Fahrt nach Hause mit einem kleinen Umweg nach Sindorf ins Vogelruther Feld, einem Wohngebiet, in das in den letzten Jahren ein paar tausend Menschen gezogen sind, hÀufig in neue und zum Teil selbst gebaute HÀuser. So wie die Eltern meiner Schwiegertochter, bei denen ich etwas abzugeben hatte.
Ich fuhr also von meiner Arbeit aus an meinem eigenen Haus in Horrem vorbei und am Schluss auf der K39n an Sindorf vorbei. Dann kam mir in den Sinn, dass es zur StraĂe, in der meine Mit-Schwiegereltern wohnen, einen kleinen versteckten
Zugang und eine Rampe fĂŒr RĂ€der oder Rollis gibt. Ich fand die Zufahrt und fotografierte sie dann von der anderen Seite.
Als ich diesen Text schreibe, fĂ€llt mir auf, dass ich wie selbstverstĂ€ndlich Ortsnamen und Begriffe verwende, die Ortsunkundige eigentlich gar nicht kennen und einordnen können. Deswegen ein paar Worte zu den Orten und der Gegend, in der ich lebe. Horrem und Sindorf sind Stadtteile der Kolpingstadt Kerpen, einer Stadt von etwa 70.000 Einwohnern sĂŒdwestlich von Köln. Mein Haus steht 20 km vom Kölner Dom entfernt in Kerpen Horrem. Kerpen selber gehört zum Rhein-Erft-Kreis. Und das alles liegt in einer Gegend, die Kölner Bucht oder auch JĂŒlicher Börde genannt wird.
Die Bördelandschaft hier ist geprĂ€gt von der Braunkohle und fruchtbaren AckerflĂ€chen und Feldern. Die Förderung der Braunkohle und die ausgeprĂ€gte Landwirtschaft haben dazu gefĂŒhrt, dass die Gegend durchzogen ist von asphaltierten Wegen durch die Landschaft. Und das bedeutet wiederum, dass man hier fantastisch Radfahren kann. Das ermöglicht mir, von meinen wunderschönen Erlebnissen auf dem Rad hier zu erzĂ€hlen.
Bördelandschaft, Ăcker und Braunkohlekraftwerke
Die JĂŒlicher Börde wird im SĂŒden durch die zunehmend hĂŒgeliger werdende Eifel begrenzt, im Norden durch den Rhein. Dazwischen zieht sie sich letztendlich von Köln bis fast nach Aachen und Mönchengladbach. Die Landschaft ist in VerĂ€nderung, denn die Tagebaue Inden, Garzweiler und Hambach werden sich in den nĂ€chsten Jahrzehnten in Seen verwandeln. Die Förderung und Verbrennung der Braunkohle wird 2030 eingestellt. Ich glaube, so richtig kann sich das noch niemand vorstellen.
Seitdem ich hier wohne, das sind knapp 30 Jahre, beherrscht die ZuckerrĂŒbe die Landwirtschaft. Aber auch das Ă€ndert sich. Mais, Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln und andere FeldfrĂŒchte nehmen immer mehr Raum und FlĂ€che ein.
Mein Eindruck: Es verĂ€ndert sich alles zum Guten. Es wird vielfĂ€ltiger, bunter, interessanter, abwechslungsreicher. Ich mag es immer mehr hier. Ich erschlieĂe mir das alles auf dem Rad und damit unmittelbar. Ich erleb die VerĂ€nderungen direkt
Auch das ist, WARUMICHRADFAHRE.