Zwischen âSchattensprungâ, ĂŒber âWiedersehen in Berlinâ, bis zu âLotte in Londonâ, gibt es ein Element, das alle BĂŒcher miteinander verbindet und das fĂŒr Charlotte stehen kann: Â die Schneeflocke.
Sie wir im Verlauf von Schattensprung eingefĂŒhrt, als Sania sich von Charlotte Tricks und Tipps, sowie etwas Kleidung und Schmuck fĂŒr das Interview mit Thomas leihen möchte und Charlotte ihr das groĂzĂŒgig gibt, bis auf eine kleine EinschrĂ€nkung und zwar, dass Sania sich alles nehmen kann, bis auf ihren SchneeflockeanhĂ€nger. In âWiedersehen in Berlinâ, lĂ€sst sie Charlotte zur Diebin vor aller Augen werden und in âLotte in Londonâ, verliert Charlotte alles, was sie hat, inklusive erst sich selbst und die Flocke, was das letzte BiĂchen ist, um ihr endgĂŒltig den Rest zu geben.
Wie unschwer zu erkennen ist, ist die Schneeflocke fĂŒr Charlotte unglaublich wichtig. Wenn man den Hintergrund kennt, ist das nicht weiter verblĂŒffend, denn sie hat die Flocke als kleines MĂ€dchen von ihrer Mutter geschenkt bekommen. TatsĂ€chlich zieren die Worte: âVon SG fĂŒr CGâ die RĂŒckseite des AnhĂ€ngers. Da Charlottes Eltern in einem Autounfall umkamen, als sie jung war und danach fĂŒr seine Odyssee quer durch die Welt im wahrsten Sinne des Wortes begann, da sie unter ihren Verwandten umhergereicht wurde, wundert es nicht, dass der AnhĂ€nger geradezu ein Teil von Charlottes selbst ist.
Oft wurde ich gefragt, ob der AnhÀnger eine echte Vorlage hat.
Nein, weil es zu dem Zeitpunkt als ich âSchattensprungâ angelegt und damit die Flocke das erste Mal beschrieben habe, es tatsĂ€chlich noch kein solches SchmuckstĂŒck gab. Also zumindest nicht fĂŒr mich. Klar, SchneeflockenanhĂ€nger gibt es garantiert einige, keine Frage, aber eben nicht Charlottes.
Ja, den AnhĂ€nger gibt es tatsĂ€chlich, weil ich ihn etwa ein Jahr nach der Veröffentlichung von âSchattensprungâ und kurz nach der Veröffentlichung von âWiedersehen in Berlinâ, tatsĂ€chlich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Ein Bild davon hĂ€nge ich hier an, damit ihr euch ein Bild machen könnt.
Was war der Grund die Lotte Reihe zu beginnen?
Warum ich âWiedersehen in Berlinâ geschrieben habe, hatte ich bereits erklĂ€rt. Da ging es mir um Gerechtigkeit. In dem Fall fĂŒr Charlotte. Sie wollte sich reinwaschen, wollte zeigen, dass sie nicht so fies ist, wie man denken könnte, dass sie ist, wenn man nur âSchattensprungâ gelesen hat. Das Lustige an der Sache ist, dass auch âSchattensprungâ aus dem Wunsch nach Gerechtigkeit entstanden ist. Allerdings nicht fĂŒr Charlotte. Die kannte ich damals noch gar nicht. Nein, âSchattensprungâ ist entstanden, weil ich der echten Sania Gerechtigkeit widerfahren lassen und ihr wenigstens in der Welt der BĂŒcher eine Chance geben wollte mit einem von ihr verehrten Star zusammenzukommen, denn mal ehrlich? Wie hoch stehen die Chancen im echten Leben, dass sich ein Star in Ottilie NormalbĂŒrgerin verliebt? Eben. Also dachte ich mir, das kann ich Ă€ndern. Wenn schon nicht in echt, dann wenigstens in einem Buch.
ĂberflĂŒssige Szene in Wiedersehen in Berlin
Oft hört man davon, dass Autoren im Verlauf des Schreib- und Ăberarbeitungsprozesses ganze Szenen und Figuren aus den BĂŒchern streichen. In meinem Fall stimmt das nicht so ganz. TatsĂ€chlich gab es an âSchattensprungâ nur sehr wenige Ănderungen. Zwar habe ich den Entwurf umgeschrieben, ehe ich ihn zur Veröffentlichung gegeben habe, allerdings hatte ich in dem Band eher ein Problem mit der Figurenperspektive, als denn mit Szenen und Struktur. Bei Band zwei und dann bei Band drei sah das aber ganz anders aus. Die beiden sind gröĂeren Eingriffen unterzogen worden. âLotte in Londonâ ist sogar einmal komplett neu geschrieben worden, um es spannender zu machen. Eine direkte Erfahrung aus âWiedersehen in Berlinâ, in dem sich eine Szene befindet, die eigentlich ĂŒberflĂŒssig ist, die ich aber trotzdem nicht gelöscht habe. Gemeint ist das Kapitel 15 in dem Charlotte und Thomas sich an der Bibliothek am Heiligen See nach ihrem Ausflug nach Potsdam streiten. An sich bringt das Kapitel nichts fĂŒr die Geschichte und hĂ€tte damit, streng genommen, gelöscht werden mĂŒssen. Allerdings konnte ich es nicht ĂŒber mich bringen es herauszunehmen, was kein guter Ratschlag ist, wenn man schreibt. Daher: kill your darlings. Gerade dann, wenn sie deine darlings sind!