Freiheit der Kyritz-Ruppiner Heide von Kriegsmunition â frĂŒhestens 2030
Oben auf dem Turm bietet sich in diesen Wochen ein faszinierender Anblick. Die Heide blĂŒht. Die Kyritz-Ruppiner Heide zeigt eine besonders schöne Seite. Beim Blick in die Presse indessen gab es in diesen Tagen ErnĂŒchterung: âRĂ€umung auf âBombodromâ dauert bis 2030â, titelte eine Berliner Lokalzeitung. Allerdings scheint nicht etwa Schlamperei der Grund zu sein. Im Gegenteil. Von Volkmar Heuer-Strathmann In der letzten Phase sei, so zitiert die Deutsche Presse Agentur Rainer Entrup, den Leiter des Bundesforstbetriebes Westbrandenburg, ein besonderer Sicherheitsabstand nötig. Bagger sind im Einsatz, also Arbeitskommandos mit schwerem GerĂ€t und sensibler Sensorik auf gefĂ€hrlichem Terrain. Insgesamt ist von 180 Mitarbeitern die Rede. Ein Viertel ist noch zu bewĂ€ltigen von der 1100 Hektar groĂen VerdachtsflĂ€che. Rund 7500 StĂŒck Streumunition hat man eingesammelt. Die ausstehende Arbeit, so der ZutĂ€ndige, werde wohl bis 2030 dauern. Die Erinnerung an die Jahrzehnte, in denen dieses Gebiet vom sowjetischen MilitĂ€r als âBombodromâ genutzt wurde, bleibt auf diese Weise nicht auf Hinweisschilder und Plakate beschrĂ€nkt. Die Befreiung der gesamten Kyritz-Ruppiner Heide steht noch aus, eben von Altlasten aus der Zeit der deutschen Teilung und der Konfrontion von Warschauer Pakt und NATO.
âFrau mit Taubeâ - 2024 von Simon Schulte wiederherstelltes Mahnzeichen. Fotos: VHS Ist man als 2023 Zugezogener zum ersten Mal unterwegs im GelĂ€nge, fĂ€llt auf, wie umfassend der Widerstand gegen die Fortsetzung der Nutzung durch die Bundeswehr ab Oktober 1990 auch hier dokumentiert wird. Vom Parkplatz bei Pfalzdorf fĂŒhrt ein gut zu bewĂ€ltigender Sandweg zum Naturbeobachtungsturm auf dem Heinz-Sielmann-HĂŒgel. Ăkologische und politische Informationen ergĂ€nzen sich. Kunstwerke aus den letzten beiden Jahrzehnten laden zum Innehalten ein. Der Zauber der Natur ist natĂŒrlich auch ohne die kleinen Lektionen wirksam, wobei jede Heidelandschaft ihre eigene Geschichte hat. Mit dem MilitĂ€r hat man auch in anderen Regionen Deutschlands eine lange Verbindung. Man denke nur an den riesigen TruppenĂŒbungsplatz bei Munster, also in der LĂŒneburger Heide. An Renaturierung des mehrfach erweiterten Nutzgebietes fĂŒr Panzerfahrt, SchieĂĂŒbung und NATO-Manöver ist nicht zu denken. âFreie Heideâ, die Parole aus Brandenburg nun auch in Niedersachsen? âJa, politische Freiheit durch die Bundeswehr!â, ist die vorherrschende Argumentation. Und der Rheinmetall Konzern bei UnterlĂŒĂ erlebt ansteigende AuftrĂ€ge, in Munster werden ukrainische Soldaten ausgebildet. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist selbst ein Sohn der Region. Ihn wird interessieren, dass sich die Kosten der âBefreiungâ der Kyritz-Ruppiner Heide von tödlichen Gefahren insgesamt auf 200 Millionen Euro belaufen sollen. Aber: Alternativlos! Read the full article











