie viele Generationen einer Familie, deren Grundstein um 900 gelegt wurde, 5 wichtige Ereignisse der Deutschen Geschichte erlebt. Formaler Aufbau: Das Werk ist in 5 große Teile - passend zu den 5 Ereignissen - gegliedert. Diese sind dann noch in Kapitel unterteilt. Ein Glossar oder Personenregister gibt es nicht - obwohl verständlich, dass es praktisch nicht möglich ist, solche Dinge einzubringen, wären sie an mancher Stelle sehr hilfreich gewesen. Am Anfang von jedem großen Teil wird ein Überblick über die Zeit gegeben und aufgezeigt, welche politischen/geschichtlichen Ereignisse zu der Situation, die einen im Teil erwartet beigetragen haben. Schreibstil; Generelles zur Geschichte: Der Schreibstil hat mir persönlich gut gefallen, nur sehr selten fühlte es sich an als solle ein historischer Fakt noch unbedingt mit eingebaut werden. Sogar Kriegsszenen (eigentlich für mich ein Synonym von 'monotoner Langeweile') wurden spannend erzählt. Wo es romantisch wurde, wurde auch relativ romantisch erzählt. Passend zu den Zeiten, hat man sich so gefühlt als könnte man nie wissen, was mit den Charakteren passiert und manchmal hat man dann recht behalten... Charaktere: Dadurch, dass man sich in einer Familie befindet, werden Namen (Vornamen) "recycelt". Was sich ganz am Anfang komisch anfühlt, wird nach dem zweiten Arnulf normal. Die Figuren haben alle ihren eigenen Charakter und deswegen verwechselt man gleich Heißende nur selten. Es gibt ein eher ausgewogenes Klima von "Guten" und "Bösen", aber die Trennung ist für mich schon da. Dass die Hauptcharaktere irgendwie (fast) immer dem selben moralischen Kompass folgen fand ich ein bisschen einseitig, aber dadurch dass es pro Teil viele bis sehr viele Personen gab, von denen manche auch näher beschrieben wurden, war das kein großes Problem. Die Proportion von Männern zu Frauen fand ich klasse und auch wie viele der Frauen dargestellt wurden: Starke Individuen mit einer Stimme. Natürlich eher angepasst an die Zeit aber trotzdem fand ich das Frauenbild in diesem historischen Roman sehr stark. Fazit: Ein historischer Roman mit tiefen Charakteren aber auch einer sehr lehrreichen Funktion. Die Mischung von Fakt und Fiktion - oder hier eher Emotion, da sich sehr an historische Fakten gehalten wurde - ist geglückt.
Bei dieser Rezension handelt es sich um meine eigene Meinung.
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