Von Demos und Konzernen ...
Neulich auf Facebook hatten wir eine große Diskussion, weil *Demonstranten gegen die Sponsoren der Salzburger Festspiele demonstriert haben. Es ging darum, dass man diesen Firmen und ihren skrupellosen Praktiken nicht auch noch eine Bühne geben soll. Ich fands gut, die anderen in der Diskussion ….. naja eher weniger. Es wurde sich furchtbar aufgeregt, wenn man das so will, dann soll man doch wieder wie im Mittelalter leben und auf alles verzichten etc.. Ich finde so eine Argumentation immer reichlich unfair. Wir leben alle auf dem selben Planeten, wir sind alle in dem selben System gefangen und jeder dem es wichtig ist, wird tun was er kann aber Supermans oder Supergirls sind wir alle nicht. Abgesehen davon und das muss ich auch noch sagen, selbst wenn ich Produkte von großen Firmen konsumiere, gibt ihnen das noch lange nicht das Recht, den Regenwald abzuholzen, Menschen auszubeuten, Kinderarbeit einzusetzen, ihnen das Trinkwasser zu stehlen, ihre Flüsse zu vergiften, ihren Grund und Boden zu stehlen, sie in eine Abhängigkeit zu treiben, sie zu verfolgen, zu foltern und zu erschießen, sie in einsturzgefährdeten Bauten schuften zu lassen, etc.. Ich gebe mit keinem einzigen Kauf das okay für solche Praktiken, weil ich das als Bürger strenggenommen meist gar nicht kann, weil Konzerne uns von hinten bis vorne mit süßlicher und verfälschter Werbung belügen! Wir als Bürger haben gar nicht die Chance und auch nicht die Möglichkeit das alles auf Herz und Nieren zu überprüfen, es ist nicht unser Fehler, sondern der, der Konzerne die den Markt absichtlich intransparent halten und es müsste schon lange im Grundgesetzt verankert sein, dass man bei der Herstellung von Produkten keine Menschenrechtsverletzungen, Tierquälereien oder massive Umweltzerstörung betreiben darf. Das wird aber mit Vehemenz boykottiert und zwar von unseren ach-so-umweltbewussten-und-ach-so-Menschenfreundlichen Konzernen und nur zu gerne auf den Bürger abgeschoben, doch eigentlich weiß man dann doch schon wer hier in Wahrheit der Sündenbock ist, und das sind sicher nicht die Bürger!
Zur Diskussion möchte ich noch anmerken, dass man mir vorgeschlagen hat dann doch auf Produkte von Nestlé zu verzichten, wenn ich z.B. so gegen diesen Konzern bin, was ich damit beantworten konnte, dass ich schon seit Jahren nichts mehr von Nestlé konsumiere. Witzigerweise wurde mir das nicht geglaubt, kann ja gar nicht sein, dass jemand der Predigt auch wirklich versucht die Dinge umzusetzen. Dann folgte noch das Argument: „Dann darfst du aber Cola, Sprite usw. auch nicht trinken, weil das ist genau so ein skrupelloser Konzern da kommt man vom hundertsten ins tausendste.“ Auch das konnte ich witzigerweise damit beantworten, dass ich sowas schon ewig nicht mehr trinke, sondern mit Leitungswasser und dem Apfelsaft von heimischen Bauern vorliebnehme. Darauf kam dann keine Antwort mehr.
Dennoch wie gesagt, wir sind alle im selben System und auch wenn man sich bemüht, man kann dem nie ganz entrinnen, Supergirls- und mans sind wir alle nicht und das brauchen wir auch nicht zu sein. Ein Mensch ders perfekt macht wird im großen nicht viel verändern, viele die es nicht perfekt machen aber sich in ihrem Rahmen bemühen so gut es geht vielleicht umso mehr.
*Die Demonstranten waren von Fridays for Future. Ich will hier gar nicht darüber diskutieren, was alles an ihnen verwerflich ist, ich habe da auch selbst schon nachgelesen. Man kann von ihnen halten was man will, ich finde die Botschaft an sich, dass man Konzernen die so viel Schaden anrichten auf der Welt keine Bühne geben sollte, dennoch richtig und wichtig, ungeachtet dessen was bei ihnen im Hintergrund noch für Motivationen stehen oder auch nicht.











