Musk lÀsst Börsenregeln Àndern
GröĂter Börsenraub geplant?
1,75 Billionen US-Dollar - also eine Zahl mit 12 Nullen - will Elon Musk mit SpaceX an der US Börse NASDAQ in den nÀchsten Wochen einnehmen. Na und? Wir haben doch Marktwirtschaft und da richtet sich der Preis nach Angebot und Nachfrage wird uns Jede/r Kapitalismus-GlÀubige/r entgegen halten. Doch weit gefehlt:
Space X hat im letzten Jahr 4 Milliarden US Dollar Verlust gemacht.
Normalerweise wĂŒrde ein unrentables, instabiles Unternehmen wie dieses niemals in die NĂ€he sicherer, zuverlĂ€ssiger Aktienindizes gelassen werden.
Doch die Nasdaq Ă€nderte unter dem Druck von Musk ihre Regeln und manipulierte das System so, dass Indexfonds nun gezwungen sind, ĂŒberteuerte SpaceX-Aktien aufzukaufen!
Nun erwĂ€gt der S&P 500 (MarktfĂŒhrer und Hauptkonkurrent der Nasdaq) genau dieselbe RegelĂ€nderung. Sollte der S&P Musk nachgeben, werden Pensionsfonds in Höhe von Billionen Dollar gezwungen sein, diese toxische Aktie zu schlucken.
Mit besonderen Regeln soll der Streubesitz fĂŒr Space X Aktien eingeschrĂ€nkt werden, so dass Musk stets die Kontrolle ĂŒber das Unternehmen behĂ€lt.
Diese Argumente sind nicht unserem Unwissen ĂŒber VorgĂ€nge an kapitalistischen Börsen entsprungen, sondern stammen aus dem aktuellen Newsletter von eko.org und wurden auch in der letzten Woche in der ARD Sendung "Wirtschaft vor 8" von Anja Kohl in die Diskussion gebracht.
Eko.org warnt: Die seit langem bestehenden Sicherheitsvorschriften dienen dazu, normale BĂŒrger*innen zu schĂŒtzen, die ihr hart verdientes Geld in sichere und seriöse Indexfonds investieren, und zu verhindern, dass ihre Anlagen durch spekulative GlĂŒcksspiele zunichtegemacht werden. Wenn der S&P 500 seine Regeln Ă€ndert, um einem untergehenden Unternehmen einen Platz in der ersten Reihe zu verschaffen, wird das nicht nur Leben ruinieren, sondern auch das Vertrauen, das das Finanzsystem zusammenhĂ€lt, vollstĂ€ndig zerstören.
Eko.org ruft deshalb dazu auf ihre Petition zu unterschreiben: Die Nasdaq hat uns bereits im Stich gelassen, aber der S&P 500 ist ein viel gröĂeres Kaliber. Wenn wir den S&P heute mit einer massiven öffentlichen Aufschrei ĂŒberschwemmen, können wir unsere Position verteidigen, Millionen von Sparkonten schĂŒtzen und den GroĂkonzernen zeigen, dass sie die Regeln nicht einfach umschreiben können, nur um einem egozentrischen rechtslastigen MilliardĂ€r zu dienen.
Wir haben eher Zweifel ob der Kapitalismus mit seinen Regeln die Geringverdienenden und Rentner wirklich schĂŒtzt, befĂŒrworten aber die Petition trotzdem, weil wir sehen, dass mit den willkĂŒrlichen RegelĂ€nderungen weltweit Pensionsfonds (u.a. Anleger) das Geld aus der Tasche gezogen werden soll.
Mehr dazu bei https://action.eko.org/a/s-p-lasst-die-kleinanlegerinnen-nicht-im-stich
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