Meine neue Festplatte ist ein Schlüsselanhänger, aber sagt man Festplatte überhaupt noch?
Ich bin gerade dabei, wenigstens einen Teil meiner Daten vom verstorbenen Macbook aus dem Backblaze-Backup herunterzuladen. Die Downloadgeschwindigkeit meines Backups im britischen Haushalt ist so 15 GB/Stunde, ich hatte es mir schneller vorgestellt.
Aber ich habe jetzt ein wunderschönes winziges SSD-Speicherdings mit einer Öse, damit man es als Schlüsselanhänger verwenden kann, 1 Terabyte, 150 Euro.
Keine Kaufempfehlung. Christian Pietsch weist bei Mastodon darauf hin, dass genau diese Baureihe oft kaputtgeht: hier und hier.
Ich plane es als Haupt-Speicherdings bei egal welchem neuen Laptop (die Entscheidung ist noch nicht gefallen) zu verwenden. Das mit dem ins Gerät eingebauten Speicher, bei dem gleich alle Daten weg sind, nur weil das Betriebssystem kaputtgeht, kommt mir allmählich gar nicht mehr wie so eine gute Idee vor.
Genau diese Idee hatte ich, wie mir jetzt wieder einfällt, schon mal vor vielen Jahren. Deshalb hatte ich immer zwei Festplatten, als ich noch so ein großes Gehäuse unter dem Schreibtisch stehen hatte (prä-2008). Auf einer war nur das Betriebssystem und auf der anderen waren die Daten. Ich muss damit aufgehört haben, als ich nur noch einen Laptop hatte und kein Platz mehr im Gehäuse war für solchen Luxus.
Einen großen Teil meiner Daten brauche ich zum Glück nicht bei Backblaze herunterzuladen, weil alle Fotos auf dem Festplattenerweiterungs-USB-Stick waren. Blöd nur, dass ich damals nicht dran gedacht habe, diesen Stick so zu formatieren, dass man ihn mit irgendwas anderem als einem Mac lesen kann (genau wie auch meine fünf anderen USB-Sticks).
"Don't let this happen to you! use exFAT!", ermahne ich die Techniktagebuch-Redaktion. Wenige Minuten später lerne ich allerdings: "Friends don’t let friends use ExFAT", und zwar weil: "no journaling, no built-in encryption, you may lose data in case of a crash". Eventuell ist mein Plan "ich habe jetzt diese externe Festplatte, und ob ich in Zukunft ein Chromebook oder ein Macbook benutzen werde, ist egal" gar nicht so gut, wie ich dachte.
(Mit dem Wissen vom Aufschreibezeitpunkt Anfang 2024 ausgestattet kann ich sagen: Eine Festplatte, die ich extra herauskramen und anschließen muss und die dann außen am Laptop herumbaumelt, werde ich nur selten verwenden. Dass ich ihr wegen der ExFAT-Nachteile nicht so richtig vertraue, trägt dazu bei, dass sie wenig benutzt bleibt.)
Abschließend vermerke ich im Chat, dass ich vermutlich aufhören muss, "Festplatte" zu sagen.
(Kathrin Passig, rekonstruiert 2024 aus dem Techniktagebuch-Chatlog)