Edward Hopper “Morning in a City” 1944
„Ich bin falsch“
Ein Tag, nicht mehr. Ein Tag existiert. Es gibt keinen Tag. Alles was es gibt ist die Qualität unserer Träume. Ich bin nicht. Ich ist. Es gibt keinen Tag. Ein Tag ist. Man wacht auf. Man wacht in einen parallelen Tag auf. Alle Menschen sind nur Spiegel. An ihrer Oberfläche parallele Welten. Parallele Universen von ein und demselben Tag. Jeder Tag ein Paralleluniverum des Tages an sich. Es gibt keinen Tag. Alt werden ist eine Illusion. Zeit ist eine Illusion. Da ist nur die Qualität unserer Träume. Die Natur schaut nicht auf dich, sie sieht auf deine Natur. Du bist weder der Name, noch das Alter, was sie dir sagen. Du bist nur Mensch. Schon tot. Nur die Information über die Information. Informationsleer.
Langsam muss die Geschlechtlichkeit einer adulten Asexualität weichen. Das Zwischen den Persönlichkeiten wird dann zum Inbegriff des Ichs. Nur noch ein Laie würde heute behaupten, wir seien die Akkumulation unserer Verhaltensweißen und Auftritte. Ignorierte Dissoziation. Nach vorne blicken heißt zweierlei, wenn auch als einerlei verständlich: „Ich bin bereits tot.“ und „Mein momentanes Scheitern ist das Kunstwerk, der Barock, an dem mein innerstes Auge labt, um zu etwas Übermenschlichen aufzuschwingen.“ Neuzeit findet man nicht bei solchen, die zwischen Kindheit und Erwachsensein verharren. Offene Grenzen und gewollte Ignoranz. Wahrheit als Karte. Kein Theater. Angrenzen an Heiligkeit. Wieso soll man seinem Ego erzählen, das Leben sei ein Spiel, wenn es das zuletzt luftschnappend enttäuscht verflucht? Das Leben ist kein Spiel. In einem Spiel stirbt man nicht. Außerdem ist man als Spieler immer richtig, während man als Mensch falsch sein kann. Man kann zu viel sein. Im Spiel ist man nie zuviel. Man kann Staat sein. Doch ein Spiel kennt, falls ein durchgedrehter Spieltheoretiker sich nicht überschätzt, eine bestimmte Anzahl an Spielern, einen Überblick. Viel eher ist das Leben jenes bizarre Bild der Träume, was sich je nach Ernährung in astrale Transzendenzen erhebt oder sich bei Intoxikation (auch seelischer Art) in psychotische Selbsttäuschung stürzt.
















