Ich habe geschrieben, geschrieben und geschrieben. Ich habe über dich geschrieben, als könnte ich dich so in meinem Leben behalten. Als wärst du so noch hier bei mir. Als wärst du nicht einfach gegangen. Als hättest du mir nicht den Rücken zugedreht. Ich habe so lange geschrieben, bis ich keine Worte mehr übrig hatte. Bis ich mich komplett leer gefühlt habe. Bis ich keine Worte mehr übrig hatte, um dich zu beschreiben. Irgendwann fing ich an über den Schmerz zu schreiben, den du in mir hinterlassen hast. Über den Schmerz, an dem ich verblutet bin. Darüber wie der Schmerz mir die Luft zum Atmen geraubt hat. Darüber wie du mir zugesehen hast, wie ich langsam daran gestorben bin. Ich hätte deine Hand gebraucht, als ich mich mit letzter Kraft versucht habe am Abgrund hochzuziehen, aber du hast nur zugesehen. Du hast nicht mal weggeguckt, sondern du hast mir nur zugesehen. Ich habe auf so vielen Wegen versucht mit dir zu reden, aber ich habe vergebens auf eine Antwort von dir gewartet. Auf ein Zeichen, von dir. Und ich weiß, dass du mir ein Zeichen gegeben hast, aber wie kann ich diese Kälte vergessen, an der ich erfriere, wenn du dich hinter einer Mauer aus Eis versteckst? Wie kann ich ignorieren, dass deine Worte nicht deinen Taten entsprechen? Wie kannst du mich vermissen und dich immer weiter von mir entfernen? Und auch wenn du mir versichert hast, dass sich nichts geändert hat, hat es sich nicht so angefühlt. Es hat sich angefühlt, als würde ich vor eine Wand rennen, wo vorher deine Arme waren. Und seitdem frage ich mich so oft, was so schlimmes passiert ist, dass du nicht mal mehr versucht hast, deine Hand nach meiner auszustrecken. Ich hatte das Gefühl, als wärst du auf einmal ein ganz anderer Mensch. Als hättest du dich komplett verändert. Als hätte ich mich komplett in dir getäuscht. Aber kann man sich wirklich so sehr in einem Menschen täuschen? Es gibt so viele ungesagte Worte. So viele unbeantwortete Fragen und vielleicht ist die Antwort darauf auch einfach, dass wir zu verschieden sind. Dass uns Welten voneinander trennen und dass unsere Geschichten niemals zusammen einen Sinn ergeben würden und uns nur jemand aus Versehen ins selbe Bücherregal gestellt hat, bis uns jemand wieder ins richtige Regal zurückgestellt hat. Und ich hoffe, dass wenn du am Ende deiner Geschichte angekommen bist, du zufrieden bist. Und ich hoffe, dass du mein Kapitel nicht vergisst. Ich hoffe, dass du mich nicht vergisst. Das ist mein Abschied an dich, selbst wenn du es niemals lesen wirst. Ich werde aufhören zu warten, ich werde dich loslassen. Und ich hoffe, dass du das findest, was du in mir nicht gefunden hast. Pass auf dich auf.